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271 рядки
15KB

  1. \documentclass[uebung]{../../../lecture}
  2. \title{Algebra I: Übungsblatt 9}
  3. \author{Lukas Nullmeier, Christian Merten}
  4. \begin{document}
  5. \punkte
  6. \begin{aufgabe}
  7. Es gilt $f = X^4 - 4X^2 + 9 = (X^2 - 2)^2 + 5$. Damit setze
  8. setze $\alpha \coloneqq \sqrt{2 + i \sqrt{5} } $. Dann gilt
  9. \[
  10. f( \pm \alpha) = (2 + i \sqrt{5} -2)^2 + 5 = (i \sqrt{5})^2 + 5 = 0
  11. .\] Damit ist $\alpha ^{4} - 4 \alpha ^2 + 9 = 0$, also
  12. insbesondere $- \alpha ^{4} + 2 \alpha^2 = - 2 \alpha^2 + 9$. Damit folgt
  13. \[
  14. f\left( \pm \frac{3}{\alpha}\right) = \left( \frac{9}{\alpha^2} -2 \right) ^2 + 5
  15. = \left( \frac{- \alpha ^{4} + 2 \alpha^2}{\alpha^2} \right) ^2 + 5
  16. = \left( \alpha^2 - 2 \right)^2 + 5 = f(\alpha) = 0
  17. .\] Also sind die Nullstellen von $f$ gegeben als $\{ \pm \alpha, \pm 3 / \alpha \} $ und
  18. damit $L = \Q(\alpha)$.
  19. Z.z.: $f$ irreduzibel. Es ist $f$ g.d. irreduzibel über $\Q$, wenn $f$ irreduzibel über $\Z$.
  20. Ang.: $f$ reduzibel über $\Z$.
  21. Da $f$ keine Nullstellen in $\Z$ hat, folgt
  22. \[
  23. f = (X^2 + aX + b)(X^2 + cX + d) = X^4 + \underbrace{(a + c)}_{= 0}X^3 +
  24. \underbrace{(b+d + ac)}_{= -4} X^2 + \underbrace{(ad + bc)}_{= 0}X + \underbrace{bd}_{= 9}
  25. \] mit $a, b, c, d \in \Z$. Es folgt direkt $c = -a$ und $a(d-b) = 0$. Falls $a = 0$, folgt
  26. $b + d = -4$ und $bd = 9$, aber $3 + 3 = 6 \neq -4 \neq -6 = -3 -3$. Falls $a \neq 0$ folgt
  27. $d = b$ also $b^2 = 9$ und $2b - a^2 = -4$. Also $a^2 = 2b + 4 = \begin{cases}
  28. 10 & b = 3 \\
  29. -2 & b = -3
  30. \end{cases}$, aber weder $10$ noch $-3$ Quadrate in $\Z$. Also folgt $f$ irreduzibel.
  31. Da $\text{char}(\Q) = 0$ ist $f$ also separabel und $f$ Minimalpolynom von $\alpha$,
  32. also $\#\text{Gal}(L / \Q) = [L : \Q] = 4$ und $\text{Gal}(L / \Q)$ operiert transitiv
  33. auf den Nullstellen von $f$. Mit $\sigma\colon \alpha \mapsto -\alpha $ und
  34. $\tau\colon \alpha \mapsto \frac{3}{\alpha}$ folgt damit
  35. $\text{Gal}(L / \Q) = \langle \sigma, \tau \rangle$. Als Gruppe der Ordnung 4 ist
  36. $\text{Gal}(L / \Q)$ abelsch, also $\sigma \tau = \tau \sigma$ und
  37. durch offensichtlicherweise gilt $\sigma^2 = \tau^2 = (\sigma\tau)^2 = \text{id}$. Nach
  38. Satz von Lagrange hat $\text{Gal}(L / \Q)$ UG der Ordnung $1, 2$ oder $4$. Neben der trivialen Untergruppe
  39. und $\text{Gal}(L / \Q)$ selbst, gibt es also nur UG der Ordnung $2$. Da $2$ Primzahl, sind
  40. diese zyklisch.
