Für Vorlesungen, bitte die Webseite verwenden. https://flavigny.de/lecture
Nelze vybrat více než 25 témat Téma musí začínat písmenem nebo číslem, může obsahovat pomlčky („-“) a může být dlouhé až 35 znaků.

411 řádky
16KB

  1. \documentclass{arbeit}
  2. \usepackage{tikz-cd}
  3. \usepackage{amssymb}
  4. \usepackage{hyperref}
  5. \usepackage{graphicx}
  6. \newcommand{\com}[1]{#1^{\text{\scalebox{0.7}{\textbullet}}}}
  7. \newcommand{\K}{\mathcal{K}}
  8. \begin{document}
  9. \section{Motivation}
  10. Aus der kommutativen Algebra ist für einen kommutativen Ring $A$ und einen $A$-Modul
  11. $N$ die Adjunktion
  12. \[
  13. - \otimes_A N \dashv \operatorname{Hom}_A(N, -)
  14. \] bekannt. In der klassischen homologischen Algebra definiert man
  15. die Funktoren $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ und $\operatorname{Tor}_i^{A}(-, N)$ als
  16. Ableitungen der Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ und $- \otimes_A N$. Nun stellt sich
  17. die Frage, ob zwischen diesen ein analoges Adjunktionsresultat gilt.
  18. \begin{satz}[]
  19. $\operatorname{Ext}$ ist nicht rechtsadjungiert.
  20. \end{satz}
  21. \begin{proof}
  22. Angenommen $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ ist rechtsadjungiert, dann
  23. ist $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ linksexakt sei. Die exakte Folge
  24. \[
  25. \begin{tikzcd}
  26. 0 \arrow{r} & \Z \arrow{r}{\cdot 2} & \Z \arrow{r} & \Z / 2 \Z \arrow{r} & 0
  27. \end{tikzcd}
  28. \] in $\Z$-Mod liefert die exakte Folge
  29. \[
  30. \begin{tikzcd}
  31. \underbrace{\operatorname{Ext}^{0}_{\Z}(\Z / 2\Z, \Z)}_{= 0} \arrow{r} &
  32. \underbrace{\operatorname{Ext}^{0}_{\Z}(\Z / 2\Z, \Z / 2 \Z)}_{\neq 0} \arrow{r}
  33. & \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) \arrow{r}
  34. & \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z)
  35. \end{tikzcd}
  36. .\] Aber $\operatorname{Ext}_{\Z}^{0}(\Z / 2 \Z, \Z / 2 \Z) = \operatorname{Hom}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z / 2 \Z) \neq 0$
  37. und $\operatorname{Ext}_{\Z}^{0}(\Z / 2 \Z, \Z) = \operatorname{Hom}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) = 0$, also ist
  38. $\operatorname{Ext}_{\Z}^{1}(\Z / 2 \Z, \Z) \to \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z)$ nicht injektiv.
  39. \end{proof}
  40. \section{Neuer Ableitungsbegriff}
  41. Seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien, $\mathcal{A}$ habe genügend viele Injektive
  42. und $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ sei additiv und linksexakt.
  43. \begin{bem}[Erinnerung]
  44. Sei $X \in \mathcal{A}$.
  45. \begin{enumerate}[(1)]
  46. \item Es existiert eine injektive Auflösung von $X$, also ein Komplex
  47. $\com{I}$ in $\mathcal{A}$ mit injektiven Objekten, sodass
  48. \begin{equation}
  49. \begin{tikzcd}
  50. \cdots \arrow{r} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & X \arrow{r} \arrow{d} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & \cdots \\
  51. \cdots \arrow{r} & 0 \arrow{r} & I^{0} \arrow{r} & I^{1} \arrow{r} & \cdots
  52. \label{eq:resolution}
  53. \end{tikzcd}
  54. \end{equation}
  55. ein Quasiisomorphismus ist, das heißt ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen auf
  56. den Kohomologiegruppen induziert.
  57. \item Die Ableitungen von $F$ bei $X$ sind nun die Kohomologiegruppen
  58. des Komplexes $F(\com{I})$.
