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  1. \documentclass{../lectures/lecture}
  2. \geometry{
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  4. left=15mm,
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  7. \begin{document}
  8. \thispagestyle{plain}
  9. \renewcommand{\thechapter}{\Alph{chapter}}
  10. \setcounter{chapter}{4}
  11. \setcounter{section}{6}
  12. Seien im Folgenden
  13. $S$ und $S'$ zwei Koordinatensysteme, wobei sich $S'$ relativ zu $S$ mit Geschwindigkeit $v$ bewege,
  14. sodass zum Zeitpunkt $ct = ct' = 0$ auch $x = x' = 0$ gelte.
  15. Das Ereignis $A$ liege im gemeinsamen Ursprung von $S$ und $S'$.
  16. \section{Geometrischer Vergleich zwischen Lorentz-Transformationen und Rotationen}
  17. Rotationen (links) und Lorentz-Transformationen (rechts) erzeugen deutlich verschiedene Geometrien.
  18. \begin{salign*}
  19. \begin{pmatrix} x' \\ y' \end{pmatrix}
  20. = \begin{pmatrix} \cos\alpha & \sin\alpha \\ -\sin\alpha & \cos\alpha \end{pmatrix}
  21. \begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} \qquad
  22. \begin{pmatrix} ct' \\ x' \end{pmatrix}
  23. = \begin{pmatrix} \cosh\psi & \sinh\psi \\ \sinh\psi & \cosh\psi \end{pmatrix}
  24. \begin{pmatrix} ct' \\ x' \end{pmatrix}
  25. .\end{salign*}
  26. Das fehlende Minuszeichen in den
  27. Lorentz-Transformationen, führt dazu, dass die Achsen für positive Rapidität zueinander geschert werden
  28. und die hyperbolischen Funktionen dazu, dass die Linien von gleichem $s^2$, also die Linien,
  29. auf denen die Lorentzinvariante $s^2 = (ct)^2 - x^2$ konstant ist, hyperbelförmig sind, im Gegensatz
  30. zu den kreisförmigen Linien gleichen Radius bei Rotationen.
  31. \section{Kausale Struktur der Raumzeit}
  32. Die Raumzeit ist durch eine ausgezeichnete Linie getrennt. Diese erfüllt
  33. die Gleichung $x = ct$. Hier ist $s^2 = 0$ und Ereignisse auf dieser Linie werden \textbf{lichtartig} gennant.
  34. Lichtsignale, die im Ursprung eines Koordinatensystems losgeschickt werden, verlaufen auf dieser (Null-)Linie.
  35. Die Nulllinie trennt Ereignisse in der Raumzeit in zwei Gruppen: Die \textbf{zeitartig} getrennten,
  36. mit $s^2 > 0$ und die \textbf{raumartig} getrennten mit $s^2 < 0$. Der Bereich der Raumzeit, wo $s^2 > 0$ gilt,
  37. wird auch \textbf{Lichtkegel} genannt. Innerhalb des Lichtkegels
  38. liegt eine absolute zeitliche Ordnung der Ereignisse vor: Ein Ereignis $B$, das in $S$ nach $A$ stattfindet,
  39. findet auch in $S'$ nach $A$ statt. Außerhalb des Lichtkegels, also für raumartig getrennte Ereignisse
  40. gilt das nicht: Es kann $v$ immer so gewählt werden, dass $B$ unterhalb der $x'$-Achse liegt. Dann
  41. findet $B$ in $S'$ vor $A$ statt.
  42. Außerdem kann $A$ nur zeitartigen Ereignissen $B$ Lichtsignale senden, da dort das Lichtsignal ankommt,
  43. bevor $B$ stattfindet.
  44. Bei raumartigen Ereignissen $C$ kann jedoch ein Lichtsignal von $A$ nicht ankommen,
  45. da wenn das Lichtsignal die räumlichen Koordinaten von $C$ erreicht hat, $B$ schon passiert ist.
  46. \section{Relativistische Effekte}
  47. \begin{itemize}
  48. \item Relativität der Gleichzeitig: Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt erwähnt,
  49. ist keine zeitliche Ordnung der Ereignisse außerhalb des Lichtkegels gegeben.
  50. \item Zeitdilatation: Eine in $S'$ ruhende Uhr, scheint von $S$ aus betrachtet langsamer
  51. zu gehen. Genauer: $\Delta t = \gamma \Delta t'$. Dieser Effekt ist symmetrisch und wird
  52. von der Transformation erzeugt.
  53. \item Längenkontraktion: Längenmaßstäbe in einem bewegten System erscheinen verkürzt. Genauer:
  54. $\Delta x = \frac{1}{\gamma} \Delta x'$. Auch dieser Effekt ist symmetrisch und wird nur durch
  55. die Transformation erzeugt.
  56. \end{itemize}
  57. \section{Eigenzeit}
  58. \thispagestyle{plain}
  59. Sei eine Trajektorie $x^{\mu}(\tau)$ durch ein Koordinatensystem gegeben. Die Uhr eines Insassen eines
  60. Raumschiffes, das sich auf dieser Trajektorie bewegt, zeigt die sogenannte \textbf{Eigenzeit} $\tau$ des
  61. Systems an. Die Tangente $u^{\mu}(\tau) = \frac{\d{x}^{\mu}}{\d{\tau}}$ gibt die Geschwindigkeit
  62. des Teilchens auf der Trajektorie an.
  63. Durch Berechnung der Lorentz-Invariante $s^2$ erhalten wir $s^2 = (c\tau)^2$ im Ruhesystem
  64. des Teilchens. Da dieser Zusammenhang auch infinitesimal gilt, folgt insgesamt für
  65. die vom Ereignis $A$ zum Ereignis $B$ vergangene Eigenzeit
  66. \begin{salign*}
  67. \tau = \int_{A}^{B} \d{\tau} = \int_{A}^{B} \frac{\d{t}}{\gamma}
  68. \end{salign*}
  69. für Start- und Endpunkte $A$ und $B$.
  70. \end{document}