  41. Also existieren insgesamt
  42. genau die Untergruppen
  43. \begin{salign*}
  44. H_0 &\coloneqq \langle \text{id} \rangle \\
  45. H_1 &\coloneqq \langle \sigma \rangle \\
  46. H_2 &\coloneqq \langle \tau \rangle \\
  47. H_3 &\coloneqq \langle \sigma \tau \rangle \\
  48. H_4 &\coloneqq \langle \sigma, \tau \rangle
  49. \intertext{
  50. Es ist $\sigma(\alpha^2) = \sigma(\alpha)\sigma(\alpha) = (-\alpha)(-\alpha) = \alpha^2$. Weiter
  51. ist $9 = 4 \alpha^2 - \alpha ^{4}$. Damit folgt
  52. $\frac{3}{\alpha} = \frac{4}{3} \alpha - \frac{1}{3} \alpha ^{3}$ und
  53. $\frac{27}{\alpha ^{3}} = \frac{7}{3} \alpha - \frac{4}{3} \alpha ^{3}$. Damit
  54. folgt $\tau(- 7 \alpha + \alpha ^{3}) = -7 \left( \frac{4}{3} \alpha - \frac{1}{3} \alpha ^{3} \right)
  55. + \frac{7}{3} \alpha - \frac{4}{3} \alpha ^{3} = - 7 \alpha + \alpha ^{3}$ und
  56. $\sigma(\tau(\alpha - \alpha ^{3})) = \sigma(\frac{4}{3} \alpha - \frac{1}{3} \alpha ^{3}
  57. - \frac{7}{3} \alpha + \frac{4}{3} \alpha ^{3}) = \sigma(-\alpha + \alpha ^{3}) = \alpha - \alpha ^{3}$.
  58. Diese Elemente sind jeweils unter den anderen Automorphismen nicht invariant. Also folgen nach
  59. dem Hauptsatz}
  60. L^{H_0} &= L \\
  61. L^{H_1} &= \Q(\alpha^2) \\
  62. L^{H_2} &= \Q(-7\alpha + \alpha ^{3}) \\
  63. L^{H_3} &= \Q(\alpha - \alpha ^{3}) \\
  64. L^{H_4} &= \Q
  65. \end{salign*} als Zwischenkörper von $L / \Q$
  66. \end{aufgabe}
  67. \begin{aufgabe}
  68. Im folgenden bezeichne echte Untergruppe eine echte, nicht-triviale Untergruppe.
  69. \begin{enumerate}[(a)]
  70. \item Beh.: Die Aussage ist falsch.
  71. \begin{proof}
  72. Es ist $f = X^4 - 7$ irreduzibel nach Eisenstein mit $p = 7$ und
  73. $f(\sqrt[4]{7}) = 0$, aber auch $f(i \sqrt[4]{7}) = 0$ und
  74. $i \sqrt[4]{7} \not\in \R$, aber $\Q(\sqrt[4]{7}) \subseteq \R$, also zerfällt
  75. $f$ über $\Q(\sqrt[4]{7})$ nicht in Linearfaktoren, also
  76. $\Q(\sqrt[4]{7}) / \Q$ nicht normal und damit nicht galoissch.
  77. \end{proof}
  78. \item Beh.: Die Aussage stimmt.
  79. \begin{proof}
  80. Mit Euklidischem Algorithmus ist durch Rechnung zu sehen, dass
  81. $(f, f') = 1$. Also ist $f$ separabel und damit $[ L \colon \Q ] \mid 4! = 24$.
  82. \end{proof}
  83. \item Beh.: Die Aussage ist falsch.
  84. \begin{proof}
  85. Es ist $f = X^3 - 2$ irreduzibel nach Eisenstein mit $p = 2$ und
  86. $\text{char}(\Q) = 0$, also $f$ separabel. Da
  87. $\alpha_j \coloneqq \sqrt[3]{2} e^{i\frac{2 \pi j}{3}}$ die $3$ paarw. verschiedenen
  88. Nullstellen von $f$. Also
  89. folgt $L = \Q(\alpha_0, \alpha_1, \alpha_2)$
  90. und $\alpha_0 = \sqrt[3]{2} \in \R$, aber $L \not\subset \R$ folgt
  91. $\Q \subsetneqq \Q(\alpha_0) \subsetneqq L$. Also hat
  92. $\text{Gal}(L / \Q)$ eine echte Untergruppe. Da $[L \colon \Q] \mid 3! = 6$ folgt
  93. $\#\text{Gal}(L / \Q) \in \{1, 2, 3, 6\} $. Da $\{0\} $, $\Z / 2 \Z$ und $\Z / 3 \Z$
  94. keine echten Untergruppen haben, folgt $\# \text{Gal}(L / \Q) = 6$ und damit
  95. $\text{Gal}(L / \Q) = S_3$, also nicht abelsch, insbesondere nicht zyklisch.
  96. \end{proof}
  97. \item Beh.: $S_3$ hat $4$ echte Untergruppen.
