| @@ -1321,39 +1321,71 @@ und insbesondere die folgenden Ergebnisse: | |||||
| \subsection{Existenz von K-projektiven und K-injektiven Auflösungen} | \subsection{Existenz von K-projektiven und K-injektiven Auflösungen} | ||||
| \subsubsection{Linksauflösungen} | |||||
| Das Ziel dieses Abschnittes ist es nun Satz \ref{satz:r-mod-existence-k-proj-and-k-inj-resolutions} | |||||
| zu beweisen. Dazu verallgemeinern wir zunächst die Begriffe K-injektive und K-projektive Auflösungen: | |||||
| \begin{definition}[Auflösungen] | |||||
| Sei $\com{X} \in \mathcal{K}$ und $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen aus $\mathcal{K}$. Dann | |||||
| ist eine $\mathcal{J}$-Linksauflösung ein Quasiisomorphismus $\com{J} \to \com{X} $ | |||||
| mit $\com{J} \in \mathcal{J}$. Analog ist eine $\mathcal{J}$-Rechtsauflösung | |||||
| ein Quasiisomorphismus $\com{X} \to \com{J} $ mit $\com{J} \in \mathcal{J}$. | |||||
| \end{definition} | |||||
| Sei $\mathcal{P}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{K}$. Die folgenden Bedingungen an $\mathcal{P}$ sind | |||||
| äquivalent: | |||||
| \subsubsection{Linksauflösungen} | |||||
| % TODO: wirklich notwendig die beschränkung nach oben?? | |||||
| \begin{enumerate}[(1)] | |||||
| \item Jeder nach oben beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ hat eine Auflösung $\com{P} \to \com{A} $ | |||||
| nach links mit $\com{P} \in \mathcal{P}$ und $\com{P} $ nach oben beschränkt. | |||||
| \item Für alle $\com{A} \in \mathcal{K} $ und $n \in \Z$, existiert ein $\com{P} \in \mathcal{P}$ mit | |||||
| $H^{i}(\com{P}) = 0$ für $i > n$ und ein Komplexhomomorphismus $f\colon \com{P} \to \com{A} $, der | |||||
| einen Isomorphismus $H^{i}(\com{P}) \to H^{i}(\com{A})$ induziert für $i \le n$. | |||||
| Sei $\mathcal{P}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{K}$, die folgender Bedingung genügt: | |||||
| \begin{enumerate}[(L1)] | |||||
| \item Jeder nach oben beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ hat eine | |||||
| Linksauflösung $\com{P} \to \com{A} $ durch einen nach oben beschränkten | |||||
| Komplex $\com{P} \in \mathcal{P}$. | |||||
| \end{enumerate} | \end{enumerate} | ||||
| \begin{proof} | |||||
| (1) $\implies$ (2): Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$ und $n \in \Z$. Dann ist $\tau_{\le n} \com{A}$ nach oben | |||||
| beschränkt, also existiert ein $\com{P} \in \mathcal{P}$ und ein Quasiisomorphismus $s\colon \com{P} \to \tau_{\le n}\com{A}$. Durch Komposition mit dem natürlichen Komplexhomomorphismus $\tau_{\le n}\com{A} \to \com{A}$ erhalten wir | |||||
| ein $f\colon \com{P} \to \com{A} $. | |||||
| Für $i > n$ ist nun $H^{i}(\com{P}) = H^{i}(\tau_{\le n}\com{A}) = 0 $. Für $i \le n$ ist | |||||
| $H^{i}(\tau_{\le n}\com{A}) = H^{i}(\com{A})$, also induziert $f$ den gewünschten Isomorphismus. | |||||
| (2) $\implies$ (1): Sei $\com{A} \in \mathcal{K}^{-}$. Ohne Einschränkung ist $A^{i} = 0$ für alle $i > 0$. Dann | |||||
| existiert für $n = 0$ ein $f\colon \com{P} \to \com{A} $ mit $\com{P} \in \mathcal{P}$ und $f$ induziert | |||||
| $H^{i}(\com{P}) \xrightarrow[\sim]{0 = H^{i}(f)} 0 = H^{i}(\com{A})$ für $i > 0$ und | |||||
