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\documentclass{lecture}
\begin{document}
\section{Grundlagen}
\subsection{Abbildungen}
Die Gesamtheit aller Abbildungen einer Menge $M$ in eine Menge $N$ ist wieder eine Menge und wird mit $Abb(M, N)$ bezeichnet.
\begin{definition}[]
Seien $M$, $N$, $K$ Mengen
und $f: M \to N$, $g: N \to K$. Die Abb $g \circ f: M \to K, m \mapsto g(f(m))$
heißt die Komposition von f und g. Die Komposition kann man auch als
Mengenabbildung auffassen:
\[
\circ: Abb(M, N) \times Abb(N, K) \to Abb(M, K)
\]
\[
(f, g) \mapsto g \circ f
.\]
\end{definition}
\begin{lemma}[]
Seien $I$ und $M$ Mengen und es sei: $(M_{i})_{i \in I}$ die
Familie von (immergleichen) Mengen $M_{i} = M$ indiziert
über $i \in I$. Dann existiert eine natürliche Bijektion
\[
\Phi: Abb(I, M) \to^{\thicksim} \prod_{}^{} (M_{i})_{i \in I} (= M^I)
.\]
\end{lemma}
\begin{proof}
rechts: Tupel $(m_{i})_{i \in I}, m_{i} \in M_{i} = M$
links: Abbildung $f: I \to M$.
Eine solche Abbildung ist dadurch gegeben, dass man jedem $i \in I$
ein $m_{i} = f(i) \in M$ zuordnet. Wir definieren $\Phi$ durch die
Zuordnung:
\[
\Phi: f \in Abb(I, M) \mapsto (f(i))_{i \in I} \in \prod_{}^{} (M_{i})_{i \in I}
.\]
Da die Abb. $f$ durch ihre Werte $f(i) \in M, i \in I$, gegeben ist,
ist $\Phi$ injektiv.
Ist umgekehrt $(m_{i}) \in \prod M_{i}$ gegeben, so ist die Abbildung
$f: I \to M, i \mapsto m_{i} \in M$ ein Urbild unter $\Phi$. Daher
ist $\Phi$ surjektiv.
\end{proof}
\section{Gruppen, Ringe, Körper}
\subsection{Gruppen}
\begin{definition}[Verknüpfung]
Eine (binäre) Verknüpfung auf einer Menge $M$ ist eine Abbildung:
\[
*: M \times M \to M
.\]
\end{definition}
\begin{definition}[Gruppe]
Eine Gruppe $(G, *, e)$ ist eine Menge $G$ mit einer Verknüfung $*$ und
einem (ausgezeichneten) Element $e \in G$, so dass:
\begin{enumerate}
\item $g*(h*k) = (g*h*)*k$ $\forall g,h,k \in G$ (Assoziativität)
\item $e * g = g$ $\forall g \in G$ ((Links)neutrales Element)
\item $\forall g \in G$: $\exists h \in G$: $h * g = e$ (Linksinverses)
\end{enumerate}
Eine Gruppe heißt kommutativ oder abelsch wenn zusätzlich gilt:
\begin{enumerate}
\item $g * h = h * g$ $\forall g, h \in G$
\end{enumerate}
\end{definition}
\begin{bsp}[]
\begin{enumerate}
\item $(\Z, +, 0)$ ist abelsche Gruppe
\item $(\Q, +, 0)$, $(\R, +, 0)$, $(\C, +, 0)$ sind abelsche Gruppen.
\item $(\Q \setminus{\{0\}}, \cdot, 1)$ ist eine abelsche Gruppe
\item $(\R_{>0}, \cdot, 1)$ ist abelsche Gruppe
\end{enumerate}
\end{bsp}
\begin{bem}[]
Menge der Restklassen:
\[
\{\overline{0}, \overline{1}, \ldots, \overline{n-1}\} = \Z / n\Z
.\]
$(\Z / n\Z, +, \overline{0})$ ist eine abelsche Gruppe.
Wie ist die Summe von Restklassen definiert?
Seien $A, B \in \Z / n\Z$. Vorschrift für ,,+''.
\begin{enumerate}
\item Wähle ,,Vertreter'' $a,b \in \Z$ von $A,B$, d.h. $a \in A$,
$b \in B$.
