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256 řádky
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  1. \documentclass{../../../lecture}
  2. \begin{document}
  3. \section{Grundlagen}
  4. \subsection{Mengen und Aussagen}
  5. \begin{definition}
  6. Seien $A$ und $B$ Mengen.
  7. \begin{itemize}
  8. %Venn Diagramme wären schön
  9. \item \textbf{Teilmenge} $B \subset A$ bedeutet: jedes Element von $B$ ist auch Element von $A$ \\
  10. $B$ ist eine Teilmenge von $A$; bsp.: $\mathbb{N} \subset \mathbb{Z}$
  11. \item \textbf{Mengengleichheit} Zwei Mengen $A$ und $B$ sind gleich, wenn $A \subset B$ und $B \subset A$.
  12. \item \textbf{Strikte Teilmenge} $B$ ist eine strikte Teilmenge von $A$, wenn es ein Elemnt $a \in A$ gibt, mit $a \notin B$.
  13. \item \textbf{Leere Menge} oder "Nullmenge" $\emptyset$ enthält keine Elemente. \\
  14. Es gilt konventionsgemäß $\emptyset \in A$ für alle Mengen $A$
  15. \item \textbf{Vereinigung} von $A$ und $B$: $A \cup B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{oder} \ a \in B \ \}$
  16. \item \textbf{Durchschnitt} von $A$ und $B$: $A \cap B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{und} \ a \in B \ \}$
  17. \item \textbf{Differenz} von $A$ und $B$: $A \setminus B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{und} \ a \notin B \ \}$
  18. \item \textbf{Produktmenge}: $A \times B := \{ \ (a, b) \ | \ a \in A \ \text{und} \ b \in B \ \}$
  19. \item \textbf{Disjunkte Mengen} $A$ und $B$ sind disjunkt, falls gilt: $A \cap B = \emptyset$
  20. \end{itemize}
  21. \end{definition}
  22. \begin{bem}
  23. Das ODER im mathematischen Sinne bedeutet das einschließliche oder und nicht das entweder oder.
  24. \end{bem}
  25. \subsection{Wahrheitstabellen}
  26. \label{sec:wahrheitstafeln}
  27. \begin{definition}
  28. Seien $V$ und $E$ Aussagen. \\
  29. Eine Aussage ist ein Satz, von dem eindeutig feststeht, ob er wahr oder falsch ist.\\
  30. \begin{itemize}
  31. \item \textbf{UND und ODER} \ Man definiere die Verknüpfungen UND $\land$ und ODER $\lor$ wie folgt:
  32. \begin{tabular}{l|c|c|c}
  33. $V$ & $E$ & $V \ \text{und} \ E$ & $V \ \text{oder} \ E$ \\
  34. \hline
  35. w & w & w & w \\
  36. w & f & f & w \\
  37. f & w & f & w \\
  38. f & f & f & f \\
  39. \end{tabular}
  40. \\
  41. \item \textbf{Negation} \ Man definiere die NICHT-Verknüpfung wie folgt:
  42. \begin{tabular}{l|c}
  43. $V$ & $\neg V$ \\
  44. \hline
  45. w & f \\
  46. f & w \\
  47. \end{tabular}
  48. \\
  49. \item \textbf{Implikation} \ Wenn $V$ gilt, gilt auch $E$. Man sagt: $V$ ist hinreichende Bedingung für $E$, oder die Voraussetzungen von $V$ sind hinreichend für die Gültigkeit von $E$. Die Gültigkeit von $E$ ist notwendig für die Gültigkeit von $V$, oder die Ungültigkeit von $E$ impliziert die Ungültigkeit von $V$. Es gilt: $V \implies E$ ist wahr, falls $\neg V$ oder $E$ wahr ist.
  50. \begin{tabular}{l|c|c}
  51. $V$ & $E$ & $V \implies E$ \\
  52. \hline
  53. w & w & w \\
  54. w & f & f \\
  55. f & w & w \\
  56. f & f & w \\
  57. \end{tabular}
  58. \\
  59. \item \textbf{Äquivalenz} \ Man definiere die Äquivalenzrelation $V \Leftrightarrow E$ als:\\
  60. $V \Leftrightarrow E$ steht für $V \implies E$ und $E \implies V$.
  61. \begin{tabular}{l|c|c}
  62. $V$ & $E$ & $V \Leftrightarrow E$ \\
  63. \hline
  64. w & w & w \\
  65. w & f & f \\
  66. f & w & f \\
  67. f & f & w \\
  68. \end{tabular}
  69. \\
  70. \end{itemize}
  71. \end{definition}
  72. \begin{definition}[Quantoren]
  73. Man definiere folgende Quantoren:
  74. \begin{itemize}
  75. \item $\forall$ Allquantor, also als: für alle.