| $H^{i}(\com{P})\xrightarrow[\sim]{H^{i}(f)} H^{i}(\com{A})$ für $i \le 0$. Also ist $f$ ein Quasiisomorphismus. | |||||
| \end{proof} | |||||
| % TODO: beschränktheit notwendig | |||||
| %\begin{lemma}[] | |||||
| % Die folgenden Bedingungen an $\mathcal{P}$ sind äquivalent: | |||||
| % \begin{enumerate}[(i)] | |||||
| % %\item Jeder nach oben beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ | |||||
| % % hat eine $\mathcal{P}$-Linksauflösung. | |||||
| % \item Jeder nach oben beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ hat eine | |||||
| % Linksauflösung $\com{P} \to \com{A} $ durch einen nach oben beschränkten | |||||
| % Komplex $\com{P} \in \mathcal{P}$. | |||||
| % \item Für alle $\com{A} \in \mathcal{K} $ und $n \in \Z$, existiert ein $\com{P} \in \mathcal{P}$ mit | |||||
| % $H^{i}(\com{P}) = 0$ für $i > n$ und ein Komplexhomomorphismus $f\colon \com{P} \to \com{A} $, der | |||||
| % einen Isomorphismus $H^{i}(\com{P}) \to H^{i}(\com{A})$ induziert für $i \le n$. | |||||
| % \end{enumerate} | |||||
| % \label{lemma:class-compl-cond} | |||||
| %\end{lemma} | |||||
| Im Folgenden nehmen wir an, dass $\mathcal{P}$ die Eigenschaft (1) erfüllt. | |||||
| %\begin{proof} | |||||
| % (ii) $\implies$ (i): | |||||
| % Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$ nach oben beschränkt. | |||||
| % Ohne Einschränkung ist $A^{i} = 0$ für alle $i > 0$. | |||||
| % Wähle $n= 0$ in (iii). Dann existiert ein $f\colon \com{P'} \to \com{A} $ mit | |||||
| % $\com{P'} \in \mathcal{P}$ und $f$ induziert | |||||
| % $H^{i}(\com{P}) \xrightarrow[\sim]{0 = H^{i}(f)} 0 = H^{i}(\com{A})$ für $i > 0$ und | |||||
| % $H^{i}(\com{P})\xrightarrow[\sim]{H^{i}(f)} H^{i}(\com{A})$ für $i \le 0$. Also ist | |||||
| % $f$ ein Quasiisomorphismus. | |||||
| % | |||||
| % (i) $\implies$ (ii): | |||||
| % Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$ und $n \in \Z$. | |||||
| % Dann ist $\tau_{\le n} \com{A}$ nach oben beschränkt, also existiert | |||||
| % ein $\com{P} \in \mathcal{P}$ und ein Quasiisomorphismus | |||||
| % $s\colon \com{P} \to \tau_{\le n}\com{A}$. Durch Komposition mit dem natürlichen | |||||
| % Komplexhomomorphismus $\tau_{\le n}\com{A} \to \com{A}$ erhalten | |||||
| % wir ein $f\colon \com{P} \to \com{A} $. Für $i > n$ ist nun | |||||
| % $H^{i}(\com{P}) = H^{i}(\tau_{\le n}\com{A}) = 0 $. Für $i \le n$ ist | |||||
| % $H^{i}(\tau_{\le n}\com{A}) = H^{i}(\com{A})$, also induziert $f$ den gewünschten Isomorphismus. | |||||
| %\end{proof} | |||||
| \begin{bsp}[] | |||||
| Falls $\mathcal{A}$ genügend Projektive hat, können wir $\mathcal{P}$ als die Klasse der nach oben beschränkten | |||||
| Komplexe | |||||
| $\com{P} \in \mathcal{K}$ mit $P^{i}$ projektiv für alle $i \in \Z$ wählen. | |||||
| \begin{bsp} | |||||
| Falls $\mathcal{A}$ genügend Projektive hat, können wir $\mathcal{P}$ als | |||||
| die Klasse | |||||
| der nach oben beschränkten Komplexe $\com{P} \in \mathcal{K}$ mit $P^{i}$ | |||||
| projektiv für alle $i \in \Z$ wählen. | |||||
| %Sei $\mathcal{P}$ die Klasse | |||||
| %der nach oben beschränkten Komplexe $\com{P} \in \mathcal{K}$ mit $P^{i}$ | |||||
| %projektiv für alle $i \in \Z$. Falls $\mathcal{A}$ genügend Projektive hat, erfüllt | |||||
