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\usepackage{tikz-cd}
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\newcommand{\com}[1]{#1^{\bullet}}
%\newcommand{\smallbullet}{\tikz \draw (0,0) circle (1.5pt);}

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\newcommand{\K}{\mathcal{K}}
\newcommand{\colim}{\underset{\longrightarrow}{\text{colim }}}
\renewcommand{\lim}{\underset{\longleftarrow}{\text{lim }}}
@@ -18,34 +21,60 @@

\section{Einleitung}

\section{Grundlagen}
\section{Derivierte Kategorien und abgeleitete Funktoren}

Seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien und sei $F\colon \mathcal{A} \to
\mathcal{B}$ ein Funktor. Das Ziel ist es in natürlicher Weise für jedes Objekt
$X \in \mathcal{A}$ einen Komplex $\text{R}F(X)$ zu definieren, dessen Kohomologiegruppen
mit den klassischen Rechtsableitungen von $F$ bei $X$ übereinstimmen, falls
$F$ linksexakt ist.

Allgemeiner definieren wir $\text{R}F(\com{X})$
für jeden Komplex $\com{X}$ in $\mathcal{A}$. Genauer gesagt konstruieren wir einen
Funktor $\text{R}F$ von der derivierten Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ von
$\mathcal{A}$ in die derivierte Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{B})$ von $\mathcal{B}$.
Die derivierte Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ erhalten wir durch Lokalisierung,
analog zum gleichnamigen Vorgang in der kommutativen Algebra: Wir starten mit der Kategorie
$\mathcal{K}(\mathcal{A})$, der Komplexkategorie von $\mathcal{A}$, wobei die Morphismen
Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind. Daraus erhalten
wir dann $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ indem alle Quasiisomorphismen in
$\mathcal{K}(\mathcal{A})$, das heißt Komplexhomomorphismen, die Isomorphismen auf den
Kohomologiegruppen induzieren, in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ zu Isomorphismen erklären.

Dieser Lokalisierungsprozess wird im Folgenden skizziert. Die Vorgehensweise orientiert
sich an Kapitel 1 von \cite{hartshorne}.

\subsection{Triangulierte Kategorien}

Auch wenn $\mathcal{A}$ eine abelsche Kategorie ist, sind $\mathcal{K}(\mathcal{A})$
und $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ im Allgemeinen nicht abelsch; sie genügen jedoch einer
anderen Struktur, die einer triangulierten Kategorie.