\item bilde $a+b$ in $\Z$
\item $A+B =^{def} \overline{a+b}$, d.h. die Restklasse zu der
$a+b$ gehört.
\end{enumerate}
Damit diese Definition widerspruchsfrei ist (Sprich: ,,+''
ist \textit{wohldefiniert}) muss man nachweisen, dass das Ergebnis nicht
von der Auswahl im ersten Schritt abhängt.
\end{bem}
\begin{bsp}[]
Die symmetrische Gruppe $O_{n}$
\[
O_{n} := \text{die Menge aller bijektiven Abb.}\\
\pi: \{1, \ldots, n\} \to \{1, \ldots, n\}
.\]
(sogennante Permutationen)
$* = \circ$ Komposition von Abbildungen\\
$e = id_{\{1, \ldots, n\}}$\\
Wir schreiben Permutationen in der Form:
\[
\pi =
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & \ldots & n \\
\pi(1) & \pi(2) & \pi(3) & \ldots & \pi(n)
\end{pmatrix}
.\]
Elementare Kombinationen: $n$ Möglichkeiten für $\pi(1)$, $(n-1)$
Möglichkeiten, für $\pi(2)\ldots$, 1 Möglichkeit für $\pi(n)$.
\[
\#O_{n} = n! \text{ (Fakultät)}
.\]
Verifikation der Gruppenaxiome
\begin{enumerate}
\item $g*(h*k) = g \circ (h \circ k) = (g \circ h) \circ k = (g * h) * k$
\item $e * g = id * g = g$
\item Sei g eine Permutation und $h = g^{-1}$ die Umkehrabbildung.
Dann gilt $h*g = g^{-1} \circ g = id = e$.
\end{enumerate}
Für $n \ge 3$ ist $\sigma_{n}$ nicht kommutativ.
\[
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
2 & 1 & 3 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
\circ
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
1 & 3 & 2 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
=
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
2 & 3 & 1 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
.\]
\[
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
1 & 3 & 2 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
\circ
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
2 & 1 & 3 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
=
\begin{pmatrix}
1 & 2 & 3 & 4 & \ldots \\
3 & 1 & 2 & 4 & \ldots
\end{pmatrix}
.\]
\end{bsp}
\begin{satz}[]
Sei $G = (G, *, e)$ eine Gruppe. Dann gilt für alle $g, h, k \in G$.
\begin{enumerate}
\item $g * h = g * k \implies h = k$ (Linkskürzung)
\item $g * h = k * h \implies g = k$ (Rechtskürzung)
\item $g * e = g$ (das (links)neutrale Element ist auch rechtsneutral)
\item aus $g*h=g$ oder $h*g=g$ für ein einziges $g\in G$, so folgt $h=e$
\item $\forall g \in G$: existiert ein eindeutig bestimmtes Element
$g^{-1} \in G$ mit $g^{-1} * g = e = g * g^{-1}$.
\item Aus $h * g = e$ oder $g*h=e$ folgt $h=g^{-1}$.
\item $\left(g^{-1}\right)^{-1} = g$ $\forall g \in G$
\end{enumerate}
\end{satz}
\begin{proof}[Beweis 1]
Sei $g * h = g * k$.
Nach (G3) $\exists s \in G$, sodass $s * g = e$.
Daher gilt $s*(g*h) = (s*g)*h = e*h = k$.\\
Analog: $s*(g*k) = (s*g)*k = e*k = k$
Daraus folgt: $h = k$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 3]
Nach (G3) existiert $h\in G$ und $h*g=e$.
Es folgt $h*(g*e)=(h*g)*e=e*e=e=h*g$\\
Nach (1) folgt $g*e=g$
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 5, Existenz]
Sei $h\in G$ mit $h*g = e$ (ex. nach G3)
$h*(g*h) = (h*g)*h = e * h = h = h * e$\\
Durch Linkskürzung erhalten wir $g * h = e$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 2]
Sei $g*k=h*k$. Sei $s \in G$ so dass $k*s=e$ (existenz nach 5).