  98. \begin{proof}
  99. Es ist $\# S_3 = 6$, also haben nach Satz von Lagrange
  100. echte Untergruppen Ordnung $2$ oder $3$. In Zykelschreibweise ist
  101. \[
  102. S_3 = \{ (), (1 2), (2 3), (1 3), (1 2 3), (1 3 2)\}
  103. .\] Es ist $\text{ord}((12)) = \text{ord}((2 3)) = \text{ord}((1 3)) = 2$
  104. und $\text{ord}((123)) = \text{ord}((1 3 2)) = 3$.
  105. Da Gruppen der Ordnung $2$ und $3$ zyklisch sind
  106. und $\langle (123) \rangle = \langle (1 32)\rangle$ gibt es genau
  107. eine Untergruppe der Ordnung $3$ und $3$ Untergruppen der Ordnung $2$.
  108. \end{proof}
  109. Beh.: Die Aussage stimmt.
  110. \begin{proof}
  111. Falls $f$ reduzibel existiert ein $g \in \Q[X]$ mit $f = g (X - \alpha)$ für $\alpha \in \Q$
  112. mit $\text{deg}(g) = 2$. Da $\alpha \in \Q$ ist $L$ auch Zerfällungskörper von $g$ über $\Q$
  113. und $[ L \colon \Q ] \le 2! = 2$. Also hat $L / \Q$ keine echten Zwischenkörper.
  114. Sei nun $f$ irreduzibel. Da $\text{char}(\Q) = 0$ ist $f$ separabel und damit
  115. $\# \text{Gal}(L / \Q) \in \{1, 2, 3, 6\} $. Für
  116. $\# \text{Gal}(L / \Q) \in \{1, 2, 3\} $ hat diese keine echten Untergruppen, da
  117. $2$ und $3$ prim und $\{0\} $ die triviale Gruppe. Falls
  118. $\# \text{Gal}( L / \Q) = 6$ folgt $\text{Gal}(L / \Q) \stackrel{\sim }{=} S_3$. Dann
  119. folgt die Behauptung aus der Vorbemerkung.
  120. \end{proof}
  121. \item Beh.: Die Aussage stimmt.
  122. \begin{proof}
  123. Sei $ K \subseteq L \subseteq \overline{K}$ ein
  124. algebraischer Abschluss von $K$ und $\alpha \in \overline{K}$ mit
  125. $\alpha ^{4} = a$. Es ist $f$ irreduzibel und $f' = 4 X^3 \neq 0$, da $\text{char}(K) \neq 2$,
  126. also $f$ separabel. Sei $\zeta \in \mu_4$ mit $\langle \zeta \rangle = \mu_4$. Dann
  127. sind $\{ \alpha \zeta, \alpha \zeta^2, \alpha \zeta^{3}, \alpha \zeta^{4}\}$ die
  128. vier paarweise verschiedenen Nullstellen von $f$. Es ist $L = K(\alpha, \zeta)$.
  129. Dann ex. $\sigma, \tau \in \text{Gal}( L / K)$ mit
  130. \begin{salign*}
  131. &\sigma\colon \alpha \mapsto \alpha \quad \zeta \mapsto \zeta^2 \\
  132. &\tau\colon \alpha\mapsto \alpha \zeta \quad \zeta \mapsto \zeta
  133. ,\end{salign*} da $\sigma(\alpha \zeta^{k}) = \alpha \zeta^{2k}$ und
  134. $\tau(\alpha \zeta^{k}) = \alpha \zeta^{2k}$ Nullstellen von $f$ in Nullstellen
  135. von $f$ überführen. Aber es gilt
  136. \[
  137. \sigma(\tau(\alpha)) = \sigma(\alpha \zeta) = \alpha \zeta^2 \neq \alpha \zeta
  138. = \tau(\alpha) = \tau(\sigma(\alpha))
  139. .\] Also ist $\text{Gal}(L / K)$ nicht abelsch, insbesondere nicht zyklisch.
  140. \end{proof}
  141. \item Beh.: Die Aussage stimmt.
  142. \begin{proof}
  143. Falls $[L \colon K] = \infty$: Dann hat $[ L \colon \Q]$ maximal $\infty$ ZK.
  144. Falls $[L \colon K] = n < \infty$: Dann korrespondieren die Zwischenkörper
  145. von $L / K$ zu Untergruppen von $\text{Gal}(L / K)$. Da $\# \text{Gal}(L / K) = n$,
  146. hat diese nur maximal $2^{n}$ paarweise verschiedene Teilmengen,
  147. insbesondere maximal $2^{n}$ paarweise verschiedene Untergruppen.
