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\section{Prime Restklassen und der Satz von Euler-Fermat}

\textit{Einleitung: - Besondere Eigenschaften von Restklassenringen bei Primzahlen
- Satz von Euler-Fermat}
\textit{
Einleitung
\begin{itemize}
\item Eigenschaften von $\Z / n \Z$
\item Lösung von Kongruenzen
\item Satz von Euler-Fermat
\end{itemize}
}

\begin{definition}[Nullteiler]
Es sei $R$ ein Ring. Ein Element $x \in R$ heißt ein Nullteiler, wenn es ein $y \in R, y\neq 0$
@@ -28,6 +34,8 @@ $y \in R, y \neq 0$ existiert.}

\begin{definition}[Einheit]
Es sei $R$ ein Ring. Ein Element $x \in R$ heißt eine Einheit, wenn es ein $y \in R$ mit $xy = 1$ gibt.
Bezeichnung: $x^{-1} := y$.
Die Einheiten im Ring $\Z/n\Z$ heißen \underline{prime Restklassen modulo n}.
\textit{also: wenn ein Inverses bezüglich Multiplikation existiert}
\end{definition}

@@ -49,15 +57,15 @@ $y \in R, y \neq 0$ existiert.}
Insbesondere gibt es für jedes $x \in R^{\times }$ genau ein $y \in R^{\times }$ mit
$xy = 1$. Dieses Element bezeichnen wir mit $x^{-1}$ und nennen es das
(multiplikativ) Inverse zu $x$.

Die Gruppe $(\Z / n \Z)^{\times}$ wird als \underline{prime Restklassengruppe modulo n} bezeichnet.
\item Ist $x \in R^{\times }$, dann ist $x$ kein Nullteiler.
\label{lemma:einheitengruppe:nullteiler}
\item Falls $R$ endlich ist, dann gilt auch die Umkehrung von (b): Ist $x \in R$ kein Nullteiler,
dann ist $x$ eine Einheit.
\end{enumerate}
\textit{Insbesondere gilt im Fall $R = \Z / n \Z$ , $n \in \N$, für $\overline{x} \in R$, dass $\overline{x}$
genau dann eine Einheit ist, wenn $\overline{x}$ kein Nullteiler ist.} Die Einheiten im
Ring $\Z / n \Z$ nennt man prime Restklassen modulo n, die Gruppe $(\Z / n \Z)^{\times }$
dementsprechend die Gruppe der primen Restklassen modulo n.
genau dann eine Einheit ist, wenn $\overline{x}$ kein Nullteiler ist.}
\end{lemma}

\begin{proof}
@@ -127,8 +135,9 @@ $y \in R, y \neq 0$ existiert.}
insbesondere ist $\Z / n \Z$ nicht nullteilerfrei.
\end{proof}

\textit{Anmerkung: Den erweiterten euklidischen Algorithmus verwenden wir noch weiter um die Einheiten
im Ring $\Z / n \Z$ zu charakterisieren.}
\textit{Anmerkung: Letzte Woche haben wir bereits Kongruenzrelationen in $\Z$ kennengelernt, heute:
lernen Kongruenzen zu lösen. Frage: Wann hat eine Kongruenz eine Lösung in $\Z$?}
\vspace{5mm}

\begin{lemma}
Es seien $a$, $b \in \Z$, $n \in \N$. Dann sind äquivalent:
@@ -158,6 +167,22 @@ im Ring $\Z / n \Z$ zu charakterisieren.}
\] und damit die Behauptung zeigt.
\end{proof}

\begin{bsp}
%\begin{enumerate}[(a)]
%\item Die Kongruenz $15x \equiv 7$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $ggT(15,21) = 3 \nmid 7$ keine
% Lösung.
%\item
Die Kongruenz $15x \equiv 6$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $\text{ggT}(15,21) = 3 \mid 6$ eine Lösung.
Der erweiterte Euklidische Algorithmus ergibt
\[
\text{ggT}(15, 21) = 3 = 3 \cdot 15 + (-2) \cdot 21
.\] Damit folgt \textit{wie im Beweis durch Multiplikation mit 2}
\[
6 = 6 \cdot 15 + (-4) \cdot 21 \equiv 15 \cdot 6 \quad (\text{mod } 21)
\] d.h. $x = 6$ ist eine Lösung der Kongruenz.
%\end{enumerate}
\end{bsp}

\begin{korrolar}
Es sei $a \in \Z, n \in \N$. Dann sind äquivalent
\begin{enumerate}[(i)]
@@ -172,25 +197,18 @@ im Ring $\Z / n \Z$ zu charakterisieren.}
$\overline{a} \cdot \overline{x} = \overline{1}$ in $\Z / n \Z$, welche
genau dann lösbar ist, wenn $\overline{x}$ eine Einheit in $\Z / n \Z$ ist.