$\implies (g*k)*s = g*(k*s) = g*e = g$, analog\\
$\implies (h*k) * s = h*(k*s) = h*e = h$\\
Daraus folgt $g = h$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 4]
$g * h = g = g * e \implies h = e$, analog\\
$h*g = g = e*g \implies h=e$
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 5 Eindeutigkeit und 6]
Seien $h, h' \in G$ mit $h*g=e=h'*g$ Nach Rechtskürzung folgt
$h = h'$. Daher ist $g^{-1} eindeutig$. Sei $h \in G$ mit
$g * h = e$. Wegen $g^{-1}*g = e$ folgt mit Linkskürzung, dass $h = g^{-1}$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 7]
aus $g * g^{-1} = e$ folgt $\left(g^{-1}\right)^{-1} = g$
\end{proof}
\begin{bem}[]
$g, h \in G$, so gilt $(g * h)^{-1} = h^{-1} * g^{-1}$\\
Grund: $(h^{-1} * g^{-1}) * (g *h) = h^{-1} * (g*g^{-1}) * h = h^{-1}* e * h = h * h^{-1} = e.$
\end{bem}
\end{document}
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\documentclass{lecture}
\begin{document}
\section{Gruppen, Ringe, Körper}
\subsection{Ringe}
\begin{definition}[Ring]
Ein Ring $R = (R, +, \cdot, O_{R})$ ist eine Menge $R$ und zwei
Verknüpfungen $+, \cdot: R \times R \to R$ und einem
Element $O_{R} \in R$ so dass:
\begin{enumerate}
\item $(R, +, O_{R})$ ist eine abelsche Gruppe
\item $a \cdot (b \cdot c) = (a \cdot b) \cdot c$ $\forall a,b,c \in R$
\item $a \cdot (b + c) = a \cdot b + a \cdot c$, $(a + b) \cdot c = ac + bc$
\end{enumerate}
Ein unitärer Ring (,,Ring mit 1'') ist ein Tupel
$(R, +, \cdot, 0_{R}, 1_{R})$, so dass $(R, +, \cdot, 0_{R})$ ein
Ring ist und $1_R \in R$, so dass gilt:
\begin{enumerate}
\item $1_{R} \cdot a = a = a \cdot 1_{R}$
\end{enumerate}
Ein Ring heißt kommutativ, wenn
\begin{enumerate}
\item $a \cdot b = b \cdot a$ $\forall a, b \in R$
\end{enumerate}
\end{definition}
\begin{bem}[Notation]
Das inverse Element von $a \in R$ bezüglich $+$ bezeichnet man mit
$-a$. Ein Inverses bezüglich $\cdot$ existiert i.A. nicht.
Die Eins in einem unitären Ring ist eindeutig bestimmt.
\end{bem}
\begin{bsp}
$(\Z, +, \cdot, 0, 1)$ ist ein kommutativer Ring mit 1
\end{bsp}
\begin{bsp}[$\Z / n\Z$]
ist ein kommutativer Ring mit 1. Multiplikationsvorschrift ist die
folgende: Für $A, B \in \Z / n\Z$
\begin{enumerate}
\item Wähle Vertreter $a, b \in \Z$ von $A$ und $B$.
\item bilde $a \cdot b$ in $\Z$
\item $A \cdot B :=$ Restklasse von $a \cdot b$
\end{enumerate}
Nachzuweisen: Unabhängigkeit der Definition von der Auswahl der Vertreter
im ersten Schritt.
\end{bsp}
\begin{bsp}[Die Menge der geraden ganzen Zahlen]
ist ein kommutativer Ring ohne 1.
\end{bsp}
\begin{lemma}
$R = (R, +, \cdot, 0_{R})$ Ring. Dann gilt
\begin{enumerate}
\item $0_{R} \cdot a = 0_R = a \cdot 0_R$
\item $a \cdot (-b) = - ab = (-a) \cdot b$
\end{enumerate}
Ist R unitär, so gilt:
\begin{enumerate}
\item $-b = (-1_{R}) \cdot b$
\end{enumerate}
\end{lemma}
\begin{proof}[Beweis 1]
\[
0_{R} \cdot a + 0_{R} = 0_{R} = 0_{R} a = (0_R + 0_R)a = 0_R a + 0_R a
.\]
Mit kürzen folgt: $0_R = 0_R a$
Analog für $a \cdot 0_R = 0_R$
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 2]
\[
0_R = a 0_R = a \left((-b) + b\right) = a(-b) + a b
\] also $a(-b) = -ab$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis 3]
Ist R unitär, so setzt man in 2 $a = 1_{R}$ ein und erhält 3.