\begin{definition}[Triangulierte Kategorie]
Eine triangulierte Kategorie ist eine additive Kategorie $\mathcal{C}$ mit
Eine triangulierte Kategorie ist eine additive Kategorie $\mathcal{T}$ mit
\begin{enumerate}[(a)]
\item einem Kategorienautomorphismus $T\colon \mathcal{C} \to \mathcal{C}$, dem Verschiebefunktor, und
\item einer Klasse von Sextupeln $(A, B, C, u, v, w)$, den ausgezeichneten Dreiecken von $\mathcal{C}$, wobei
$A, B, C \in \mathcal{T}$ und $u\colon A \to B$, $v\colon B \to C$, $w\colon C \to T(A)$.
\item einem additiven Kategorienautomorphismus
$T\colon \mathcal{T} \to \mathcal{T}$, dem Verschiebefunktor, und
\item einer Klasse von Sextupeln $(X, Y, Z, u, v, w)$, den ausgezeichneten Dreiecken von $\mathcal{T}$, wobei
$X, Y, Z \in \mathcal{T}$ und $u\colon X \to Y$, $v\colon Y \to Z$, $w\colon Z \to T(X)$ Morphismen sind.
\end{enumerate}
Ein Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken
$(A, B, C, u, v, w) \to (A', B', C', u', v', w')$ ist ein kommutatives Diagramm
$(X, Y, Z, u, v, w) \to (X', Y', Z', u', v', w')$ ist ein kommutatives Diagramm
\[
\begin{tikzcd}
A \arrow{r}{u} \arrow{d} & B \arrow{r}{v} \arrow{d} & C \arrow{r}{w} \arrow{d} & T(A) \arrow{d} \\
A' \arrow{r}{u'} & B' \arrow{r}{v'} & C' \arrow{r}{w'} & T(A) \\
X \arrow{r}{u} \arrow{d} & Y \arrow{r}{v} \arrow{d} & Z \arrow{r}{w} \arrow{d} & T(X) \arrow{d} \\
X' \arrow{r}{u'} & Y' \arrow{r}{v'} & Z' \arrow{r}{w'} & T(X') \\
\end{tikzcd}
.\]
Weiter unterliegen diese Daten den folgenden Axiomen:
\begin{enumerate}[(TR1), leftmargin=14mm]
\item Jedes zu einem ausgezeichneten Dreieck
isomorphe Sextupel $(A, B, C, u, v, w)$ wie oben, ist ein ausgezeichnetes Dreieck. Jeder
Morphismus $u\colon A \to B$ kann in ein ausgezeichnetes Dreieck $(A, B, C, u, v, w)$ eingebettet werden
und das Sextupel $(A, A, 0, \text{id}_A, 0, 0)$ ist ein ausgezeichnetes Dreieck für alle $A \in \mathcal{C}$.
\item $(A, B, C, u, v, w)$ ist ein ausgezeichnetes Dreieck genau dann wenn $(B, C, T(A), v, w, -T(u))$ ein
isomorphe Sextupel $(X, Y, Z, u, v, w)$ wie oben, ist ein ausgezeichnetes Dreieck. Jeder
Morphismus $u\colon X \to Y$ kann in ein ausgezeichnetes Dreieck $(X, Y, Z, u, v, w)$ eingebettet werden
und das Sextupel $(X, X, 0, \text{id}_X, 0, 0)$ ist ein ausgezeichnetes Dreieck für alle $X \in \mathcal{T}$.
\item $(X, Y, Z, u, v, w)$ ist ein ausgezeichnetes Dreieck genau dann wenn $(Y, Z, T(X), v, w, -T(u))$ ein
ausgezeichnetes Dreieck ist.
\item Für zwei ausgezeichnete Dreiecke $(A, B, C, u, v, w)$ und $(A', B', C', u', v', w')$, und
\item Für zwei ausgezeichnete Dreiecke $(X, Y, Z, u, v, w)$ und $(X', Y', Z', u', v', w')$, und
Morphismen $f\colon X \to X'$, $g\colon Y \to Y'$, die mit $u$ und $u'$ kommutieren, existiert
ein nicht notwendig eindeutiger Morphismus $h\colon Z \to Z'$, so dass $(f, g, h)$ ein Morphismus
von ausgezeichneten Dreiecken ist.
@@ -55,7 +84,8 @@

\begin{bem}
Streng genommen ist die hier definierte Triangulierte Kategorie nur eine Pretriangulierte Kategorie. Für
eine vollständig triangulierte Kategorie fehlt noch das Oktaheder Axiom, das wir im Folgenden jedoch nicht benötigen.
eine vollständig triangulierte Kategorie fehlt noch das Oktaheder Axiom
(TR4 in \cite{hartshorne}), das wir im Folgenden jedoch nicht benötigen.
\end{bem}

\begin{definition}[Triangulierter Funktor]
@@ -70,83 +100,129 @@
ausgezeichnete Dreieck $(X, Y, Z, u, v, w)$ von $\mathcal{T}$ die lange Folge
\[
\begin{tikzcd}
\cdots \arrow{r} & H(T^{i}(X)) \arrow{r} & H(T^{i}Y) \arrow{r} & H(T^{i}Z) \arrow{r} & H(T^{i+1}X) \arrow{r}
\cdots \arrow{r} & H(T^{i}X) \arrow{r} & H(T^{i}Y) \arrow{r} & H(T^{i}Z) \arrow{r} & H(T^{i+1}X) \arrow{r}
& \cdots
\end{tikzcd}
\] exakt ist. Wenn $H$ ein kohomologischer Funktor ist, dann schreiben wir auch $H^{i}(X)$ für $H(T^{i}(X))$
\] exakt ist. Wenn $H$ ein kohomologischer Funktor ist, dann schreiben wir auch $H^{i}(X)$ für $H(T^{i}X)$
für $i \in \Z$.
\end{definition}