| %$\mathcal{P}$ die äquivalenten Bedingungen aus \ref{lemma:class-compl-cond}. | |||||
| Ein solches $\com{P}$ ist K-projektiv, denn: Für alle eingradigen Komplexe $\com{Q}$ mit | Ein solches $\com{P}$ ist K-projektiv, denn: Für alle eingradigen Komplexe $\com{Q}$ mit | ||||
| $Q^{i}$ projektiv für alle $i \in \Z$ ist $\com{Q} $ nach \ref{satz:single-degree-compl-k-proj} K-projektiv. Da | $Q^{i}$ projektiv für alle $i \in \Z$ ist $\com{Q} $ nach \ref{satz:single-degree-compl-k-proj} K-projektiv. Da | ||||
| @@ -1367,35 +1399,36 @@ Im Folgenden nehmen wir an, dass $\mathcal{P}$ die Eigenschaft (1) erfüllt. | |||||
| \label{bsp:bounded-above-projectives} | \label{bsp:bounded-above-projectives} | ||||
| \end{bsp} | \end{bsp} | ||||
| Unser Ziel ist nun für einen gegebenen Komplex $\com{A}$ eine Auflösung nach Links durch einen Komplex | |||||
| aus $\mathcal{P}$ zu konstruieren. Dazu schneiden wir den Komplex nach oben ab und lösen schrittweise auf. Das | |||||
| folgende Lemma führt diese Konstruktion aus. | |||||
| \begin{lemma} | \begin{lemma} | ||||
| Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$. Dann existiert ein $\mathcal{P}$-spezielles direktes System $(\com{P}_n)_{n\ge -1}$ und | |||||
| Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$. Dann existiert ein $\mathcal{P}$-spezielles direktes System $(\com{P}_n)_{n \in \N}$ und | |||||
| ein direktes System von Kettenhomomorphismen $f_n \colon \com{P}_n \to \tau_{\le n}\com{A}$, sodass | ein direktes System von Kettenhomomorphismen $f_n \colon \com{P}_n \to \tau_{\le n}\com{A}$, sodass | ||||
| $f_n$ ein Quasiisomorphismus ist für alle $n \ge 0$. | |||||
| $f_n$ ein Quasiisomorphismus ist für alle $n \ge 2$. | |||||
| \label{lemma:constr-dir-system} | \label{lemma:constr-dir-system} | ||||
| \end{lemma} | \end{lemma} | ||||
| \begin{proof} | \begin{proof} | ||||
| Wir gehen induktiv vor. Setze $\com{P}_{-1} = 0$ und $f_{-1} = 0$. Nach (1) existiert ein Quasiisomorphismus | |||||
| $f_0 \colon \com{P}_0 \to \tau_{\le 0}\com{A} $ mit $\com{P}_0 \in \mathcal{P}$. | |||||
| Sei nun $n \ge 1$ und seien $\com{P}_{-1}, \ldots, \com{P}_{n-1}$ und $f_{-1}, \ldots, f_{n-1}$ konstruiert mit $\com{P}_i \in \mathcal{K}^{-}$. Dann | |||||
| setze $\com{P} = \com{P}_{n-1}$, $\com{B} = \tau_{\le n} \com{A} $. Es sei | |||||
| Wir gehen induktiv vor. Setze $\com{P}_{1} = 0$ und $f_{1} = 0$. | |||||
| Nach (L1) existiert ein Quasiisomorphismus | |||||
| $f_2 \colon \com{P}_2 \to \tau_{\le 2}\com{A}$, wobei $\com{P}_2 \in \mathcal{P}$ | |||||
| nach oben beschränkt ist. | |||||
| Sei nun $n \ge 3$ und seien $\com{P}_{1}, \ldots, \com{P}_{n-1}$ und $f_{1}, \ldots, f_{n-1}$ | |||||
| konstruiert mit $\com{P}_i$ nach oben beschränkt. Dann | |||||
| setze $\com{P} = \com{P}_{n-1}$ und $\com{B} = \tau_{\le n} \com{A} $. Es sei | |||||
| $a_{n-1}\colon \tau_{\le n-1}\com{A} \to \tau_{\le n} \com{A} $ der natürliche Komplexhomomorphismus | $a_{n-1}\colon \tau_{\le n-1}\com{A} \to \tau_{\le n} \com{A} $ der natürliche Komplexhomomorphismus | ||||
| und $f = a_{n-1}f_{n-1}\colon \com{P} \to \com{B}$. Es gilt dann | und $f = a_{n-1}f_{n-1}\colon \com{P} \to \com{B}$. Es gilt dann | ||||
| \begin{equation} | \begin{equation} | ||||