\end{proof}
\begin{bsp}
$R = \{0\} $ mit den einzig möglichen Verknüpfungen $+$ und $\cdot$
heißt der \textit{Nullring}.
Nullring ist ein kommutativer Ring mit 1 ($0_R = 0 = 1_R$).
Dies ist der einzige Ring mit $1_R = 0_R$.
Begründung: Gelte $0_R = 1_R$, so folgt für jedes $r \in R$:
\[
r = r \cdot 1_R = r \cdot 0_R = 0_R
.\] Egal welches Element herausgenommen wird, es ist immer $0_R$, d.h.
$R$ muss ein Nullring sein.
\end{bsp}
\begin{lemma}
Sei $R = (R, +, \cdot, 0_R, 1_R)$ ein unitärer Ring und
$R^{\times } \subset R$ die Menge der Elemente die ein Links- und
ein Rechtsinverses bezüglich $\cdot$ haben, das heißt
\[
R^{\times } = \{r \in R \mid \exists s, t \in R : s r = 1_R = r t\}
.\]
Dann ist $(R^{x}, \cdot, 1_R)$ eine Gruppe.
Man nennt $R^{x}$ die Einheitengruppe von $R$.
\end{lemma}
\begin{proof}
Seien $r, \overline{r} \in R^{\times }$ und $s, \overline{s}, t, \overline{t}$
mit
\[
s r = 1 = r t
.\] und
\[
\overline{s} \overline{r} = 1 = \overline{r} \overline{t}
.\] Dann
\[
(s' s)(r r') = s'(s r) r' = s'1r' = s'r' = 1
.\]
\[
(r r') (t' t) = r (r' t') t = r 1 t = r t = 1
.\] $\implies r \cdot r' \in R^{\times }$
Wir überprüfen die Gruppenaxiome: G1 folgt aus R2
$1 \in R$ ist neutral $\to$ G2
Bleibt zu zeigen: $\forall r \in R^{\times }: \exists r' \in R: r r' = 1$
Nach Definition: $\exists s \in R: s r = 1$. Zu zeigen: $s \in R^{\times }$.
Offenbar hat das Rechtsinverse $r$. Aber $r$ ist auch linksinvers zu $s$:
Wähle $t \in R$ mit $r t = 1$. Dann gilt $s = s (r t) = (s r) t = t$
$\implies$ rs = rt = 1.
\end{proof}
\begin{bem}
$0_R \in R^{\times } \implies \exists r \in R: 0_R r = 1_R \implies 0_R = 1_R \implies$ $R$ ist der Nullring.
\end{bem}
\begin{definition}[Körper]
Ein Körper $K$ ist ein kommutativer Ring mit 1: $(K, +, 0_K, 1_K)$
mit $K^{\times } = K \ \{0_K\}$
\end{definition}
\begin{bsp}
\begin{enumerate}
\item $\Q, \R, \C$ sind Körper
\item $\Z$ ist kein Körper ($\Z^{\times } = \{+1, -1\} $)
\end{enumerate}
\end{bsp}
\begin{lemma}[]
In einem Körper $K$ gilt, dass
\[
a b = 0_K \implies a = 0 \wedge b = 0
.\]
\end{lemma}
\begin{proof}
Angenommen $a \neq 0_K$: Dann existiert $a^{-1} \in K$ mit
$a^{-1} a = 1_K$. Es folgt
\[
b = 1_K b = a^{-1} a b = a^{-1} 0_K = 0_K
.\]
\end{proof}
\begin{lemma}
Ist $p$ eine Primzahl, so ist $\Z / p\Z$ ein Körper.
\end{lemma}
\begin{proof}[]
$\Z / p \Z$ ist kommutativer Ring mit 1 (siehe oben).
Zu zeigen: $\forall A \in \Z / p\Z, A \neq \overline{0}$ ist
die $\overline{1}$ im Bild der Abbildung:
\[
A\cdot : \Z / p \Z \to \Z / p \Z, B \mapsto A \cdot B
.\]
Wir zeigen sogar, dass $A \cdot$ surjektiv ist.
Da $\Z / p \Z$ endlich ist, genügt es z.z., dass $A \cdot$ injektiv ist.
Angenommen es gäbe Restklassen $B, C \in \Z / p \Z$ mit
\[
A \cdot B = A \cdot C
.\] Seien $a, b, c \in \Z$ Vertreter.
