\documentclass{../../../lecture} \usepackage{enumerate} \begin{document} \begin{aufgabe} Algorithmische Komplexität \begin{enumerate}[a)] \item Laufzeiten der verschiedenen algorithmischen Komplexitäten $f(n)$ für $2n$ in Abhängigkeit von der Ausgangslaufzeit für $n$. \begin{tabular}{|l|l|l|l|} \hline $f(n)$ & 4 Sekunden & 10 Sekunden & 100 Sekunden \\ \hline $\text{ld}(2n)$ & 5s & 11s & 101s \\ \hline $2n$ & 8s & 20s & 200s \\ \hline $2n \text{ ld}(2n)$ & 13,49s & 29,13s & 244,64s\\ \hline $(2n)^{3}$ & 32s & 80s & 800s \\ \hline $2^{2n}$ & 16s & 100s & 10000s\\ \hline \end{tabular} \item \begin{enumerate}[1.] \item $1$ \item $\log \log n$ \item $\log n$ \item $n^{\epsilon}$ \item $n^{c}$ \item $n^{\log n}$ \item $c^{n}$ \item $n^{n}$ \item $c^{\left( c^{n} \right) }$ \end{enumerate} \item Beweisen Sie folgende Behauptungen \begin{enumerate} \item $x^{a} = O(x^{b}) \iff a -b \le 0$ \begin{proof} Seien $a, b, x \in \R$ mit $x > 1 $ Zu zeigen: $\exists c \in \R$: $x^{a} \le c x^{b} \iff a \le b$ Wegen $x > 1$ ist $\ln(x) > 0$ und $\ln(x)$ streng monoton steigend, wähle $c \ge 1$, dann folgt: \begin{align*} &a \le b \\ \iff &\ln(x) \cdot a \le \ln(x) \cdot b \le \ln(c) + \ln(x) \cdot b \\ \iff &\ln(x^{a}) \le \ln(c\cdot b^{x})\\ \iff & x^{a} \le c x^{b} .\end{align*} \end{proof} \item $\log_a(x) = \Theta(\log_b(x))$ $\forall a, b \in \R^{+}$ \begin{proof} Seien $a, b, x \in \R^{+}$. Zu zeigen: $\exists c \in \R$: $\log_a(x) = c \cdot \log_b(x)$. \begin{align*} &\log_a(x) = \log_a(x) \\ \implies & \log_a(x) = \log_a(b) \cdot \frac{\log_a(x)}{\log_a(b)} \\ \implies & \log_a(x) = \log_a(b) \cdot \log_b(x) .\end{align*} Mit $c := \log_a(b)$ folgt damit: \[ \log_a(x) = c \cdot \log_b(x) .\] \end{proof} \item $a^{x} = O(b^{x}) \iff 0 \le a \le b$ \begin{proof} Seien $a, b, x \in \R$ mit $x \ge 0$ Zu zeigen: $\exists c \in \R$: $a^{x} \le c b^{x} \iff 0 \le a \le b$ \begin{align*} &0 \le a \le b \\ \iff &a^{x} \le b^{x} \le b^{x+1} = b \cdot b^{x} .\end{align*} Mit $c := b$ folgt damit: \[ a^{x} \le c \cdot b^{x} \iff 0 \le a \le b .\] \end{proof} \end{enumerate} \end{enumerate} \end{aufgabe} \begin{aufgabe} Klassischer Euklidischer Algorithmus Sei $a, b \in \N_0, a+b > 0$ gegeben. \[ \text{ggT}(a, b) = \begin{cases} a & b =0 \\ \text{ggT}(b,a) & a < b \\ \text{ggT}(a - b, b) & a \ge b \\ \end{cases} .\] \begin{enumerate} \item Für $a \ge b > 0$ gilt: \[ \text{ggT}(a,b) = \text{ggT}(a -b, b) .\] \begin{proof} Wegen $b \neq 0$ und $a \ge b$ folgt nach Definition: \[ \text{ggT}(a, b) = \text{ggT}(a -b, b) .\] \end{proof} \item Der klassische Euklidische Algorithmus terminiert. \begin{proof} Seien $(a_n)_{n\in\N} \in \N_0$ und $(b_n)_{n\in\N} \in \N_0$ Folgen mit $a_1 = a$ und $b_1 = b$. Sei $n \in \N$ beliebig. \begin{itemize} \item Falls $b_n = 0$ terminiert der Algorithmus direkt. \item Falls $a_n < b_n$, folgt nach Definition: \[ a_{n+1} = b_n \text{ und } b_{n+1} = a_n < b_n .\] Damit folgt: \[ b_{n+1} < b_n .\] \item Falls $a_n \ge b_n$ folgt nach Definition: \[ a_{n+1} = (a_n - b_n) \in \N_0 \text{ und } b_{n+1} = b_n .\] Wegen $a_{n+1} < a_n $ folgt, dass $\exists k \in \N$: $a_{n+k} < b_n$. Dann tritt wieder der zweite Fall ein, d.h. \[ b_{n+k+1} < b_n .\] \end{itemize} Damit folgt, dass $(b_n)_{n\in\N}$ für fast alle $n \in \N$ streng monoton fällt. Da $(b_n)_{n \in \N} \in \N_0$, folgt: \[ \exists k \in \N\text{: } b_k = 0 .\] Damit terminiert der \textit{klassische Euklidische Algorithmus} immer. \end{proof} \end{enumerate} \end{aufgabe} \begin{aufgabe} Binomialkoeffizient \begin{enumerate}[a)] \item Programm siehe \textit{binomial.cc} Für $n = 35$ und $k = 18$ benötigt das Programm mehr als 20 Sekunden für die Berechnung. Für $n = 34$ und $k = 18$ liefert das Programm $-2091005866$. Das liegt an der begrenzten Größe des Datentyps \textbf{int}. Bei Überschreitung der maximalen Größe beginnt der Wert erneut bei dem Minimalwert des Datentyps \textbf{int}. Deshalb können wir dann negative Ergebnisse erhalten. \item Der Rechenaufwand für die rekursive Berechnung des Binomialkoeffizienten ist: \begin{align*} A_{n, 0} = A_{n, n} = A_{n, k>n} = 1 \\ A_{n,k} = A_{n-1, k-1} + A_{n-1, k} .\end{align*} \item Programm siehe \textit{binomial\_fast.cc} Die schnellere Variante hat die Komplexität $O(n)$, da die Komplexität der Fakultätsfunktion $O(n)$ ist und diese einfach dreimal ausgeführt wird. Programm (c) ist deutlich schneller als Programm (a) für größere Zahlen $n$ und $k$. Aufgrund der Verwendung der Fakultät, wird allerdings schneller die maximale Größe eines \textbf{int}'s erreicht. Dadurch erhalten wir bereits für recht kleine Werte für $n$ und $k$ falsche Ergebnisse. \item Ein effizienter Algorithmus berechnet jede Zeile linear iterativ, aus der vorhergehenden Zeile, damit ist die Komplexität $O(n)$. Der Unterschied entsteht daraus, dass bei (a) einzelne Binomialkoeffizienten mehrfach ausgerechnet werden müssen und bei (d) jeder Binomialkoeffizient genau einmal ausgerechnet wird. \end{enumerate} \end{aufgabe} \end{document}