  148. \end{proof}
  149. \end{enumerate}
  150. \end{aufgabe}
  151. \begin{aufgabe}
  152. \begin{enumerate}[(a)]
  153. \item
  154. Es ist $\mu_n = \{ \zeta_n^{k}\}_{k = 0}^{n-1}$ mit $\zeta_{n}^{k} = e^{\frac{2\pi i k}{n}}$.
  155. Weiter bezeichne $\sigma$ die komplexe Konjugation. Dann gilt
  156. \[
  157. \sigma(\zeta_{n}^{k}) = e^{- \frac{2\pi i}{n} k} = e ^{\frac{2\pi i}{n}(n-k)}
  158. = \zeta_n^{n-k}
  159. .\] Beachte, dass $\zeta_{n}^{n} = \zeta_{n}^{0} = 1$. Damit ergibt sich
  160. die Permutation
  161. \begin{salign*}
  162. \pi\colon \{0, \ldots, n-1\} &\to \{0, \ldots, n-1\} \\
  163. k &\mapsto \begin{cases}
  164. n - k & k < n \\
  165. 0 & k = n
  166. \end{cases}
  167. .\end{salign*}
  168. Auf $\Z / n \Z$ ergibt das die Permutation
  169. \begin{salign*}
  170. \tau\colon \Z / n \Z &\to \Z / n \Z \\
  171. k &\mapsto \overline{n-k}
  172. .\end{salign*}
  173. \item Es ist $\zeta_n = e^{\frac{2 \pi i}{n}} \in \R \iff \frac{2\pi i}{n} \in \{ \pi i, 2 \pi i\}
  174. \iff n = 1 \lor n = 2$. Also $\zeta_n \in \mathbb{C} \setminus \R$ für $n \ge 3$. Also
  175. $[L \colon L \cap \R ] > 1$, also $L = L \cap \mathbb{C} = (L \cap \R)(i)$ und
  176. $X^2 + 1$ irreduzibel über $L \cap \R$, da $\pm i \not\in L \cap \R$. Also folgt
  177. $[ L \colon L \cap \R ] = [ (L \cap \R)(i) \colon L \cap \R ] = 2$.
  178. Es ist
  179. \[
  180. \zeta_n + \zeta_n^{-1} = \cos\left( 2 \frac{\pi}{n} \right) + i \sin\left( 2 \frac{\pi}{n} \right) + \cos\left( - \frac{2\pi}{n} \right) + i \sin\left( - 2 \frac{\pi}{n} \right) =
  181. 2 \cos \left( 2 \frac{\pi}{n} \right) \in \R
  182. .\] Also folgt $\Q(\zeta_n + \zeta_n^{-1}) \in L \cap \R$. Betrachte
  183. nun $f = X^2 - (\zeta_n + \zeta_n^{-1})X + 1 \in \Q(\zeta_n + \zeta_{n}^{-1})$.
  184. Es ist $f(\zeta_n) = 0$, also folgt
  185. $[ L : \Q(\zeta_n + \zeta_{n}^{-1} ] \le 2$. Da $[ L \colon L \cap \R ] = 2$ folgt
  186. \[
  187. 2 \ge [ L \colon \Q( \zeta_{n} + \zeta_n^{-1} ] = \underbrace{[ L \colon L \cap \R ]}_{=2}
  188. [ L \cap \R \colon \Q(\zeta_n + \zeta_n^{-1} ]
  189. ,\] und damit $L \cap \R = \Q(\zeta_n + \zeta_{n}^{-1})$.
  190. \end{enumerate}
  191. \end{aufgabe}
  192. \begin{aufgabe}
  193. \begin{enumerate}[(a)]
  194. \item Sei $a \in K$. Dann definiere
  195. \begin{salign*}
  196. \sigma_a \colon L &\to L \\
  197. f &\mapsto f(Y + a)
  198. .\end{salign*}
  199. Dann ist $\sigma_a|_K = \text{id}$ und $\sigma_a(Y) = Y + a$.
  200. Es ist $\sigma_{-a} \circ \sigma = \text{id} = \sigma \circ \sigma_{-a}$, also
  201. $\sigma_a$ bijektiv. Nachrechnen ergibt, dass $\sigma_a$ $K$-Homomorphismus ist. Also
  202. $\sigma_a \in \text{Aut}_K(L)$. Das zeigt die Existenz.
