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327 行
14KB

  1. \documentclass{../../lecture}
  2. \begin{document}
  3. \setcounter{section}{3}
  4. \section{Prime Restklassen und der Satz von Euler-Fermat}
  5. \textit{
  6. Einleitung
  7. \begin{itemize}
  8. \item Eigenschaften von $\Z / n \Z$
  9. \item Lösung von Kongruenzen
  10. \item Satz von Euler-Fermat
  11. \end{itemize}
  12. }
  13. \begin{definition}[Nullteiler]
  14. Es sei $R$ ein Ring. Ein Element $x \in R$ heißt ein Nullteiler, wenn es ein $y \in R, y\neq 0$
  15. mit $xy = 0$ gibt. Der Ring $R$ heißt nullteilerfrei, wenn $R \neq 0$ ist und
  16. 0 der einzige Nullteiler in $R$ ist.
  17. \end{definition}
  18. \textit{Anmerkung: Der Nullring ist nicht nullteilerfrei und die 0 ist kein Nullteiler, da kein
  19. $y \in R, y \neq 0$ existiert.}
  20. \begin{bsp}
  21. \begin{itemize}
  22. \item Nullring hat keinen Nullteiler, da kein $y \in R$, $y \neq 0$ existiert.
  23. \item Nullteiler in $\Z / 3\Z: \overline{0}$, also ist $\Z / 3 \Z$ nullteilerfrei.
  24. \item Nullteiler in $\Z / 4 \Z: \overline{0}$, $\overline{2}$ ($\overline{2}\cdot \overline{2} = \overline{4} = \overline{0}$), also nicht nullteilerfrei.
  25. \end{itemize}
  26. \end{bsp}
  27. \begin{definition}[Einheit]
  28. Es sei $R$ ein Ring. Ein Element $x \in R$ heißt eine Einheit, wenn es ein $y \in R$ mit $xy = 1$ gibt.
  29. Bezeichnung: $x^{-1} := y$.
  30. Die Einheiten im Ring $\Z/n\Z$ heißen \underline{prime Restklassen modulo n}.
  31. \textit{also: wenn ein Inverses bezüglich Multiplikation existiert}
  32. \end{definition}
  33. \begin{bsp}
  34. \begin{itemize}
  35. \item Einheiten in $\Z / 3\Z: \overline{1}$, $\overline{2}$
  36. ($\overline{2} \cdot \overline{2} = \overline{4} = \overline{1}$).
  37. \item Einheiten in $\Z / 4\Z: \overline{1}, \overline{3}$:
  38. ($\overline{3} \cdot \overline{3} = \overline{9} = \overline{1}$)
  39. \end{itemize}
  40. \end{bsp}
  41. \begin{lemma}
  42. \label{lemma:einheitengruppe}
  43. Es sei $R$ ein Ring. Dann gilt
  44. \begin{enumerate}[(a)]
  45. \item $R^{\times } := \{ x \in R \mid x \text{ ist eine Einheit}\} $ ist eine abelsche
  46. Gruppe bezüglich der Multiplikation, die sogenannte Einheitengruppe von $R$.
  47. Insbesondere gibt es für jedes $x \in R^{\times }$ genau ein $y \in R^{\times }$ mit
  48. $xy = 1$. Dieses Element bezeichnen wir mit $x^{-1}$ und nennen es das
  49. (multiplikativ) Inverse zu $x$.
  50. Die Gruppe $(\Z / n \Z)^{\times}$ wird als \underline{prime Restklassengruppe modulo n} bezeichnet.
  51. \item Ist $x \in R^{\times }$, dann ist $x$ kein Nullteiler.
  52. \label{lemma:einheitengruppe:nullteiler}
  53. \item Falls $R$ endlich ist, dann gilt auch die Umkehrung von (b): Ist $x \in R$ kein Nullteiler,
  54. dann ist $x$ eine Einheit.
  55. \end{enumerate}
  56. \textit{Insbesondere gilt im Fall $R = \Z / n \Z$ , $n \in \N$, für $\overline{x} \in R$, dass $\overline{x}$
  57. genau dann eine Einheit ist, wenn $\overline{x}$ kein Nullteiler ist.}
  58. \end{lemma}
  59. \begin{proof}
  60. \begin{enumerate}[(a)]
  61. \item Sind $a, b \in R^{\times }$, dann ist auch $ab \in R^{\times }$, denn dann existieren
  62. $c, d \in R$ mit $ac = 1$, $bd = 1$, damit folgt
  63. $(ab)(cd) = (ac)(bd) = 1$.