| f d_P = d_B f | f d_P = d_B f | ||||
| \label{eq:f-comp-hom} | \label{eq:f-comp-hom} | ||||
| \end{equation} | \end{equation} | ||||
| Da $\com{B} = \tau_{\le n}\com{A}$ und $\com{P} $ nach oben beschränkt sind und | |||||
| $C_f^{i} = P^{i+1} \oplus B^{i}$, existiert mit (1) ein Quasiisomorphismus | |||||
| $g\colon \com{Q} \to \com{C}_f[-1] $ mit $\com{Q}[1] \in \mathcal{P}$ und | |||||
| $\com{Q} $ nach oben beschränkt. Da gradweise | |||||
| $C_f^{i}[-1] = P^{i} \oplus B^{i-1}$ ist $g = (g_i)_{i \in \Z}$ ist $g$ gradweise | |||||
| gegeben durch $g'_i\colon Q^{i} \to P^{i} $ und $g''_i\colon Q^{i} \to B^{i-1}$. | |||||
| Da $\com{B}$ und $\com{P} $ nach oben beschränkt sind und | |||||
| $C_f^{i} = P^{i+1} \oplus B^{i}$, ist $\com{C}_f$ auch nach oben beschränkt. | |||||
| Also existiert mit (L1) ein Quasiisomorphismus | |||||
| $g\colon \com{Q} \to \com{C}_f[-1]$ mit $\com{Q}[1] \in \mathcal{P}$ und | |||||
| $\com{Q} $ nach oben beschränkt. Da | |||||
| $C_f^{i}[-1] = P^{i} \oplus B^{i-1}$ für $i \in \Z$, ist $g$ gradweise | |||||
| gegeben durch Morphismen $g'_i\colon Q^{i} \to P^{i} $ und $g''_i\colon Q^{i} \to B^{i-1}$ | |||||
| in $\mathcal{A}$. | |||||
| Betrachte für $i \in \Z$ das folgende kommutative Diagramm: | Betrachte für $i \in \Z$ das folgende kommutative Diagramm: | ||||
| \begin{equation} | \begin{equation} | ||||
| @@ -1413,7 +1446,7 @@ folgende Lemma führt diese Konstruktion aus. | |||||
| \intertext{Also folgt} | \intertext{Also folgt} | ||||
| d_{C_f}[-1] &= - d_{C_f} = \begin{pmatrix} -d_{P}[1] & 0 \\ -f[1] & -d_{B} \end{pmatrix} | d_{C_f}[-1] &= - d_{C_f} = \begin{pmatrix} -d_{P}[1] & 0 \\ -f[1] & -d_{B} \end{pmatrix} | ||||
| .\end{align*} | .\end{align*} | ||||
| Auswerten von \eqref{eq:1} in beiden Summanden liefert nun | |||||
| Auswerten der Kommutativität von \eqref{eq:1} in beiden Summanden liefert nun | |||||
| \begin{align} | \begin{align} | ||||
| d_P g' &= g' d_Q \label{eq:g'-comp-hom} \\ | d_P g' &= g' d_Q \label{eq:g'-comp-hom} \\ | ||||
| g''d_Q &= -fg' - d_Bg'' \label{eq:g''} | g''d_Q &= -fg' - d_Bg'' \label{eq:g''} | ||||
| @@ -1448,7 +1481,7 @@ folgende Lemma führt diese Konstruktion aus. | |||||
| \end{pmatrix} \\ | \end{pmatrix} \\ | ||||
| &= d_B h | &= d_B h | ||||
| .\end{salign*} | .\end{salign*} | ||||
| Also ist $h$ Komplexhomomorphismus. Bleibt zu zeigen, dass $h$ ein Quasiisomorphismus | |||||
| Also ist $h$ ein Komplexhomomorphismus. Bleibt zu zeigen, dass $h$ ein Quasiisomorphismus | |||||
| ist. Dafür genügt es nach \ref{mapping-cone-exact-for-qis} zu zeigen, dass $\com{C}_h$ | ist. Dafür genügt es nach \ref{mapping-cone-exact-for-qis} zu zeigen, dass $\com{C}_h$ | ||||
| exakt ist. Behauptung: $\com{C}_h = \com{C}_{-g}[1]$. | exakt ist. Behauptung: $\com{C}_h = \com{C}_{-g}[1]$. | ||||
| @@ -1511,7 +1544,7 @@ folgende Lemma führt diese Konstruktion aus. | |||||
| & Q^{i+1} \arrow{r} & 0 | & Q^{i+1} \arrow{r} & 0 | ||||
| \end{tikzcd} | \end{tikzcd} | ||||
| .\] | .\] | ||||
| Also ist $(\com{P}_n)_{n \ge -1}$ ein $\mathcal{P}$-spezielles direktes System. | |||||
| Also ist $(\com{P}_n)_{n \in \N}$ ein $\mathcal{P}$-spezielles direktes System. | |||||