\begin{lemma}
Sei $\mathcal{T}$ eine triangulierte Kategorie und $A \in \mathcal{T}$.
Dann sind $\text{Mor}_{\mathcal{T}}(A, -)$ und $\text{Mor}_{\mathcal{T}}(-, A)$ kohomologische Funktoren.
Sei $\mathcal{T}$ eine triangulierte Kategorie und $X \in \mathcal{T}$.
Dann sind $\text{Mor}_{\mathcal{T}}(X, -)$ und $\text{Mor}_{\mathcal{T}}(-, X)$ kohomologische Funktoren.
\label{hom-cohom-func}
\end{lemma}

\begin{proof}
siehe Proposition 1.1 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

\subsection{Homotopiekategorie}

Das kanonische Beispiel für eine triangulierte Kategorie ist die Homotopiekategorie einer additiven Kategorie.
Das kanonische Beispiel für eine triangulierte Kategorie ist die Homotopiekategorie einer additiven Kategorie $\mathcal{C}$.

\begin{definition}[Homotopiekategorie]
Sei $\mathcal{C}$ eine additive Kategorie. Dann bezeichne $\mathcal{K}om(\mathcal{C})$ die
Kategorie der Komplexe mit Objekten aus $\mathcal{C}$ mit Komplexhomomorphismen als Morphismen.
Bezeichne mit $\mathcal{K}(\mathcal{C})$ weiter die Homotopiekategorie mit den selben Objekten wie
$\mathcal{K}om(\mathcal{C})$ und mit Komplexhomomorphismen modulo Homotopie als Morphismen.
Sei $\mathcal{C}$ eine additive Kategorie. Dann ist die Homotopiekategorie
$\mathcal{K}(\mathcal{C})$ von $\mathcal{C}$, die Kategorie, deren Objekte
Komplexe mit Objekten aus $\mathcal{C}$ sind und
deren Morphismen Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind.
\end{definition}

%\begin{bem}
In der Homotopiekategorie haben wir einen natürlichen Kategorienautomorphismus
$T\colon \mathcal{K}(\mathcal{C}) \to \mathcal{K}(\mathcal{C})$, der
durch Verschieben nach links gegeben ist, das
heißt für $\com{X} \in \mathcal{K}(\mathcal{C})$ durch
\begin{equation}
T(\com{X})^{i} = X^{i+1} \text{ und } d_{T(\com{X})} = - d_{\com{X}}
\label{eq:shift-functor}
\end{equation}
%\end{bem}

\begin{bem}[Notation]
Für $\com{X} \in \mathcal{K}(\mathcal{C})$ schreiben wir auch
\[
\com{X}[n] = T^{n}(\com{X})
.\]
\end{bem}

Um die ausgezeichneten Dreiecke in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$ zu erklären, benötigen wir
den Abbildungskegel eines Morphismus in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$:

\begin{definition}[Abbildungskegel]
Seien $\com{A}, \com{B} \in \mathcal{K}$ zwei Komplexe und $f\colon \com{A} \to \com{B}$ ein
Komplexhomomorphismus. Dann sei der Abbildungskegel $\com{C}_f$ definiert durch
Seien $\com{X}, \com{Y} \in \mathcal{K}$ zwei Komplexe und $f\colon \com{X} \to \com{Y}$ ein
Komplexhomomorphismus. Dann sei der Abbildungskegel
$\com{C}_f \in \mathcal{K}(\mathcal{C})$ definiert durch
\[
C_f^{n} = A^{n+1} \oplus B^{n}
C_f^{n} = X^{n+1} \oplus Y^{n}
\] mit Differential
\[
d_{\com{C}_f} = \begin{pmatrix}
d_{\com{A}[1]} & 0 \\
f[1] & d_{\com{B} }
d_{\com{X}[1]} & 0 \\
f[1] & d_{\com{Y} }
\end{pmatrix}
.\]
\label{def:mapping-cone}
\end{definition}