  64. Assoziativität und Kommutativität folgen aus der Multiplikation in $R$.
  65. Neutrales Element: $1 \in R^{\times}$ wegen $1 \cdot 1 = 1$.
  66. Inverse: Ist $a \in R^{\times}$, dann existiert nach Definition ein $b \in R$ mit
  67. $ab = 1 \implies ba = 1$. Damit folgt $b \in R^{\times }$.
  68. Damit ist $R^{\times }$ eine abelsche Gruppe bezüglich der Multiplikation.
  69. \item Falls $R = 0$, dann ist $0 = 1$ also eine Einheit, aber kein Nullteiler. Falls
  70. $R \neq 0$: Sei $x \in R^{\times }$ und $y \in R$ mit $xy = 0$. Damit folgt
  71. $y = x^{-1}xy = x^{-1} \cdot 0 = 0$, also ist $x$ kein Nullteiler.
  72. \item Sei $R$ endlich und $x \in R$ kein Nullteiler. Wir betrachten die Abbildung
  73. $\tau: R \to R, a \mapsto xa$. $\tau$ ist injektiv, denn aus $\tau(a) = \tau(b)$
  74. folgt $xa = xb \implies x(a-b) = 0$. Da $x$ kein Nullteiler ist, folgt damit
  75. $a - b = 0 \implies a = b$. Als injektive Selbstabbildung der endlichen Menge $R$ ist
  76. $\tau$ auch surjektiv, damit existiert ein $y \in R$ mit $\tau(y) = 1$, was
  77. $xy = 1$ und deshalb $x \in R^{\times}$ impliziert.
  78. \end{enumerate}
  79. \end{proof}
  80. \begin{definition}[Körper]
  81. Ein Ring $R$ heißt ein Körper, wenn $R^{\times } = R \setminus \{0\}$ ist.
  82. \end{definition}
  83. \textit{Anmerkung: Nullring $R = 0$ ist nach Definition kein Körper}
  84. \begin{bsp}
  85. $\Z / 3\Z$ ist ein Körper, $\Z / 4 \Z$ ist kein Körper.
  86. \end{bsp}
  87. \begin{satz}
  88. Es sei $n \in \N$. Dann sind äquivalent
  89. \begin{enumerate}[(i)]
  90. \item $n$ ist eine Primzahl
  91. \item $\Z / n \Z$ ist ein Körper
  92. \item $\Z / n \Z$ ist nullteilerfrei.
  93. \end{enumerate}
  94. Für Primzahlen $p$ schreiben wir auch $\mathbb{F}_p := \Z / p \Z$.
  95. \end{satz}
  96. \begin{proof}
  97. (i) $\implies$ (ii): Sei $n$ eine Primzahl, $\overline{a} \in \Z / n \Z$, $\overline{a} \neq 0$.
  98. Zz.: $a \in (\Z / n \Z)^{\times}$. Wegen $\overline{a} \neq 0$ folgt $n \nmid a$. Da
  99. $n$ eine Primzahl ist, erhalten wir $\text{ggT}(n,a) = 1$. Aufgrund des erweiterten
  100. Euklidischen Algorithmus gibt es $u, v \in \Z$ mit
  101. $un + va = 1 \implies \overline{un} + \overline{va} = \overline{1} \implies \overline{v} \cdot \overline{a} = \overline{1}$.
  102. Mit $\overline{a}^{-1} := \overline{v}$ folgt $a \in R^{\times}$.
  103. (ii) $\implies$ (iii): Sei $\Z / n \Z$ ein Körper. Damit ist $\Z / n \Z \neq 0$ und
  104. $(\Z / n \Z)^{\times} = \Z / n \Z \setminus \{0\}$. Wegen \ref{lemma:einheitengruppe}