  76. \item $\exists$ Existenzquantor, also als: es existiert ein.
  77. \item $\exists !$ als: es existiert genau ein a.
  78. \end{itemize}
  79. \end{definition}
  80. \begin{bem}
  81. Häufig hilft es Aussagen zu negieren. Hierbei gelten folgende Regeln (können mithilfe von WT gezeigt werden):
  82. \begin{itemize}
  83. \item $ \neg (\forall a \in A: V(a)) \Leftrightarrow (\exists a \in A: \neg V(a))$
  84. \item $ \neg (\exists a \in A: V(a)) \Leftrightarrow (\forall a \in A: \neg V(a))$
  85. \end{itemize}
  86. \end{bem}
  87. \begin{bem}[Kontraposition]
  88. Zwei weitere Hilfsmittel:
  89. \begin{itemize}
  90. \item $( V \implies E) \Leftrightarrow (\neg E \implies \neg V)$
  91. \item $(V \Leftarrow E) \Leftrightarrow (\neg E \Leftarrow \neg V)$
  92. \end{itemize}
  93. \end{bem}
  94. \begin{bem}
  95. Zu Quantoren:
  96. \begin{itemize}
  97. \item Quantoren müssen immer angegeben werden.
  98. \item Die Reihenfolge der Quantoren ist essentiell. \\
  99. Bsp.: $T:=$ Menge aller Töpfe, $D:=$ Menge aller Deckel, $V(a,b)=$ Deckel $b$ passt auf Topf $a$. \\
  100. $\forall a \in T: \exists b \in D: V(a,b)$ ist vermutlich wahr, \\
  101. $\exists b \in D: \forall a \in T: V(a,b)$ ist vermutlich falsch.
  102. \end{itemize}
  103. \end{bem}
  104. \subsection{Abbildungen}
  105. \begin{definition}[Abbildungen]
  106. Seien $A, B$ Mengen. Eine Abbildung $f$ zwischen $A$ und $B$ $f: A \rightarrow B$ ist eine Vorschrift, die jedem Element $a \in A$ genau ein Element $b \in B$ zugeordnet. \\
  107. Hierbei nenne man $A$ Definitionsmenge von $f$ und $B$ Wertemenge von $f$.
  108. \end{definition}
  109. \begin{definition}[Folgen]
  110. Zahlenfolgen sind Abbildungen $a: \mathbb{N} \rightarrow \mathbb{R}$. Schreibweise: statt $a(n)$ wird $a_{n}$ und statt $a: \mathbb{N} \rightarrow \mathbb{R}$ wird $(a_{n})_{n \in \mathbb{N}}$ geschrieben.
  111. \end{definition}
  112. \begin{definition}[injektiv, surjektiv, bijektiv]
  113. Es sei $f: A \rightarrow B$ eine Abbildung.
  114. \begin{itemize}
  115. \item Abbildung $f$ heißt injektiv, wenn gilt:
  116. \begin{equation*}
  117. \forall a_{1}, a_{2} \in A: f(a_{1}) = f(a_{2}) \implies a_{1} = a_{2}.
  118. \end{equation*}
  119. \item Abbildung $f$ heißt surjektiv wenn gilt:
  120. \begin{equation*}
  121. \forall b \in B: \exists a \in A: b = f(a).
  122. \end{equation*}
  123. \item Abbildung $f$ heißt bijektiv, wenn $f$ injektiv und surjektiv ist.
  124. \end{itemize}
  125. \end{definition}
  126. \begin{bsp}
  127. Es sei $f$ eine Abbildung: $f: \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}, \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$. Dann ist $f$ weder injektiv, noch surjektiv. \\
  128. Jedoch ist $f: \mathbb{R} \rightarrow [-1, 1], \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$ surjektiv, aber nicht injektiv. \\
  129. Und $f: [-\dfrac{\pi}{2}, \dfrac{\pi}{2} ] \rightarrow [-1, 1], \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$ ist injektiv und surjektiv, also bijektiv.