\begin{bem}
\begin{enumerate}[(1)]
\item In der Situation von \ref{def:mapping-cone} haben wir kanonische Morphismen
$i\colon \com{Y} \to \com{C}_{f}$ und $p\colon \com{C}_{f} \to \com{X}[1]$.
\item Oft wird auch die Notation $\com{C}_f = \com{X}[1] \oplus \com{Y}$ verwendet.
Man beachte jedoch, dass der Abbildungskegel \emph{nicht} das Koprodukt
von $\com{X}[1]$ und $\com{Y}$ ist.
\end{enumerate}
\end{bem}

\begin{satz}[Homotopiekategorie ist trianguliert]
Sei $\mathcal{C}$ eine additive Kategorie. Dann ist die Homotopiekategorie $\mathcal{K}(\mathcal{C})$
mit den folgenden Daten trianguliert:
\begin{enumerate}[(a)]
\item Der Verschiebefunktor $T\colon \mathcal{K}(\mathcal{C}) \to \mathcal{K}(\mathcal{C})$
ist gegeben durch
\[
T(\com{A})^{i} = A^{i+1} \text{ und }d_{T(\com{A} )} = - d_{\com{A}}
.\]
\item Ein Sextupel wie in \ref{TR2}
$(\com{X}, \com{Y}, \com{Z}, u, v, w)$ in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$
ist ein ausgezeichnetes Dreieck
\item Der Verschiebefunktor $T\colon \mathcal{K}(\mathcal{C}) \to \mathcal{K}(\mathcal{C})$ wie in \ref{eq:shift-functor}.
\item Ein Sextupel $(\com{X}, \com{Y}, \com{Z}, u, v, w)$
wie in \ref{TR2} in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$
ist ein ausgezeichnetes Dreieck,
genau dann wenn
es im Sinne von ausgezeichneten Dreiecken isomorph ist zu einem Sextupel der Form
$(\com{X}, \com{Y}, \com{C_{u}}, f, i, p)$, wobei $f\colon \com{X} \to \com{Y} $ ein Morphismus
in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$ ist und $i\colon \com{B} \to \com{C_{f}}$,
$p\colon \com{C}_{f} \to \com{C}$ die kanonischen Morphismen sind.
es im Sinne von ausgezeichneten Dreiecken isomorph ist zu einem Sextupel
der Form
$(\com{X}, \com{Y}, \com{C_{f}}, f, i, p)$,
wobei $f\colon \com{X} \to \com{Y} $ ein Morphismus
in $\mathcal{K}(\mathcal{C})$ ist und $i\colon \com{Y} \to \com{C_{f}}$,
$p\colon \com{C}_{f} \to \com{X}[1]$ die kanonischen Morphismen sind.
\end{enumerate}
\end{satz}

\begin{proof}
siehe Kapitel 1, §2 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

Sei nun $\mathcal{A}$ eine abelsche Kategorie und $\mathcal{K} = \mathcal{K}(\mathcal{A})$ die Homotopiekategorie.

\begin{lemma}
Der Funktor $H\colon \mathcal{K} \to \mathcal{A}b$ der einen Komplex $\com{A}$
auf seine nullte Kohomologiegruppe abbildet, ist ein kohomologischer Funktor.