  59. \item Wohldefiniert.
  60. \end{enumerate}
  61. \end{bem}
  62. \begin{bem}[Idee]
  63. Identifiziere $X$ bzw. $X[0]$ mit seinen Auflösungen.
  64. \end{bem}
  65. \begin{definition}
  66. Sei $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ die Kategorie mit:
  67. \begin{itemize}
  68. \item Objekten: Komplexe von $\mathcal{A}$.
  69. \item Morphismen: Komplexhomomorphismen modulo Homotopie.
  70. \end{itemize}
  71. \end{definition}
  72. \begin{definition}[Derivierte Kategorie]
  73. Sei $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ die derivierte Kategorie von $\mathcal{A}$ mit
  74. \begin{itemize}
  75. \item Objekte: Komplexe von $\mathcal{A}$
  76. \end{itemize}
  77. und einem kanonischen Funktor
  78. $Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$, sodass
  79. Quasiisomorphismen Isomorphismen induzieren in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$.
  80. \end{definition}
  81. \begin{bem}[Mengentheorie]
  82. Es gibt mengentheoretische Probleme.
  83. \end{bem}
  84. $F$ induziert natürlicherweise einen Funktor $\mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$.
  85. \begin{definition}[Totalableitung]
  86. Sei $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ ein additiver
  87. Funktor plus $(*)$.
  88. Die (Rechts-)Ableitung von $F$ ist nun (falls existent) ein Funktor
  89. $\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$ mit
  90. einer natürlichen Transformation
  91. $\varphi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$, die
  92. eine gewissen universelle Eigenschaft erfüllen.
  93. \end{definition}
  94. \begin{bem}[Universelle Eigenschaft]
  95. Für jeden Funktor $G\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$
  96. und jede natürliche Transformation
  97. $\psi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to G \circ Q_{\mathcal{A}}$ eine
  98. eindeutige natürliche Transformation $\eta\colon RF \to G$ existiert, sodass
  99. \[
  100. \begin{tikzcd}
  101. Q_{\mathcal{B}} \circ F \arrow{r}{\phi} \arrow{dr}{\psi} & RF \circ Q_{\mathcal{A}} \arrow[dashed]{d}{\eta} \\
  102. & G \circ Q_{\mathcal{A}}
  103. \end{tikzcd}
  104. .\]
  105. \end{bem}
  106. \begin{bem}
  107. \begin{enumerate}[(1)]
  108. \item In der klassischen Situation existiert $RF$ auf der Unterkategorie
  109. $\mathcal{D}(\mathcal{A})^{+}$.
  110. \item Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0])$ stimmen mit den klassischen
  111. Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$ überein.
  112. \item $\varphi$ induziert Isomorphismen auf der Klasse der nach unten beschränkten
  113. Komplexe mit injektiven Objekten.
  114. \end{enumerate}
  115. \end{bem}
  116. \begin{satz}[]
  117. Sei $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{A}$.
  118. \begin{enumerate}[(1)]
  119. \item Für $\com{I} \in \mathcal{J}$ gilt: $\com{I} $ exakt
  120. $\implies$ $F(\com{I})$ exakt.
  121. \item Für alle $\com{X} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ existiert
  122. ein Quasiisomorphismus $\com{X} \to \com{I} $ mit $\com{I} \in \mathcal{J}$.
  123. \end{enumerate}
  124. Dann existiert $RF\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$
  125. und $\varphi(\com{I})$ ist ein Isomorphismus für alle $\com{I} \in \mathcal{J}$.