  130. \end{bsp}
  131. \begin{definition}[Bild]
  132. Das Bild von $A_{1}$ (unter $f$):
  133. \begin{equation*}
  134. f(A_{1}) := \{ f(a) \ | \ a \in A_{1} \ \} = \{ b \in B \ | \ \exists a \in A_{1}: b = f(a) \ \}
  135. \end{equation*}
  136. \end{definition}
  137. \begin{definition}[Urbild]
  138. Das Urbild von $B_{1}$ (unter $f$):
  139. \begin{equation*}
  140. f^{-1}(B_{1}) := \{ a \ | \ f(a) \in B_{1} \ \} \subset A
  141. \end{equation*}
  142. \end{definition}
  143. \begin{definition}[Inverse]
  144. Zu einer bijektiven Abbildung existiert eine sogenannte Umkehrabbildung, auch Inverse, die ebenfalls bijektiv ist:
  145. \begin{equation*}
  146. f^{-1}: B \rightarrow A \ \text{mit} \ a = f^{-1}(b) \ :\Leftrightarrow \ b = f(a)
  147. \end{equation*}
  148. \end{definition}
  149. \begin{bem}
  150. Nur bijektive Abbildung besitzen Inverse. \\
  151. Die Notation $f^{-1}(B)$ hat zwei Bedeutungen:
  152. \begin{itemize}
  153. \item Urbild von $B$ unter $f$
  154. \item Bild von $B$ unter $f^{-1}$
  155. \end{itemize}
  156. Das Urbild ist also für beliebige Abbildungen definiert
  157. \end{bem}
  158. \begin{definition}[Komposition von Abbildungen]
  159. Es sein $f: A \rightarrow B$ und $g: B \rightarrow C$ Abbildungen.
  160. Dann sei:
  161. \begin{equation*}
  162. g \circ f : A \rightarrow C, \ (g\circ f)(a) := g(f(a))
  163. \end{equation*}
  164. Man sagt: $g \circ f$ heißt $g$ komponiert $f$.
  165. \end{definition}
  166. \begin{definition}[Morphismen]
  167. Seien $A$ und $B$ Mengen mit einer gewissen Operation $\oplus_{A}$ bzw. $\oplus_{B}$, z.B. Addition, Multiplikation. \\
  168. Die Abbildung $f: A \rightarrow B$ heißt homomorph (strukturerhaltend ), wenn gilt:
  169. \begin{equation*}
  170. \forall a_{1}, a_{2} \in A: f(a_{1} \oplus_{A} a_{2}) =f(a_{1}) \oplus_{A} f(a_{2})
  171. \end{equation*}
  172. Ein bijektiver Homomorphismus heißt Isomorphismus.
  173. \end{definition}
  174. \begin{definition}[Äquivalenzrelation]
  175. Äquivalenzrelation auf eine Menge $A$ ist eine Beziehung $a \sim b$ zwischen Elementen von $A$ mit Eigenschaften
  176. \begin{itemize}
  177. \item $R_{1}$ (Relation)für $\forall a, b \in A$ gilt entweder $a \sim b$ oder $a \nsim b$
  178. \item $R_{2}$(Reflexivität) $a \sim a$
  179. \item $R_{3}$(Symmetrie) $a \sim b \implies b \sim a$
  180. \item $R_{4}$(Transitivität) $a \sim b$ und $b \sim c \implies a \sim c$
  181. \end{itemize}
  182. \end{definition}
  183. \begin{definition}[Äquivalenzklasse]
  184. $[a] := \{ b \in A \ | \ b \sim a \ \}$ \\
  185. $a$ heißt Repräsentant der Äquivalenzklasse $[a]$.
  186. \end{definition}
  187. \begin{bsp}
  188. $\mathbb{N} \times \mathbb{N}$ \\
  189. Man definiere folgende Äquivalenzrelation: \\
  190. \begin{equation*}
  191. (n, m) \sim (n', m') :\Leftrightarrow n + m' = n' + m \Leftrightarrow n - m = n' - m'
  192. \end{equation*}
  193. $R_{1}$ und $R_{2}$ sind offenbar erfüllt. \\
  194. $R_{3}$ $n + m' = n' + m \implies (n', m') \sim (n, m)$ \\
  195. $R_{4}$ $(n, m) \sim (n', m')$ und $(n', m') \sim (n'', m'')$ gilt: \\
  196. $(n' + m') + m'' = (n' + m) + m'' = (n' + m'') + m = (m' + n'') + m$ \\
  197. $\implies n + m'' = n'' + m \implies (n, m) \sim (n'', m'')$ \\
  198. Die zugehörigen Äquivalenzklassen bestehen aus allen Paaren natürlicher Zahlen mit gleicher Differenz.
  199. \end{bsp}
  200. \end{document}