\label{lemma:cohom-is-cohom-functor}
\end{lemma}

\begin{proof}
siehe Kapitel 1, §2 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

Daraus erhalten wir insbesondere folgendes Kriterium, ob ein Komplexhomomorphismus ein Quasiisomorphismus ist:

\begin{lemma}[]
Seien $\com{A}, \com{B} \in \mathcal{K}$ und $f\colon \com{A} \to \com{B} $ ein Komplexhomomorphismus.
Dann ist $f$ ein Quasiisomorphismus genau dann wenn $\com{C}_f$ exakt ist.
Dann ist $f$ ein Quasiisomorphismus, genau dann wenn $\com{C}_f$ exakt ist.
\label{mapping-cone-exact-for-qis}
\end{lemma}

\begin{proof}
Es ist $(\com{A}, \com{B}, \com{C}_f, f, i, p)$ ein ausgezeichnetes Dreieck in $\mathcal{K}$ mit
$i\colon \com{B} \to \com{C}_f$ und $p\colon \com{C}_f \to \com{A}[1]$ die natürlichen Abbildungen. Also
erhalten wir für $i \in \Z$ eine exakte Folge
$i\colon \com{B} \to \com{C}_f$ und $p\colon \com{C}_f \to \com{A}[1]$ die natürlichen
Morphismen. Also
erhalten wir mit \ref{lemma:cohom-is-cohom-functor} für $i \in \Z$ eine exakte Folge
\[
\begin{tikzcd}
H^{i-1}(\com{C}_f) \arrow{r}
@@ -159,9 +235,14 @@ Daraus erhalten wir insbesondere folgendes Kriterium, ob ein Komplexhomomorphism
.\] Die Exaktheit liefert nun die Äquivalenz.
\end{proof}


\subsection{Lokalisierung von Kategorien}

Wie anfangs erwähnt, ist die derivierte Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ einer
abelschen Kategorie $\mathcal{A}$
eine Lokaliserung der Homotopiekategorie $\mathcal{K}(\mathcal{A})$.
Diese funktioniert analog zum gleichnamigen Prozess in der kommutativen Algebra, was
uns zu folgendem Begriff führt:

\begin{definition}[Multiplikatives System]
Sei $\mathcal{C}$ eine Kategorie. Eine Klasse $\mathcal{S}$ von Morphismen von $\mathcal{C}$ heißt
multiplikatives System, wenn es die folgenden Axiome erfüllt:
@@ -184,7 +265,7 @@ Daraus erhalten wir insbesondere folgendes Kriterium, ob ein Komplexhomomorphism
\item Für $f, g \colon X \to Y$ Morphismen in $\mathcal{C}$, sind die folgenden Bedingungen äquivalent:
\begin{enumerate}[(i)]
\item Es existiert ein $s\colon Y \to Y'$ in $\mathcal{S}$, sodass $sf = sg$.
\item Es existiert ein $t\colon X \to X'$ in $\mathcal{S}$, sodass $sf = sg$.
\item Es existiert ein $t\colon X \to X'$ in $\mathcal{S}$, sodass $ft = gt$.
\end{enumerate}
\end{enumerate}
\label{def:mult-system}
@@ -244,18 +325,37 @@ Daraus erhalten wir insbesondere folgendes Kriterium, ob ein Komplexhomomorphism
\label{satz:existence-localisation}
\end{satz}

\begin{proof}
siehe Proposition 3.1 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

\begin{bem}
Die Lokalisierung $\mathcal{C}_{\mathcal{S}}$ einer Kategorie $\mathcal{C}$
\begin{enumerate}[(a)]
\item Da $\mathcal{S}$ eine echte Klasse sein kann, das heißt keine Menge, ist im
Allgemeinen auch $\text{Mor}_{\mathcal{C}_{\mathcal{S}}}(X, Y)$ für
$X, Y \in \mathcal{C}_{\mathcal{S}}$
keine Menge. Das
heißt streng genommen ist $\mathcal{C}_{\mathcal{S}}$ nur
eine große Kategorie. Auf diese mengentheoretischen Probleme gehen wir
im Folgenden jedoch nicht ein.
\item Die Lokalisierung $\mathcal{C}_{\mathcal{S}}$ einer Kategorie $\mathcal{C}$
kann auch dual, dass heißt durch Umdrehen aller Pfeile,
konstruiert werden. Wenn im Folgenden der Kontext klar ist, dann schreiben wir auch einfach
$X$ für $Q(X)$ für ein Objekt $X \in \mathcal{C}$. Ebenso schreiben wir für $X, Y \in \mathcal{C}$ auch
$s^{-1}f$ bzw. in der dualen Konstruktion $fs^{-1}$ für die Äquivalenzklasse des Tripels
$(f, Z, s) \in \text{Mor}_{\mathcal{C}_{\mathcal{S}}}(X, Y)$. In dieser Notation ist
dann $Q(f) = \text{id}^{-1}f$ bzw. $Q(f) f\text{id}^{-1}$ für $f\colon X \to Y$ in $\mathcal{C}$.
dann $Q(f) = \text{id}^{-1}f$ bzw. $Q(f) = f\text{id}^{-1}$ für $f\colon X \to Y$ in $\mathcal{C}$.
\end{enumerate}
\end{bem}