  126. \end{satz}
  127. \section{Ableitungen von Hom und Tensorprodukt}
  128. Erweitern von Hom und Tensorprodukt auf $\mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$.
  129. \begin{definition}[]
  130. Für $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ definieren wir
  131. $\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N}) \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$, sodass
  132. \begin{itemize}
  133. \item $\com{\operatorname{Hom}}$ auf eingradigen Komplexen
  134. mit $\operatorname{Hom}_{\mathcal{A}}$ übereinstimmt,
  135. \item und
  136. \[
  137. H^{0}(\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N})) =
  138. \operatorname{Mor}_{\mathcal{K}(\mathcal{A}}(\com{M}, \com{N})
  139. .\]
  140. \end{itemize}
  141. \end{definition}
  142. \begin{definition}
  143. Für $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ definiert man nun
  144. $\com{M} \otimes_A \com{N}$ so, dass man, analog zur klassischen Adjunktion, für
  145. $\com{P} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ einen natürlichen Isomorphismus
  146. \[
  147. \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A \com{N}, \com{P}) =
  148. \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P}))
  149. \] erhält.
  150. \end{definition}
  151. Das Ziel ist nun die Funktoren $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, $\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$
  152. und $- \otimes_A \com{N} $ abzuleiten.
  153. Dafür suchen wir jeweils eine Klasse $\mathcal{I}$ von Komplexen, die die Bedingungen
  154. (1) und (2) für den entsprechenden Funktor erfüllt.
  155. Für
  156. $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$ definieren wir dafür
  157. \begin{definition}
  158. Ein Komplex $\com{I} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ heißt \emph{K-injektiv}, wenn
  159. der Funktor $\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{I})$ Exaktheit von Komplexen erhält. Eine \emph{K-injektive
  160. Auflösung} eines Komplexes $\com{M} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ ist ein Quasiisomorphismus
  161. $\com{M} \to \com{I} $ mit einem K-injektiven Komplex $\com{I}$.
  162. \end{definition}
  163. \begin{bem}
  164. $\com{I} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ ist genau dann K-injektiv, wenn
  165. jeder Komplexhomomorphismus von einem exakten Komplex nach $\com{I} $
  166. nullhomotop ist.
  167. \end{bem}
  168. \begin{bsp}
  169. Jeder nach unten beschränkte Komplex mit injektiven Objekten ist K-injektiv (Algebra II).
  170. \end{bsp}
  171. Sei nun $\mathcal{I}$ die Klasse der K-injektiven Komplexe. Die Bedingung
  172. (1) ist für diese Wahl erfüllt, denn:
  173. \begin{lemma}
  174. Ein exakter K-injektiver Komplex ist in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ der Nullkomplex.
  175. \end{lemma}
  176. \begin{proof}
  177. Sei $\com{I} \in \mathcal{K}$ exakt und K-injektiv. Dann ist
  178. \[
  179. \text{id}_{\com{I} } \in \operatorname{Mor}_{\mathcal{K}}(\com{I}, \com{I})
  180. = H^{0}\com{\operatorname{Hom}}(\com{I}, \com{I}) = 0
  181. .\]
  182. \end{proof}
  183. Der schwierige Teil ist Bedingung (2) nachzuweisen.
  184. \begin{bsp}
  185. Falls $\mathcal{A}$ genügend viele Injektive hat, hat
  186. jeder nach unten beschränkte Komplex eine Auflösung durch einen
  187. nach unten beschränkten Komplex mit injektiven Objekten. Das konstruiert man induktiv, indem
  188. man schrittweise in injektive Objekte einbettet.
  189. \end{bsp}
  190. Das funktioniert nur nicht für unbeschränkte Komplexe.
  191. Idee: Wir bedienen uns der Auflösung beschränkter Komplexe, konstruieren damit ein inverses System
  192. und der Limes liefert dann eine K-injektive Auflösung.
  193. Sei $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen.
  194. \begin{definition}
  195. Ein $\mathcal{J}$-spezielles inverses System ist ein abzählbares inverses System
  196. $(\com{I}_n)_{n \in \N}$, sodass
  197. \begin{enumerate}[(1)]
  198. \item $\com{I}_1 = 0$
  199. \item Für $n > 1$ ist
  200. die kurze Folge
  201. \[
  202. \begin{tikzcd}
  203. 0 \arrow{r} & \text{ker } p_n \arrow{r} & \com{I}_n \arrow{r}{p_n}
  204. & \com{I}_{n-1} \arrow{r} & 0
  205. \end{tikzcd}
  206. \] exakt, zerfällt stufenweise und $\text{ker } p_n$ liegt in $\mathcal{J}$.