  203. Seien nun $\sigma, \tau \in \text{Aut}_K(L)$ mit $\sigma(Y) = Y + a = \tau(Y)$. Dann
  204. sei $f \in K(Y)$. Dann gilt wegen $\sigma|_K = \text{id} = \tau|_{K}$:
  205. \[
  206. \sigma(f) = f(Y + a) = \tau(f)
  207. .\] Das zeigt die Eindeutigkeit.
  208. \item Setze $\phi\colon K \to G$, $a \mapsto \sigma_a$. Es ist $\phi$ wohldefiniert nach (a) und
  209. \[
  210. \phi(a) = \phi(b) \implies \sigma_a(Y) = \sigma_b(Y) \implies Y + a = Y + b \implies a = b
  211. ,\] also $\phi$ injektiv. Nach Konstruktion von $G$ ist $\phi$ surjektiv. Es gilt außerdem
  212. für $a, b \in K$:
  213. \[
  214. \phi(a+b)(Y) = Y + a + b = \sigma_a(Y) + b = \sigma_a (Y + b) = \sigma_a(\sigma_b(Y))
  215. = \sigma_a \circ \sigma_b (Y)
  216. .\] Nach (a) ist $\phi(a + b)$ damit eindeutig festgelegt und es folgt
  217. $\phi(a+b) = \phi(a) \phi(b)$, also $\phi$ Gruppeniso. Da
  218. $G = \text{Bild}(\phi)$ folgt $G$ Untergruppe von $\text{Aut}_K(L)$.
  219. Zeige letzte Behauptung per Kontraposition. Sei also $ K \subsetneqq L^{G}$. Dann ex.
  220. ein $f \in L^{H} \setminus K$ mit $g, h \in K[Y], g \neq 0$ und $f = \frac{g}{h}$.\\
  221. Falls
  222. $\forall a \in K\colon h(a) = 0$, folgt wegen $g \neq 0$ $\#K \le \text{deg}(h) < \infty$, also
  223. $K$ endlich.\\
  224. Sonst ex. ein $a \in K$ mit $h(a) \neq 0$. Dann setze $d \coloneqq f(a) \in K$.
  225. Betrachte nun $p \coloneqq f - d \in K(Y)$. Es ist $f \in L^{G}$, denn
  226. $\forall r \in K$ ist $\sigma_r(p) = \sigma_r(f) - d = f - d = p$. Es
  227. ist außerdem $p(a) = f(a) - d = d - d = 0$ und
  228. damit $\forall r \in K\colon p(a + r) = p(a) = 0$. Da $f \not\in K$ ist $p = f - d \not\in K$
  229. und damit $p \neq 0$. Weiter existieren $\tilde{g}, \tilde{h} \in K[Y]$ mit
  230. $f = \frac{\tilde{g}}{\tilde{h}}$ und damit
  231. $\forall r \in K\colon \tilde{g}(a + r) = \tilde{g}(a) = 0$. Also
  232. folgt, da $p \neq 0$ und damit $\tilde{g} \neq 0$: $\#K \le \text{deg}(\tilde{g}) < \infty$.
  233. Also ist $K$ endlich.
  234. \item Es ist zunächst $K(Z) \subseteq L^{H}$, denn für $f \in K(Z)$ und $a \in \mathbb{F}_p$
  235. ist
  236. \begin{salign*}
  237. \sigma_a(f(Y^{p} - Y)) &= f(\sigma_a(Y^{p} - Y)) \\
  238. &= f((Y + a)^{p} - Y - a) \\
  239. &\stackrel{\text{char}(K) = p > 0}{=} f(Y^{p} + a^{p} - Y - a) \\
  240. &\stackrel{\text{Fermat}}{=} f(Y^{p} - Y)
  241. .\end{salign*}
  242. Weiter ist $\mathbb{F}_p$ endlich und nach (a) ist damit $\# H = \# \mathbb{F}_p = p$. Damit
  243. ist $L / L^{H}$ galoissch mit $[ L \colon L^{H} ] = \# H = p$. Betrachte nun weiter
  244. \[
  245. f = X^{p} - X - (Y^{p} - Y) \in K(Z)[X]
  246. .\] Dann ist $\text{deg}(f) = p$ und $f(Y) = 0$. Also folgt $[ L : K(Z) ] \le p$. Damit gilt
  247. wegen $K(Z) \subseteq L^{H}$:
  248. \[
  249. p \ge [ L : K(Z) ] = [ L : L^{H} ] [ L^{H} : K(Z) ] = p [ L^{H} : K(Z) ]
  250. .\] Also folgt $L^{H} = K(Z)$.
  251. \end{enumerate}
  252. \end{aufgabe}
  253. \end{document}