Wegen $A \neq \overline{0}$ gilt $a$ nicht durch $p$ teilbar.
Wegen $AB = AC$ gilt $ab =- ac$ mod $p \implies p$ teilt $a (b -c)$.
Weil $p$ eine Primzahl ist und $p$ teilt nicht $a$ folgt
$p / (b -c)$, also $b =- c$ mod $p \implies B = C$
\end{proof}
\begin{bem}
Ist $n \in N$ keine Primzahl, so ist $\Z / n \Z$ kein Körper.
\end{bem}
\begin{proof}
Für $n=1$ ist $\Z / n\Z$ der Nullring (kein Körper).
Nun sei $n > 1$ keine Primzahl
$\implies \exists a, b \in \N, 1 < a, b < n$ mit $a b = n$ Für die
Restklassen bedeutet dies: $\overline{a} \neq \overline{0}$,
$\overline{b} \neq \overline{0}$ aber
$\overline{a} \cdot \overline{b} = \overline{a \cdot b} = \overline{n} = \overline{0}$. Wir erhalten Widerspruch zu Lemma 1.15. Also
ist $\Z / n \Z$ kein Körper.
\end{proof}
\begin{definition}[Charakteristik]
Sei $K$ Köper. Die kleinste natürliche Zahl $n$ mit n mal
$1_K + \ldots + 1_K = 0_K$ (in $K$) heißt die
Charakteristik von K.
Notation: char(K).
Gibt es eine solche Zahl $n$ nicht, dann setzt man char(K) = 0.
\end{definition}
\begin{bem}
\begin{enumerate}
\item char(K) $=0$ oder char(K) $\ge 2$ (wegen $0_K \neq 1_K$).
\item \Q, \R, \C haben Charakteristik Null.
\item \Z / p \Z hat die Charakteristik p.
\end{enumerate}
\end{bem}
\begin{satz}
char(K) ist entweder 0 oder Primzahl.
\end{satz}
\begin{proof}
Sei char(K) $\neq 0$, also char(K) $= n \ge 2$.
Wäre $n$ keine Primzahl, so existieren $a, b \in \N, 1 < a ,b < n$
mit $ab = n$. Dann gilt:
\[
(1_K + \ldots + 1_K) \cdot (1_K + \ldots + 1_K)
= (1_K + \ldots + 1_K) = 0
.\] Aus dem Satz vom Nullprodukt folgt $(1_K + \ldots + 1_K)$ = $0_K$
oder $(1_K + \ldots + 1_K) = 0_K$
Das Widerspricht der Minimalität von n.
\end{proof}
\subsection{Homomorphismen}
\begin{definition}
Seien $(G, *_G, e_G)$ und $(H, *_H, e_H)$ Gruppen.
Eine Abbildung $f: G \to H$ heißt Gruppenhomomorphismus wenn für alle
$g, g' \in G$ gilt:
\[
f(g *_G g') = f(g) *_H f(g')
.\]
\end{definition}
\end{document}
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+215
View File
@@ -0,0 +1,215 @@
\documentclass{lecture}
\begin{document}
\begin{aufgabe}
\end{aufgabe}
Sei $G = (G, \cdot, e)$ eine Gruppe. Auf der Potenzmenge $P(G)$ betrachten
wir die Abbildung
\[
(A,B) \to A * B = \{a \cdot b \mid (a, b) \in A \times B\}
.\]
Verknüpfung $*$ ist assoziativ:
\begin{proof}
\begin{align*}
(A * B) * C &= \{a \cdot b \mid (a, b) \in A \times B\} * C \\
&= \{(a \cdot b) \cdot c \mid ((a, b), c) \in (A \times B) \times C\} \\
&= \{a \cdot (b \cdot c) \mid (a, (b, c)) \in A \times (B \times C)\} \\
&= A * \{b \cdot c \mid (b, c) \in B \times C\} \\
&= A * (B * C)
.\end{align*}
\end{proof}
Existenz (links- und rechts-) neutrales Element $E$.
\begin{proof}
Sei $E$ := $\{e\}$ mit $e \in G$ neutrales Element der Gruppe $G$. Dann
sei $A \in P(G)$ beliebig:
\begin{align*}
E * A &= \{e \cdot a | (e, a) \in E \times A\} \\
&= \{ a | (e, a) \in \{e\} \times A\} \\
&= A
.\end{align*}
Da $e$ neutrales Element von $G$ auch rechtsneutral, folgt analog, dass
$E$ auch rechtsneutral ist.