  207. \end{enumerate}
  208. \end{definition}
  209. Wir zeigen nun zunächst, dass die Klasse $\mathcal{I}$ der K-Injektiven abgeschlossen unter
  210. speziellen inversen Systemen ist, das heißt, dass der inverse Limes
  211. $\mathcal{I}$-spezieller inverser Systeme wieder in $\mathcal{I}$ liegt.
  212. Dazu beobachtet man
  213. \begin{lemma}
  214. Die Klasse der exakten Komplexe ist abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
  215. \end{lemma}
  216. \begin{proof}
  217. Diagrammjagd.
  218. \end{proof}
  219. \begin{lemma}
  220. Sei $\mathcal{B}$ eine weitere abelsche Kategorie,
  221. $\mathcal{J} \subset \mathcal{K}(\mathcal{B})$ abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
  222. Angenommen inverse Limites existieren in $\mathcal{A}$ und sei
  223. $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ ein kovarianter
  224. Funktor der mit inversen Limites vertauscht und gradweise zerfallende kurze exakte Folgen erhält.
  225. Dann ist $F^{-1}(\mathcal{J}) \subset \mathcal{K}(\mathcal{A})$ abgeschlossen unter speziellen
  226. inversen Limites.
  227. \end{lemma}
  228. \begin{proof}
  229. Das liegt daran, dass $F$ $F^{-1}(\mathcal{J})$-spezielle inverse Systeme in
  230. $\mathcal{J}$-spezielle inverse Systeme überführt.
  231. \end{proof}
  232. \begin{korollar}[]
  233. Die Klasse $\mathcal{I}$ der K-injektiven Komplexe
  234. ist abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
  235. \end{korollar}
  236. \begin{proof}
  237. Sei $\mathcal{E}$ die Klasse der exakten Komplexe in $\mathcal{A}$,
  238. dann ist für jeden exakten Komplex $\com{T} $ in $\mathcal{A}$ die Klasse
  239. $\com{\operatorname{Hom}}(\com{T}, -)^{-1}(\mathcal{E})$ abgeschlossen
  240. unter speziellen inversen Limites. Mit
  241. \[
  242. \mathcal{I} = \bigcap_{\com{T} \in \mathcal{E}}
  243. \com{\operatorname{Hom}} (\com{T}, -)^{-1}(\mathcal{E})
  244. \] folgt jetzt die Behauptung.
  245. \end{proof}
  246. Sei nun $\com{M} \in \mathcal{K}$ ein beliebiger Komplex.
  247. Wir wollen ein $\mathcal{I}$-spezielles inverses System konstruieren, dessen Limes eine Auflösung
  248. von $\com{M} $ liefert.
  249. \begin{definition}[Abschneiden]
  250. Für $n \in \N$ betrachten wir den Komplex $\tau^{\ge -n} \com{M} $
  251. \[
  252. \begin{tikzcd}
  253. 0 \arrow{r} & \arrow{r} \operatorname{coker } d_{M}^{-n-1}
  254. & \arrow{r} M^{-n+1}
  255. & \arrow{r} M^{-n+2}
  256. & \cdots
  257. \end{tikzcd}
  258. .\]
  259. \end{definition}
  260. \begin{bem}[]
  261. Dann ist für $i \ge -n$
  262. \[
  263. H^{i}(\tau^{\ge -n}\com{M}) = H^{i}(\com{M})
  264. .\]
  265. \end{bem}
  266. \begin{satz}[]
  267. Es existiert ein $\mathcal{I}$-spezielles inverses System $(\com{I}_n)_{n \in \N}$
  268. mit einem inversen System von Quasiisomorphismen $f_n\colon \tau^{\ge -n} \com{M} \to \com{I}_n$.