| Außerdem ist nach Definition von $h$: $f_n p_{n-1} = h p_{n-1} = f = a_{n-1} f_{n-1}$, | Außerdem ist nach Definition von $h$: $f_n p_{n-1} = h p_{n-1} = f = a_{n-1} f_{n-1}$, | ||||
| also kommutiert | also kommutiert | ||||
| \[ | \[ | ||||
| @@ -1520,7 +1553,7 @@ folgende Lemma führt diese Konstruktion aus. | |||||
| & \com{P}_{n} \arrow{d}{f_n = h} \\ | & \com{P}_{n} \arrow{d}{f_n = h} \\ | ||||
| \tau_{\le n-1}\com{A} \arrow{r}{a_{n-1}} & \tau_{\le n}\com{A} | \tau_{\le n-1}\com{A} \arrow{r}{a_{n-1}} & \tau_{\le n}\com{A} | ||||
| \end{tikzcd} | \end{tikzcd} | ||||
| \] und $(f_n)_{n \ge -1}$ ist ein direktes System. | |||||
| \] und $(f_n)_{n \in \N}$ ist ein direktes System. | |||||
| \end{proof} | \end{proof} | ||||
| Dieses Lemma können wir nun anwenden, um das zentrale Ergebnis zu zeigen: | Dieses Lemma können wir nun anwenden, um das zentrale Ergebnis zu zeigen: | ||||
| @@ -1528,7 +1561,6 @@ Dieses Lemma können wir nun anwenden, um das zentrale Ergebnis zu zeigen: | |||||
| \begin{satz} | \begin{satz} | ||||
| Angenommen direkte Colimites existieren in $\mathcal{A}$ und | Angenommen direkte Colimites existieren in $\mathcal{A}$ und | ||||
| $\colim$ ist exakt. | $\colim$ ist exakt. | ||||
| Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine | Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine | ||||
| $\underset{\rightarrow}{\mathcal{P}}$-Linksauflösung. | $\underset{\rightarrow}{\mathcal{P}}$-Linksauflösung. | ||||
| @@ -1555,7 +1587,6 @@ Dieses Lemma können wir nun anwenden, um das zentrale Ergebnis zu zeigen: | |||||
| \begin{korollar}[] | \begin{korollar}[] | ||||
| Angenommen direkte Colimites existieren in $\mathcal{A}$ und | Angenommen direkte Colimites existieren in $\mathcal{A}$ und | ||||
| $\colim$ ist exakt. | $\colim$ ist exakt. | ||||
| Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine K-projektive Linksauflösung. | Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine K-projektive Linksauflösung. | ||||
| \label{satz:existence-k-proj-resolution} | \label{satz:existence-k-proj-resolution} | ||||
| \end{korollar} | \end{korollar} | ||||
| @@ -1567,18 +1598,18 @@ Dieses Lemma können wir nun anwenden, um das zentrale Ergebnis zu zeigen: | |||||
| \subsubsection{Rechtsauflösungen} | \subsubsection{Rechtsauflösungen} | ||||
| Sei $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{K}$. Im Folgenden nehmen wir an, | |||||
| dass $\mathcal{J}$ die folgende Eigenschaft erfüllt: | |||||
| Sei $\mathcal{I}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{K}$. Im Folgenden nehmen wir an, | |||||
| dass $\mathcal{I}$ die folgende Eigenschaft erfüllt: | |||||
| \begin{enumerate}[(1)] | \begin{enumerate}[(1)] | ||||
| \item Jeder nach unten beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ hat eine | \item Jeder nach unten beschränkte Komplex $\com{A} \in \mathcal{K}$ hat eine | ||||
| Auflösung $\com{A} \to \com{I} $ nach rechts mit $\com{I} \in \mathcal{J}$ und | |||||
| Auflösung $\com{A} \to \com{I} $ nach rechts mit $\com{I} \in \mathcal{I}$ und | |||||
| $\com{I}$ nach unten beschränkt. | $\com{I}$ nach unten beschränkt. | ||||
| \end{enumerate} | \end{enumerate} | ||||
| \begin{bsp} | \begin{bsp} | ||||