(i) $\iff$ (iii): $\text{ggT}(a,n) = 1 \iff \text{ggT}(a,n) \mid 1$. Folgt mit $b = 1$ aus
(i) $\iff$ (iii): $\text{ggT}(a,n) = 1 \iff \text{ggT}(a,n) \mid 1$.
\textit{Anmerkung: Hinrichtung klar, Rückrichtung: $\text{ggT}(a,n) \mid 1$ heißt,
1 ist ein Vielfaches des $\text{ggT}(a,n)$, d.h.
der $\text{ggT}(a,n)$ ist bereits 1}. Folgt mit $b = 1$ aus
\ref{lemma:kongruenz}.

\textit{Hier wird klar, warum die Einheiten in $\Z / n \Z$ prime Restklassen heißen:
teilerfremd wird auch als relativ prim bezeichnet.}
\end{proof}

\begin{bsp}
%\begin{enumerate}[(a)]
%\item Die Kongruenz $15x \equiv 7$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $ggT(15,21) = 3 \nmid 7$ keine
% Lösung.
%\item
Die Kongruenz $15x \equiv 6$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $\text{ggT}(15,21) = 3 \mid 6$ eine Lösung.
Der erweiterte Euklidische Algorithmus ergibt
\[
\text{ggT}(15, 21) = 3 = 3 \cdot 15 + (-2) \cdot 21
.\] Damit folgt \textit{wie im Beweis durch Multiplikation mit 2}
\[
6 = 6 \cdot 15 + (-4) \cdot 21 \equiv 15 \cdot 6 \quad (\text{mod } 21)
\] d.h. $x = 6$ ist eine Lösung der Kongruenz.
%\end{enumerate}
\end{bsp}
\textit{Frage: Wie können große Potenzen modulo n vereinfacht werden? Dazu wird Satz v. Euler-Fermat
helfen, dafür brauchen wir aber noch ein paar Definitionen}

\begin{definition}[Ordnung]
Es sei $G$ eine endliche Gruppe. Die Ordnung von $G$ (Notation: $|G|$) ist definiert als die Anzahl
@@ -265,13 +283,27 @@ Notation für Gruppen: Verknüpfung multiplikativ und neutrales Element ist $1$.
\end{proof}

\begin{bsp}
Es ist $3^{19} \equiv 10$ $(\text{mod } 17)$, denn $\overline{3} \in (\Z / 17 \Z)^{\times}$ und
\[
3^{16} = 3^{\varphi(17)} \qquad\qquad \stackrel{\text{Satz v. Euler-Fermat}}{\equiv} \qquad \qquad 1 \quad (\text{mod } 17)
.\] Damit folgt
\[
3^{19} = 3^{3} \cdot 3^{16} = 27 \cdot 1 \equiv 10 \quad (\text{mod } 17)
.\]
\begin{enumerate}[(1)]
\item Es ist $3^{19} \equiv 10$ $(\text{mod } 17)$, denn $\overline{3} \in (\Z / 17 \Z)^{\times}$ und
\[
3^{16} = 3^{\varphi(17)} \qquad\qquad \stackrel{\text{Satz v. Euler-Fermat}}{\equiv} \qquad \qquad 1 \quad (\text{mod } 17)
.\] Damit folgt
\[
3^{19} = 3^{3} \cdot 3^{16} \equiv 27 \cdot 1 \equiv 10 \quad (\text{mod } 17)
.\]
\item Was ist die letzte Dezimalstelle von $7^{222}$? Also welche Zahl ist
$7^{222}$ kongruent modulo 10?

Zunächst $\varphi(10) = 4$. Und $\text{ggT}(7,10) = 1$. Dann folgt
\[
7^{4} = 7^{\varphi(10)} \qquad\qquad \stackrel{\text{Satz v. Euler-Fermat}}{\equiv}
\qquad \qquad 1 \quad (\text{mod } 10)
.\] Dann teile $222$ durch $4$ mit Rest. Damit
\[
7^{222} = 7^{4 \cdot 55 + 2} = (7^{4})^{55} \cdot 7^{2} \equiv 1^{55} \cdot 7^{2}
\equiv 49 \equiv 9 \quad (\text{mod } 10)
.\]
\end{enumerate}
\end{bsp}

\begin{korrolar}[Kleiner Satz von Fermat]


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