Falls $\mathcal{T}$ eine triangulierte Kategorie ist und $\mathcal{S}$ ein multiplikatives
System, stellt sich die Frage, ob sich
die Triangulation von $\mathcal{C}$
in natürlicher Weise auf $\mathcal{C}_{\mathcal{S}}$ ausdehnt. Dazu fordern wir zusätzlich
an $\mathcal{S}$:

\begin{definition}[Mit Triangulation kompatibles multiplikatives System]
Sei $\mathcal{C}$ eine triangulierte Kategorie mit Verschiebefunktor $T$
Sei $\mathcal{T}$ eine triangulierte Kategorie mit Verschiebefunktor $T$
und $\mathcal{S}$ ein multiplikatives System
von Morphismen. Wir nennen $\mathcal{S}$ kompatibel mit der Triangulation, wenn die folgenden
Axiome erfüllt sind:
@@ -267,26 +367,34 @@ Daraus erhalten wir insbesondere folgendes Kriterium, ob ein Komplexhomomorphism
\end{definition}

\begin{satz}
Sei $\mathcal{C}$ eine triangulierte Kategorie und $\mathcal{S}$ ein
Sei $\mathcal{T}$ eine triangulierte Kategorie und $\mathcal{S}$ ein
mit der Triangulation kompatibles
multiplikatives System. Dann hat $\mathcal{C}_{\mathcal{S}}$ eine eindeutige
multiplikatives System. Dann hat $\mathcal{T}_{\mathcal{S}}$ eine eindeutige
triangulierte Struktur, sodass $Q$ ein triangulierter Funktor ist und
die universelle Eigenschaft b) aus \ref{def:localisation} für triangulierte Funktoren in triangulierte
Kategorien erfüllt.
\label{satz:existence-triangulated-localisation}
\end{satz}

\begin{proof}
siehe Proposition 3.2 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

\subsection{Derivierte Kategorie}

Sei im Folgenden $\mathcal{A}$ eine feste abelsche Kategorie und $\mathcal{K} = \mathcal{K}(\mathcal{A})$ die
Homotopiekategorie.
Homotopiekategorie. Wir bezeichnen im Folgenden die Klasse
der Quasiisomorphismen in $\mathcal{K}$ als $\mathcal{Q}is$.

\begin{lemma}[$\mathcal{Q}is$ ist multiplikativ]
Die Klasse $\mathcal{Q}is$ der Quasiisomorphismen in $\mathcal{K}$
ist ein mit der Triangulation von $\mathcal{K}$ kompatibles multiplikatives System.
$\mathcal{Q}is$ ist ein mit der Triangulation von $\mathcal{K}$ kompatibles multiplikatives System.
\label{lemma:qis-mult}
\end{lemma}

\begin{proof}
siehe Proposition 4.1 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

Nach \ref{satz:existence-localisation}, \ref{satz:existence-triangulated-localisation} und \ref{lemma:qis-mult} angewendet
auf $\mathcal{K}$ und $\mathcal{Q}is$, existiert die triangulierte Kategorie $\mathcal{K}_{\mathcal{Q}is}$.