  105. \ref{lemma:einheitengruppe:nullteiler} ist dann $\overline{0}$ der einzige
  106. Nullteiler in $\Z / n \Z$, d.h. $\Z / n \Z$ ist nullteilerfrei.
  107. (iii) $\implies$ (i): Kontraposition: Sei $n$ keine Primzahl. Falls $n = 1$, dann ist
  108. $\Z / n \Z = 0$, also nicht nullteilerfrei. Falls $n > 1$ ist, dann gibt es $a, b \in \N$
  109. mit $1 < a,b < n$, so dass $n = ab$ gilt. Damit folgt
  110. $\overline{0} = \overline{n} = \overline{ab} = \overline{a} \overline{b}$ mit
  111. $\overline{a}, \overline{b} \neq 0$, also sind $\overline{a}$, $\overline{b}$ Nullteiler,
  112. insbesondere ist $\Z / n \Z$ nicht nullteilerfrei.
  113. \end{proof}
  114. \textit{Anmerkung: Letzte Woche haben wir bereits Kongruenzrelationen in $\Z$ kennengelernt, heute:
  115. lernen Kongruenzen zu lösen. Frage: Wann hat eine Kongruenz eine Lösung in $\Z$?}
  116. \vspace{5mm}
  117. \begin{lemma}
  118. Es seien $a$, $b \in \Z$, $n \in \N$. Dann sind äquivalent:
  119. \begin{enumerate}[(i)]
  120. \item Die Kongruenz $ax \equiv b$ $(\text{mod } n)$ besitzt eine Lösung in $\Z$.
  121. \item $\text{ggT}(a,n) \mid b$.
  122. \end{enumerate}
  123. \label{lemma:kongruenz}
  124. \end{lemma}
  125. \begin{proof}
  126. (i) $\implies$ (ii): Sei $x \in \Z$ mit $ax \equiv b$ $(\text{mod }n)$. Dann gilt
  127. $n \mid (ax - b) \implies \exists k \in \Z$ mit $ax - b = kn$, also mit $b = ax - kn$. Wegen
  128. $\text{ggT}(a,n) \mid a$ und $\text{ggT}(a,n) \mid n$ folgt $\text{ggT}(a,n) \mid b$.
  129. (ii) $\implies$ (i): Es gelte $\text{ggT}(a,n) \mid b$. Aus dem erweiterten Euklidischen Algorithmus
  130. folgt die Existenz von $u$, $v \in \Z$ mit
  131. \[
  132. ua + vn = \text{ggT}(a,n)
  133. .\] Durch Multiplikation mit der nach Voraussetzung ganzen Zahl $\frac{b}{\text{ggT}(a,n)}$ erhalten
  134. wir
  135. \[
  136. ua \frac{b}{\text{ggT}(a,n)} + vn \frac{b}{\text{ggT}(a,n)} = b
  137. ,\] was die Kongruenz
  138. \[
  139. a \cdot \frac{bu}{\text{ggT}(a,n)} \equiv b \quad (\text{mod }n)
  140. \] und damit die Behauptung zeigt.
  141. \end{proof}
  142. \begin{bsp}
  143. %\begin{enumerate}[(a)]
  144. %\item Die Kongruenz $15x \equiv 7$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $ggT(15,21) = 3 \nmid 7$ keine
  145. % Lösung.
  146. %\item
  147. Die Kongruenz $15x \equiv 6$ $(\text{mod } 21)$ hat wegen $\text{ggT}(15,21) = 3 \mid 6$ eine Lösung.
  148. Der erweiterte Euklidische Algorithmus ergibt
  149. \[
  150. \text{ggT}(15, 21) = 3 = 3 \cdot 15 + (-2) \cdot 21
  151. .\] Damit folgt \textit{wie im Beweis durch Multiplikation mit 2}
  152. \[
  153. 6 = 6 \cdot 15 + (-4) \cdot 21 \equiv 15 \cdot 6 \quad (\text{mod } 21)
  154. \] d.h. $x = 6$ ist eine Lösung der Kongruenz.
  155. %\end{enumerate}
  156. \end{bsp}
  157. \begin{korrolar}
  158. Es sei $a \in \Z, n \in \N$. Dann sind äquivalent
  159. \begin{enumerate}[(i)]
  160. \item Die Kongruenz $ax \equiv 1$ $(\text{mod } n)$ besitzt eine Lösung in $\Z$.
