\documentclass{lecture} \begin{document} \begin{aufgabe} \end{aufgabe} Sei $G = (G, \cdot, e)$ eine Gruppe. Auf der Potenzmenge $P(G)$ betrachten wir die Abbildung \[ (A,B) \to A * B = \{a \cdot b \mid (a, b) \in A \times B\} .\] Verknüpfung $*$ ist assoziativ: \begin{proof} \begin{align*} (A * B) * C &= \{a \cdot b \mid (a, b) \in A \times B\} * C \\ &= \{(a \cdot b) \cdot c \mid ((a, b), c) \in (A \times B) \times C\} \\ &= \{a \cdot (b \cdot c) \mid (a, (b, c)) \in A \times (B \times C)\} \\ &= A * \{b \cdot c \mid (b, c) \in B \times C\} \\ &= A * (B * C) .\end{align*} \end{proof} Existenz (links- und rechts-) neutrales Element $E$. \begin{proof} Sei $E$ := $\{e\}$ mit $e \in G$ neutrales Element der Gruppe $G$. Dann sei $A \in P(G)$ beliebig: \begin{align*} E * A &= \{e \cdot a | (e, a) \in E \times A\} \\ &= \{ a | (e, a) \in \{e\} \times A\} \\ &= A .\end{align*} Da $e$ neutrales Element von $G$ auch rechtsneutral, folgt analog, dass $E$ auch rechtsneutral ist. \end{proof} Eindeutigkeit \begin{proof} Seien $E$ und $\overline{E}$ neutrale Elemente, so folgt: \begin{align*} \overline{E} = \overline{E} * E = E .\end{align*} \end{proof} Wann gibt es inverse Elemente? Zu ein-elementigen Mengen $A := \{a\} \in P(G), a \in G$ existieren inverse Elemente $A^{-1} := \{a^{-1}\} \in P(G), a^{-1} \in G$. \begin{align*} A * A^{-1} &= \{a * a^{-1} \mid (a, a^{-1}) \in \{(a, a^{-1})\} \} \\ &= \{e\} \\ &= E .\end{align*} Für leere Mengen oder Mengen mit mehr als einem Element existieren keine inversen Elemente. \begin{proof} Leere Mengen mit $*$ verknüpft sind immer leer und ergeben, damit niemals $E$. Falls $\#A > 1$: Angenommen $\overline{A}$ erfülle die Eigenschaft, so folgt: \begin{align*} A * \overline{A} &= \{ a \cdot \overline{a} \mid (a, \overline{a}) \in A \times \overline{A}\} \\ &= \{ e = a \cdot \overline{a} \mid (a, \overline{a}) \in A \times \overline{A} \} .\end{align*} Das heißt es existieren mehrere inverse Elemente zu dem selben $a \in G$, was ein Widerspruch zur Eindeutigkeit der inversen Elemente ist. \end{proof} Es existiert keine Menge $G$, sodass die $P(G)$ nur aus ein-elementigen Mengen besteht, da in jeder $P(G)$ die leere Menge liegt, die kein Inverses hat. \begin{aufgabe} Es seien $A$, $B$ und $C$ Mengen und $f: A \to B$, $g: B \to C$ Abbildungen zwischen ihnen. \end{aufgabe} \textbf{a)} \begin{proof} Zu zeigen: $g \circ f$ injektiv $\implies$ $f$ injektiv Angenommen: $f$ nicht injektiv. Dann existieren $a_1, a_2 \in A, a_1 \neq a_2$, s.d. $f(a_1) = f(a_2)$. $\implies g(a_1) = g(a_2)$. Widerspruch zu $g \circ f$ injektiv. \end{proof} \textbf{b)} \begin{proof} Zu zeigen: $g \circ f$ surjektiv $\implies$ $g$ surjektiv Angenommen: $g$ nicht surjektiv. Dann existiert ein $c \in C$ mit $g^{-1}(c) = \emptyset$. Damit $(g \circ f)^{-1}(c) = \emptyset$. Widerspruch zu $g \circ f$ surjektiv. \end{proof} \textbf{c)} \begin{proof} Zu zeigen: Sind $f$ und $g$ bijektiv, so ist auch $g \circ f$ bijektiv Sei $c \in C$ beliebig, so gilt wegen $g$ bijektiv: $g^{-1}(\{c\}) = \{b\}, b \in B$. Wegen $f$ bijektiv gilt, dann dass $f^{-1}(\{b\}) = f^{-1}(g^{-1}(c)) = \{a\}, a \in A$. Damit ist $f \circ g$ bijektiv. Zu zeigen: Es gilt $(g \circ f)^{-1} = f^{-1} \circ g^{-1}$ ($f^{-1} \circ g^{-1}) \circ (g \circ f)$ muss die Identitätsabbildung $id$ ergeben, damit $(g \circ f)^{-1}$ Umkehrabbildung von $(g \circ f)^{-1}$ ergibt. \[ (f^{-1} \circ g^{-1}) \circ (g \circ f) = (f^{-1} \circ id \circ f^{-1}) = id .