@@ -304,33 +412,46 @@ Um zu verstehen, wann zwei Morphismen in $\mathcal{K}$ den selben Morphismus in
das folgende Lemma:

\begin{lemma}
Seien $\com{A}, \com{B} \in \mathcal{K}$ und $f\colon \com{A} \to \com{B}$. Dann ist
$f = 0$ in $\mathcal{D}$ genau dann wenn ein Quasiisomorphismus $s\colon \com{B} \to \com{C} $ existiert, sodass
$sf = 0$ in $\mathcal{K}$.

Seien $\com{X}, \com{Y} \in \mathcal{K}$ und $f\colon \com{X} \to \com{Y}$. Dann
sind die folgenden Bedingungen äquivalent:
\begin{enumerate}[(i)]
\item $\text{id}^{-1}f = 0$ in $\mathcal{D}$.
\item Es existiert ein Quasiisomorphismus $t\colon \com{X'} \to \com{X} $,
sodass $ft = 0$ in $\mathcal{K}$.
\item Es existiert ein Quasiisomorphismus $s\colon \com{Y} \to \com{Y'} $,
sodass $sf = 0$ in $\mathcal{K}$.
\end{enumerate}
\label{derived-cat-morphism-null}
\end{lemma}

\begin{proof}
Es ist $f\text{id}^{-1} = 0$ genau dann wenn ein kommutatives Diagram existiert:
Wegen \hyperref[def:mult-system]{FR3} und \ref{lemma:qis-mult} genügt es
die Äquivalenz von
(i) und (ii) zu zeigen. Es ist $\text{id}^{-1}f = 0$, genau dann wenn
ein kommutatives Diagram
\[
\begin{tikzcd}
& \com{B} \arrow[dashed]{d} & \\
\com{A} \arrow{ur}{f} \arrow{dr}{0} & \com{C} & \com{B} \arrow[dashed]{l}{s} \arrow{ul}{\text{id}} \arrow{dl}{\text{id}} \\
& \com{B} \arrow[dashed]{u} &
& \com{X} \arrow{dl}{\text{id}} \arrow{dr}{f} & \\
\com{X} & \arrow[dashed]{l}{t} \com{X'} \arrow[dashed]{d} \arrow[dashed]{u} & \com{Y} \\
& \com{X} \arrow{ul}{\text{id}} \arrow{ur}{0} &
\end{tikzcd}
\] mit $s$ Quasiisomorphismus.
\] mit $t$ Quasiisomorphismus existiert. Das zeigt die Behauptung.
\end{proof}

Die derivierte Kategorie erlaubt es Ableitungen von Funktoren allgemeiner zu formulieren. Wir führen hier
nur die Situation der Rechtsableitung kovarianter Funktoren aus.
Wir möchten nun Ableitungen von Funktoren im Kontext von
derivierten Kategorien betrachten.
Seien dafür $\mathcal{A}$ und $\mathcal{B}$ abelsche Kategorien und
$F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{A})$ ein triangulierter Funktor.
$F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ ein triangulierter
(kovarianter) Funktor.
Das ist zum Beispiel der Fall, wenn $F$ induziert ist von einem additiven Funktor
$F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$.

Falls $F$ exakt ist werden Quasiisomorphismen auf Quasiisomorphismen geschickt und $F$ induziert daher
einen Funktor von $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ nach $\mathcal{D}(\mathcal{B})$.
Im Allgemeinen ist das nicht der Fall. Dennoch möchten wir einen Funktor von $\mathcal{D}(\mathcal{A})$
nach $\mathcal{D}(\mathcal{B})$ konstruieren, der $F$ so nahe wie möglich kommt.
Im Allgemeinen ist das nicht der Fall und wir konstruieren dann, unter bestimmten
Voraussetzungen an $F$ und die beteiligten Kategorien, einen Funktor
$\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$:

\begin{definition}[Abgeleiteter Funktor]
Seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien. Der rechts abgeleitete Funktor von $F$ ist
@@ -353,17 +474,21 @@ nach $\mathcal{D}(\mathcal{B})$ konstruieren, der $F$ so nahe wie möglich kommt
\eta\colon \text{R}F \to G
\] von Funktoren von $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ nach $\mathcal{D}(\mathcal{B})$, sodass
\[
\xi = (\eta \circ Q_{\mathcal{A}}) \circ \xi
\zeta = (\eta \circ Q_{\mathcal{A}}) \circ \xi
.\]
\end{definition}

\begin{bem}[]
\begin{enumerate}[(1)]
\begin{enumerate}[(a)]
\item Falls $\text{R}F$ existiert, ist dieser bis auf eindeutige natürliche Transformationen eindeutig.
\item Wir schreiben $R^{i}F$ für $H^{i}(\text{R}F)$ und wenn $F$ induziert ist von einem
links-exakten Funktor $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ und $\mathcal{A}$ genügend Injektive hat, sind
das genau die klassischen abgeleiteten Funktoren von $F$.
das genau die klassischen rechts-abgeleiteten Funktoren von $F$.
\item Es gibt den analogen Begriff der Linksableitung $\text{L}F$ (kovarianter)
Funktoren, bei dem sich die Pfeile umdrehen.
% TODO: präzisieren!!!
\end{enumerate}
\label{bem:derived-functors}
\end{bem}

\begin{satz}
@@ -384,12 +509,27 @@ nach $\mathcal{D}(\mathcal{B})$ konstruieren, der $F$ so nahe wie möglich kommt
\label{satz:existence-derived-functors}
\end{satz}

\begin{bem}
Die Voraussetzungen von \ref{satz:existence-derived-functors} sind im Allgemeinen schwer zu erfüllen. Ziel
dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten, dass im Falle von $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$ für einen kommutativen
Ring $A$, die Bedingungen für die im Folgenden definierten Funktoren $\com{\text{Hom}}(\com{M}, -)$,
$\com{\text{Hom}}(-, \com{M})$ und $\com{M} \otimes_A -$ erfüllt sind.
\end{bem}
\begin{proof}
siehe Theorem 5.1 in \cite{hartshorne}.
\end{proof}

Die Voraussetzungen von \ref{satz:existence-derived-functors} sind im Allgemeinen schwer zu erfüllen. Deshalb betrachtet man häufig gewisse Unterkategorien
von $\mathcal{K}(\mathcal{A})$, beispielsweise die Kategeorie
$\mathcal{K}^{+}(\mathcal{A})$ der nach unten beschränkten Komplexe. Dies genügt,
um den Fall (b) aus \ref{bem:derived-functors} zu studieren.

Für unbeschränkte Komplexe liegt die Schwierigkeit darin eine geeignete
Unterkategorie $\mathcal{L}$ zu finden, die die Bedingungen aus
\ref{satz:existence-derived-functors} erfüllt.
Ziel
dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten, dass im Falle von $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$
für einen kommutativen
Ring $A$, die Bedingungen für die im Folgenden definierten Funktoren $\com{\text{Hom}}(\com{M}, -)$,
$\com{\text{Hom}}(-, \com{M})$ und $\com{M} \otimes_A -$ erfüllt sind. Das
wird uns erlauben das klassische Adjunktionsresultat
\[
- \otimes_A M \dashv \text{Hom}_{A\text{-Mod}}(M, -)
\] für $M$ ein $A$-Modul auf die abgeleiteten Funktoren zu übertragen.

\begin{definition}
Seien $\com{A}, \com{B} \in \mathcal{K}$ zwei Komplexe in einer beliebigen abelschen Kategorie $\mathcal{A}$.
@@ -1768,4 +1908,9 @@ Jetzt können wir alles zusammentragen und erhalten:
$\com{\text{Hom}}(\com{N}, \com{P})$ K-injektiv ist.
\end{proof}

\begin{thebibliography}{9}
\bibitem{hartshorne}
Robin Hartshorne. Residues and duality. \emph{Lecture Notes in Math.}. 20, Springer-Verlag (1966)
\end{thebibliography}

\end{document}

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