  161. \item $\overline{a} \in (\Z / n\Z)^{\times }$
  162. \item $\text{ggT}(a,n) = 1$
  163. \end{enumerate}
  164. \end{korrolar}
  165. \begin{proof}
  166. (i) $\iff$ (ii): Die Kongruenz $ax \equiv 1$ $(\text{mod }n)$ entspricht der Gleichung
  167. $\overline{a} \cdot \overline{x} = \overline{1}$ in $\Z / n \Z$, welche
  168. genau dann lösbar ist, wenn $\overline{x}$ eine Einheit in $\Z / n \Z$ ist.
  169. (i) $\iff$ (iii): $\text{ggT}(a,n) = 1 \iff \text{ggT}(a,n) \mid 1$.
  170. \textit{Anmerkung: Hinrichtung klar, Rückrichtung: $\text{ggT}(a,n) \mid 1$ heißt,
  171. 1 ist ein Vielfaches des $\text{ggT}(a,n)$, d.h.
  172. der $\text{ggT}(a,n)$ ist bereits 1}. Folgt mit $b = 1$ aus
  173. \ref{lemma:kongruenz}.
  174. \textit{Hier wird klar, warum die Einheiten in $\Z / n \Z$ prime Restklassen heißen:
  175. teilerfremd wird auch als relativ prim bezeichnet.}
  176. \end{proof}
  177. \textit{Frage: Wie können große Potenzen modulo n vereinfacht werden? Dazu wird Satz v. Euler-Fermat
  178. helfen, dafür brauchen wir aber noch ein paar Definitionen}
  179. \begin{definition}[Ordnung]
  180. Es sei $G$ eine endliche Gruppe. Die Ordnung von $G$ (Notation: $|G|$) ist definiert als die Anzahl
  181. der Elemente von $G$.
  182. \end{definition}
  183. \begin{definition}[Eulersche $\varphi$-Funktion]
  184. Die Abbildung
  185. \begin{align*}
  186. \varphi \colon &\N \to \N \\
  187. &n \mapsto |(\Z / n \Z)^{\times}| = \# \{ a \in \N_0 \mid 0 \le a < n \text{ und } \text{ggT}(a,n) = 1\}
  188. .\end{align*}
  189. \end{definition}
  190. \textit{Anmerkung: also zählt die $\varphi$-Funktion die zu einer Zahl $n$ teilerfremden Zahlen zwischen
  191. $0$ und $n$.}
  192. \begin{bsp}
  193. \begin{enumerate}[(a)]
  194. \item Es ist wie $(\Z / 4 \Z)^{\times} = \{\overline{1}, \overline{3}\} $, also $\varphi(4) = 2$.
  195. \item Sei $p$ eine Primzahl. Dann ist $\Z / p \Z$ ein Körper, d.h.
  196. \[
  197. \varphi(p) = |(\Z / p\Z)^{\times }| = \# \{\Z / p \Z\} - 1 = p - 1
  198. .\]
  199. \end{enumerate}
  200. \end{bsp}
  201. \begin{lemma}
  202. Es sei $p$ eine Primzahl und $n \in \N$. Dann gilt
  203. \[
  204. \varphi(p^{n}) = p^{n-1}(p-1)
  205. .\]
  206. \end{lemma}
  207. \begin{proof}
  208. $\exists $ genau $p^{n-1}$ Zahlen $a$ mit $0 \le a < p^{n}$ und $\text{ggT}(a,n) > 1$, denn:
  209. Primfaktorzerlegung von $p^{n} = \underbrace{p \cdot p \cdot \ldots \cdot p}_{n-\text{mal}}$
  210. $\implies$ Zahlen $a$ sind die $p^{n-1}$ Vielfachen von $p$, also
  211. $0 \cdot p, 1\cdot p, \ldots, (p^{n-1} - 1)\cdot p \implies \varphi(p^{n})=p^{n} - p^{n-1} = p^{n-1}(p-1)$.