\] \end{proof} \begin{aufgabe} \end{aufgabe} \textbf{a)} $F_n$ ist weder injektiv noch surjektiv. Nicht injektiv: $0 \in \N_0$ und $1 \in \N_0$ bilden beide auf $a$ ab. Nicht surjektiv: Für $a = 0$ sind alle $f(n) = 0$ und damit ist $f^{-1}(1) = \emptyset$. \textbf{b)} $f_n^{2} = f_{n-1}f_{n+1}+(-1)^{n} \cdot a^2$ $\forall n \in \N$ \begin{proof}[Beweis durch vollständige Induktion] Induktionsanfang: Für $n=1$ und für $n=2$: \begin{align*} &f(1)^2 = a^2 = a \cdot 2 a - a^2 = f(0)f(2) + (-1)^1 \cdot a^2 \\ &f(2)^2 = 4a^2 = a \cdot 3 a + a^2 = f(1)f(3) + (-1)^2 \cdot a^2 \\ .\end{align*} Induktionsvorraussetzung: Es existiere ein festes aber beliebiges $n \in \N$ mit \[ f(n)^2 = f(n-1) f(n+1)+(-1)^{n} \cdot a^2 .\] Induktionsschritt $n \to n+2$: Zu zeigen: \[ f(n+2)^2 = f(n+1) f(n+3) + (-1)^{n+2} \cdot a^2 .\] \begin{align*} f(n+2)^2 &= \left( f(n+1) + f(n) \right)^2\\ &= f(n+1)^2 + 2f(n+1)f(n) + f(n)^2 \\ &= f(n+1)^2 + 2f(n+1)f(n) + f(n-1)f(n+1) + (-1)^{n}\cdot a^2\\ &= f(n+1) \left[ f(n+1) + 2f(n)+f(n-1)\right] + (-1)^{n+2} \cdot a^2 \\ &= f(n+1) f(n+3) + (-1)^{n+2} \cdot a^2 .\end{align*} Von den zwei Induktionsanfängen ausgehend, ergibt sich die Behauptung für alle $n \in N$. \end{proof} \begin{aufgabe} Sei $f: X \to Y$ Abbildung. Wir definieren die Relation \[ R = \{(x_1, x_2) \in X \times X \mid f(x_1) = f(x_2)\} .\] \end{aufgabe} \textbf{a)} $R$ ist Äquivalenzrelation auf $X$. \begin{enumerate} \item Reflexivität: Sei $a \in X$. Dann ist $a \thicksim a$, da $f(a) = f(a)$. \item Symmetrie: Seien $a, b \in X$ und $a \thicksim b$.\\ $\implies f(a) = f(b) \implies f(b) = f(a) \implies b \thicksim a$ \item Transitivität: Seien $a, b, c \in X$ und $a \thicksim b$ und $b \thicksim c$.\\ $\implies f(a) = f(b) \land f(b) = f(c) \implies f(a) = f(c) \implies a \thicksim c$ \end{enumerate} \textbf{b)} Die Abbildung $\overline{f}: X / R \to im(f)$ wird definiert als \[ \overline{f} := A \mapsto f(a), a \in A .\] Zu zeigen: $\overline{f}$ ist bijektiv. Injektivität: Seien $A,B \in X / R$. Entweder $A = B$, daraus folgt, dass $\overline{f}(A) = \overline{f}(B)$. oder $A \neq B \implies A \cap B = \emptyset$, daraus folgt, dass $\overline{f}(A) \neq \overline{f}(B)$. Surjektivität: Sei $y$ in $im(f)$, so existiert ein $x \in X$ mit $f(x) = y$. Dieses x liegt in einer Äquivalenzklasse aus $X/R$. Damit $\overline{f}^{-1}(y) \neq \emptyset$. Aus Injektivität und Surjektivität folgt, dass $\overline{f}$ bijektiv ist. Eindeutigkeit: Die Abbildung $\overline{f}$ ist eindeutig bestimmt, durch den Zusammenhang \[ \overline{f} \circ p = f .\] Da $p$ einem $x$ immer eindeutig genau eine Äquivalenzklasse zuordnet, nämlich, die jenige Teilmenge $A \in X / R$, deren Elemente alle auf das selbe $f(x)$ abbilden, muss $\overline{f}$ stets genau der Äquivalenzklasse $[x]$ ihr gemeinsames Bild $f(x)$ zuordnen, damit die Gleichheit $\overline{f} \circ p = f$ erfüllt ist. \end{document}