\end{proof}
Eindeutigkeit
\begin{proof}
Seien $E$ und $\overline{E}$ neutrale Elemente, so folgt:
\begin{align*}
\overline{E} = \overline{E} * E = E
.\end{align*}
\end{proof}
Wann gibt es inverse Elemente?
Zu ein-elementigen Mengen $A := \{a\} \in P(G), a \in G$ existieren inverse
Elemente $A^{-1} := \{a^{-1}\} \in P(G), a^{-1} \in G$.
\begin{align*}
A * A^{-1} &= \{a * a^{-1} \mid (a, a^{-1}) \in \{(a, a^{-1})\} \} \\
&= \{e\} \\
&= E
.\end{align*}
Für leere Mengen oder Mengen mit mehr als einem Element existieren keine
inversen Elemente.
\begin{proof}
Leere Mengen mit $*$ verknüpft sind immer leer und ergeben, damit niemals
$E$.
Falls $\#A > 1$: Angenommen $\overline{A}$ erfülle die Eigenschaft, so
folgt:
\begin{align*}
A * \overline{A} &= \{ a \cdot \overline{a} \mid (a, \overline{a}) \in A \times \overline{A}\} \\
&= \{ e = a \cdot \overline{a} \mid (a, \overline{a}) \in A \times \overline{A} \}
.\end{align*}
Das heißt es existieren mehrere inverse Elemente zu dem selben $a \in G$,
was ein Widerspruch zur Eindeutigkeit der inversen Elemente ist.
\end{proof}
Es existiert keine Menge $G$, sodass die $P(G)$ nur aus ein-elementigen Mengen
besteht, da in jeder $P(G)$ die leere Menge liegt, die kein Inverses hat.
\begin{aufgabe}
Es seien $A$, $B$ und $C$ Mengen und $f: A \to B$, $g: B \to C$
Abbildungen zwischen ihnen.
\end{aufgabe}
\textbf{a)}
\begin{proof}
Zu zeigen: $g \circ f$ injektiv $\implies$ $f$ injektiv
Angenommen: $f$ nicht injektiv. Dann existieren
$a_1, a_2 \in A, a_1 \neq a_2$, s.d.
$f(a_1) = f(a_2)$.
$\implies g(a_1) = g(a_2)$. Widerspruch zu $g \circ f$ injektiv.
\end{proof}
\textbf{b)}
\begin{proof}
Zu zeigen: $g \circ f$ surjektiv $\implies$ $g$ surjektiv
Angenommen: $g$ nicht surjektiv. Dann existiert ein $c \in C$ mit
$g^{-1}(c) = \emptyset$. Damit $(g \circ f)^{-1}(c) = \emptyset$.
Widerspruch zu $g \circ f$ surjektiv.
\end{proof}
\textbf{c)}
\begin{proof}
Zu zeigen: Sind $f$ und $g$ bijektiv, so ist auch $g \circ f$ bijektiv
Sei $c \in C$ beliebig, so gilt wegen $g$ bijektiv:
$g^{-1}(\{c\}) = \{b\}, b \in B$. Wegen $f$ bijektiv gilt, dann dass
$f^{-1}(\{b\}) = f^{-1}(g^{-1}(c)) = \{a\}, a \in A$. Damit ist
$f \circ g$ bijektiv.
Zu zeigen: Es gilt $(g \circ f)^{-1} = f^{-1} \circ g^{-1}$
($f^{-1} \circ g^{-1}) \circ (g \circ f)$ muss die Identitätsabbildung $id$
ergeben, damit
$(g \circ f)^{-1}$ Umkehrabbildung von $(g \circ f)^{-1}$ ergibt.
\[
(f^{-1} \circ g^{-1}) \circ (g \circ f)
= (f^{-1} \circ id \circ f^{-1})
= id
.\]
\end{proof}
\begin{aufgabe}
\end{aufgabe}
\textbf{a)} $F_n$ ist weder injektiv noch surjektiv.
Nicht injektiv: $0 \in \N_0$ und $1 \in \N_0$ bilden beide auf $a$ ab.