  212. \end{proof}
  213. Notation für Gruppen: Verknüpfung multiplikativ und neutrales Element ist $1$.
  214. \begin{lemma}
  215. \label{lemma:endlichegruppe}
  216. Es sei $G$ eine endliche abelsche Gruppe und $g \in G$. Dann gilt
  217. \[
  218. g^{|G|} = 1
  219. .\]
  220. \end{lemma}
  221. \begin{proof}
  222. Betrachte die Abbildung $\tau_g\colon G \to G, x \mapsto gx$. Diese ist injektiv, denn
  223. aus $\tau_g(x) = \tau_g(y)$ für $x, y \in G$ folgt $gx = gy$ und nach Linkskürzung $x = y$. Als injektive
  224. Selbstabbildung auf der endlichen Gruppe $G$, ist $\tau_g$ auch surjektiv, also bijektiv.
  225. Da $G$ endlich folgt damit
  226. \[
  227. \prod_{x \in G} x \qquad \qquad\stackrel{\tau \text{ bijektiv, } G \text{ abelsch}}{=} \qquad\qquad \prod_{x \in G} \tau_g(x) = \prod_{x \in G} gx = g^{|G|} \prod_{x \in G} x
  228. .\] Mit Rechtskürzung folgt damit $g^{|G|} = 1$.
  229. \end{proof}
  230. \begin{satz}[Satz von Euler-Fermat]
  231. Es sei $n \in \N$ und $\overline{a} \in (\Z / n \Z)^{\times }$. Dann gilt
  232. \[
  233. \overline{a}^{\varphi(n)} = \overline{1}
  234. .\]
  235. \end{satz}
  236. \begin{proof}
  237. Nach Definition ist $\varphi(n) = |(\Z / n \Z)^{\times }|$. Die Behauptung folgt damit direkt aus
  238. \ref{lemma:endlichegruppe} mit $G = (\Z / n \Z)^{\times }$.
  239. \end{proof}
  240. \begin{bsp}
  241. \begin{enumerate}[(1)]
  242. \item Es ist $3^{19} \equiv 10$ $(\text{mod } 17)$, denn $\overline{3} \in (\Z / 17 \Z)^{\times}$ und
  243. \[
  244. 3^{16} = 3^{\varphi(17)} \qquad\qquad \stackrel{\text{Satz v. Euler-Fermat}}{\equiv} \qquad \qquad 1 \quad (\text{mod } 17)
  245. .\] Damit folgt
  246. \[
  247. 3^{19} = 3^{3} \cdot 3^{16} \equiv 27 \cdot 1 \equiv 10 \quad (\text{mod } 17)
  248. .\]
  249. \item Was ist die letzte Dezimalstelle von $7^{222}$? Also welche Zahl ist
  250. $7^{222}$ kongruent modulo 10?
  251. Zunächst $\varphi(10) = 4$. Und $\text{ggT}(7,10) = 1$. Dann folgt
  252. \[
  253. 7^{4} = 7^{\varphi(10)} \qquad\qquad \stackrel{\text{Satz v. Euler-Fermat}}{\equiv}
  254. \qquad \qquad 1 \quad (\text{mod } 10)
  255. .\] Dann teile $222$ durch $4$ mit Rest. Damit
  256. \[
  257. 7^{222} = 7^{4 \cdot 55 + 2} = (7^{4})^{55} \cdot 7^{2} \equiv 1^{55} \cdot 7^{2}
  258. \equiv 49 \equiv 9 \quad (\text{mod } 10)
  259. .\]
  260. \end{enumerate}
  261. \end{bsp}
  262. \begin{korrolar}[Kleiner Satz von Fermat]
  263. Es sei $p$ eine Primzahl. Dann gilt
  264. \begin{enumerate}[(a)]
  265. \item Für jedes $\overline{a} \in \mathbb{F}_p^{\times }$ ist $\overline{a}^{p-1} = \overline{1}$.
  266. \item Für jedes $\overline{a} \in \mathbb{F}_p$ ist $\overline{a}^{p} = \overline{a}$.
  267. \end{enumerate}
  268. \end{korrolar}
  269. \begin{proof}
  270. \begin{enumerate}[(a)]
  271. \item Mit $\varphi(p) = p - 1$ folgt das direkt aus dem Satz von Euler-Fermat.
  272. \item Falls $\overline{a} \in \mathbb{F}_p^{\times }$: Dann ist
  273. $\overline{a}^{p} = \overline{a} \cdot \overline{a}^{p-1} = \overline{a} \cdot \overline{1} = \overline{a}$.
  274. Falls $\overline{a} = \overline{0}$ ist $\overline{a}^{p} = \overline{0}^{p} = \overline{0} = \overline{a}$.
  275. \end{enumerate}
  276. \end{proof}
  277. \end{document}