  269. \end{satz}
  270. \begin{proof}
  271. Wir gehen induktiv vor: Setze $I_1 = 0$ und $f_1 = 0$. Sei $\com{M}_n = \tau^{\ge -n} \com{M}$.
  272. Dann ist $\com{M}_2$ nach unten beschränkt, also existiert ein K-injektiver Komplex
  273. $\com{I}_2$ und ein Quasiisomorphismus $f_2 \colon \com{M}_2 \to \com{I}_2$.
  274. Sei nun $n \ge 3$, $\com{I}_{n-1}$ und $f_{n-1}$ bereits konstruiert.
  275. Aus $\com{I}_{n-1}$ und $\com{M}_n$ konstruiert man einen neuen nach unten beschränkten
  276. Komplex, der wieder durch einen K-injektiven aufgelöst werden kann. Durch geeignete Modifikation
  277. erhält man dann $\com{I}_n$ und $f_n$.
  278. \end{proof}
  279. Wir nehmen nun an, dass in $\mathcal{A}$ inverse Limites existieren.
  280. \begin{bem}[]
  281. \begin{enumerate}[(a)]
  282. \item Sei $\com{I} $ der Limes des Systems
  283. $(\com{I}_n)_{n \in \N}$ und $f\colon \com{M} \to \com{I}$ der Limes des Systems
  284. $(f_n)_{n \in \N}$.
  285. \item Dann sind zwar die $f_n$ Quasiisomorphismen, aber
  286. $f$ a priori kein Quasiisomorphismus, da der inverse Limes im Allgemeinen,
  287. insbesondere für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$, nicht exakt ist.
  288. \item Abhilfe: Mittag Leffler + Diagrammjagd. Also
  289. $f$ für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$ ein Quasiisomorphismus.
  290. \end{enumerate}
  291. \end{bem}
  292. \begin{korollar}[]
  293. Existenz von $R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$.
  294. \end{korollar}
  295. \begin{bem}[Umdrehen der Pfeile]
  296. Dual dazu definieren wir K-projektive Komplexe und Auflösungen und zeigen, dass jeder
  297. Komplex in $A$-Mod ebenfalls eine K-projektive Auflösung hat.
  298. \end{bem}
  299. \begin{korollar}[]
  300. Existenz von $R\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$.
  301. \end{korollar}
  302. \begin{definition}[K-flach]
  303. Analog zu K-injektiv für $- \otimes_A \com{N}$.
  304. \end{definition}
  305. \begin{satz}[]
  306. K-projektiv $\implies$ K-flach
  307. \end{satz}
  308. \begin{korollar}[]
  309. Es existieren K-flache Auflösungen.
  310. \end{korollar}
  311. \begin{korollar}
  312. Abgeleitetes Tensorprodukt existiert.
  313. \end{korollar}
  314. Die K-flachen Komplexe hängen noch auf wichtige Weise mit den K-injektiven zusammen:
  315. \begin{satz}[]
  316. Sei $\com{M} \in \mathcal{K}$. Dann ist $\com{M} $ genau dann K-flach, wenn
  317. $\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{I})$ K-injektiv ist für jeden K-Injektiven
  318. $\com{I} \in \mathcal{K}$.
  319. \end{satz}
  320. \begin{korollar}
  321. Seien $\com{M}, \com{N}, \com{P} \in \mathcal{D}(\mathcal{A})$. Dann existiert
  322. ein natürlicher Isomorphismus
  323. \[
  324. R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P})
  325. = R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P}))
  326. .\]
  327. \end{korollar}
  328. \begin{proof}
  329. Da in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ Quasiisomorphismen Isomorphismen induzieren und
  330. wir die Existenz der verschiedenen Auflösungen kennen, können wir ohne Einschränkung annehmen,
  331. dass $\com{P} $ K-injektiv und $\com{N} $ K-flach ist. Dann ist
  332. \begin{align*}
  333. R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P})
  334. &= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P}) \\
  335. &= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A \com{N}, \com{P}) \\
  336. &= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
  337. &= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
  338. &= R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
  339. &= R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P}))
  340. .\end{align*}
  341. \end{proof}
  342. Die eigentliche Adjunktion bekommen wir durch Anwenden von $H^{0}$
  343. \end{document}