Nicht surjektiv: Für $a = 0$ sind alle $f(n) = 0$ und damit ist $f^{-1}(1) = \emptyset$.
\textbf{b)} $f_n^{2} = f_{n-1}f_{n+1}+(-1)^{n} \cdot a^2$ $\forall n \in \N$
\begin{proof}[Beweis durch vollständige Induktion]
Induktionsanfang: Für $n=1$ und für $n=2$:
\begin{align*}
&f(1)^2 = a^2 = a \cdot 2 a - a^2 = f(0)f(2) + (-1)^1 \cdot a^2 \\
&f(2)^2 = 4a^2 = a \cdot 3 a + a^2 = f(1)f(3) + (-1)^2 \cdot a^2 \\
.\end{align*}
Induktionsvorraussetzung: Es existiere ein festes aber beliebiges
$n \in \N$ mit
\[
f(n)^2 = f(n-1) f(n+1)+(-1)^{n} \cdot a^2
.\]
Induktionsschritt $n \to n+2$:
Zu zeigen:
\[
f(n+2)^2 = f(n+1) f(n+3) + (-1)^{n+2} \cdot a^2
.\]
\begin{align*}
f(n+2)^2 &= \left( f(n+1) + f(n) \right)^2\\
&= f(n+1)^2 + 2f(n+1)f(n) + f(n)^2 \\
&= f(n+1)^2 + 2f(n+1)f(n) + f(n-1)f(n+1) + (-1)^{n}\cdot a^2\\
&= f(n+1) \left[ f(n+1) + 2f(n)+f(n-1)\right] + (-1)^{n+2} \cdot a^2 \\
&= f(n+1) f(n+3) + (-1)^{n+2} \cdot a^2
.\end{align*}
Von den zwei Induktionsanfängen ausgehend, ergibt sich die Behauptung
für alle $n \in N$.
\end{proof}
\begin{aufgabe}
Sei $f: X \to Y$ Abbildung. Wir definieren die Relation
\[
R = \{(x_1, x_2) \in X \times X \mid f(x_1) = f(x_2)\}
.\]
\end{aufgabe}
\textbf{a)} $R$ ist Äquivalenzrelation auf $X$.
\begin{enumerate}
\item Reflexivität: Sei $a \in X$. Dann ist $a \thicksim a$,
da $f(a) = f(a)$.
\item Symmetrie: Seien $a, b \in X$ und $a \thicksim b$.\\
$\implies f(a) = f(b) \implies f(b) = f(a) \implies b \thicksim a$
\item Transitivität: Seien $a, b, c \in X$ und $a \thicksim b$ und
$b \thicksim c$.\\
$\implies f(a) = f(b) \land f(b) = f(c) \implies f(a) = f(c) \implies a \thicksim c$
\end{enumerate}
\textbf{b)}
Die Abbildung $\overline{f}: X / R \to im(f)$ wird definiert als
\[
\overline{f} := A \mapsto f(a), a \in A
.\]
Zu zeigen: $\overline{f}$ ist bijektiv.
Injektivität: Seien $A,B \in X / R$. Entweder $A = B$, daraus folgt, dass
$\overline{f}(A) = \overline{f}(B)$. oder
$A \neq B \implies A \cap B = \emptyset$, daraus folgt, dass
$\overline{f}(A) \neq \overline{f}(B)$.
Surjektivität: Sei $y$ in $im(f)$, so existiert ein $x \in X$ mit $f(x) = y$.
Dieses x liegt in einer Äquivalenzklasse aus $X/R$.
Damit $\overline{f}^{-1}(y) \neq \emptyset$.
Aus Injektivität und Surjektivität folgt, dass $\overline{f}$ bijektiv ist.
Eindeutigkeit: Die Abbildung $\overline{f}$ ist eindeutig bestimmt, durch
den Zusammenhang
\[
\overline{f} \circ p = f
.\] Da $p$ einem $x$ immer eindeutig genau eine Äquivalenzklasse zuordnet,
nämlich, die jenige Teilmenge $A \in X / R$, deren Elemente alle auf das
selbe $f(x)$ abbilden, muss $\overline{f}$ stets genau der Äquivalenzklasse
$[x]$ ihr gemeinsames Bild $f(x)$ zuordnen, damit die Gleichheit $\overline{f}
\circ p = f$ erfüllt ist.
\end{document}