| Falls $\mathcal{A}$ genügend Injektive hat, können wir dual zu Beispiel | Falls $\mathcal{A}$ genügend Injektive hat, können wir dual zu Beispiel | ||||
| \ref{bsp:bounded-above-projectives} $\mathcal{J}$ als die Klasse | |||||
| \ref{bsp:bounded-above-projectives} $\mathcal{I}$ als die Klasse | |||||
| der nach unten beschränkten Komplexe mit in $\mathcal{A}$ injektiven Objekten wählen. | der nach unten beschränkten Komplexe mit in $\mathcal{A}$ injektiven Objekten wählen. | ||||
| \end{bsp} | \end{bsp} | ||||
| @@ -1586,7 +1617,7 @@ Durch Umdrehen der Pfeile erhalten wir die duale Aussagen von | |||||
| \ref{lemma:constr-dir-system} und \ref{satz:existence-left-resolutions}: | \ref{lemma:constr-dir-system} und \ref{satz:existence-left-resolutions}: | ||||
| \begin{lemma}[] | \begin{lemma}[] | ||||
| Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$. Dann existiert ein $\mathcal{J}$-spezielles | |||||
| Sei $\com{A} \in \mathcal{K}$. Dann existiert ein $\mathcal{I}$-spezielles | |||||
| inverses System $(\com{I}_n)_{n \ge -1}$ und ein inverses System von | inverses System $(\com{I}_n)_{n \ge -1}$ und ein inverses System von | ||||
| Kettenhomomorphismen $f_n\colon \tau^{\ge-n}\com{A} \to \com{I}_n$, sodass | Kettenhomomorphismen $f_n\colon \tau^{\ge-n}\com{A} \to \com{I}_n$, sodass | ||||
| $f_n$ ein Quasiisomorphismus ist. | $f_n$ ein Quasiisomorphismus ist. | ||||
| @@ -1596,7 +1627,6 @@ Durch Umdrehen der Pfeile erhalten wir die duale Aussagen von | |||||
| \begin{satz}[] | \begin{satz}[] | ||||
| Angenommen inverse Limites existieren in $\mathcal{A}$ und | Angenommen inverse Limites existieren in $\mathcal{A}$ und | ||||
| $\lim$ ist exakt. | $\lim$ ist exakt. | ||||
| Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine | Dann hat jeder Komplex in $\mathcal{K}$ eine | ||||
| $\underset{\rightarrow}{\mathcal{P}}$-Rechtsauflösung. | $\underset{\rightarrow}{\mathcal{P}}$-Rechtsauflösung. | ||||
| @@ -1605,7 +1635,7 @@ Durch Umdrehen der Pfeile erhalten wir die duale Aussagen von | |||||
| \begin{bem} | \begin{bem} | ||||
| Leider findet \ref{satz:existence-right-resolutions} in $\mathcal{A} = R\text{-Mod}$ für | Leider findet \ref{satz:existence-right-resolutions} in $\mathcal{A} = R\text{-Mod}$ für | ||||
| $R$ ein Ring keine Anwendung, da hier $\lim$ nicht exakt ist. | |||||
| einen Ring $R$ keine Anwendung, da hier $\lim$ nicht exakt ist. | |||||
| Diese Voraussetzung wird jedoch nur verwendet, um zu zeigen, dass | Diese Voraussetzung wird jedoch nur verwendet, um zu zeigen, dass | ||||
| $f = \lim f_n\colon \com{A} \to \lim \com{I}_n$ ein Quasiisomorphismus ist. | $f = \lim f_n\colon \com{A} \to \lim \com{I}_n$ ein Quasiisomorphismus ist. | ||||
| @@ -1701,6 +1731,10 @@ Durch Umdrehen der Pfeile erhalten wir die duale Aussagen von | |||||
| $n=N$ liefert nun, dass $H^{i}(f)$ ein Isomorphismus ist. | $n=N$ liefert nun, dass $H^{i}(f)$ ein Isomorphismus ist. | ||||
| \end{proof} | \end{proof} | ||||
| \begin{bem}[] | |||||
| Damit ist \ref{satz:r-mod-existence-k-proj-and-k-inj-resolutions} bewiesen. | |||||
| \end{bem} | |||||
| \newpage | \newpage | ||||
| \section{Adjunktion von abgeleitetem Hom und Tensorprodukt} | \section{Adjunktion von abgeleitetem Hom und Tensorprodukt} | ||||