Für Vorlesungen, bitte die Webseite verwenden. https://flavigny.de/lecture
25개 이상의 토픽을 선택하실 수 없습니다. Topics must start with a letter or number, can include dashes ('-') and can be up to 35 characters long.

262 lines
8.8KB

  1. \documentclass{../../../lecture}
  2. \begin{document}
  3. \maketitle
  4. \newpage
  5. \tableofcontents
  6. \newpage
  7. \section{Grundlagen}
  8. \subsection{Mengen und Aussagen}
  9. \begin{definition}
  10. Seien $A$ und $B$ Mengen.
  11. \begin{itemize}
  12. %Venn Diagramme wären schön
  13. \item \textbf{Teilmenge} $B \subset A$ bedeutet: jedes Element von $B$ ist auch Element von $A$ \\
  14. $B$ ist eine Teilmenge von $A$; bsp.: $\mathbb{N} \subset \mathbb{Z}$
  15. \item \textbf{Mengengleichheit} Zwei Mengen $A$ und $B$ sind gleich, wenn $A \subset B$ und $B \subset A$.
  16. \item \textbf{Strikte Teilmenge} $B$ ist eine strikte Teilmenge von $A$, wenn es ein Elemnt $a \in A$ gibt, mit $a \notin B$.
  17. \item \textbf{Leere Menge} oder "Nullmenge" $\emptyset$ enthält keine Elemente. \\
  18. Es gilt konventionsgemäß $\emptyset \in A$ für alle Mengen $A$
  19. \item \textbf{Vereinigung} von $A$ und $B$: $A \cup B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{oder} \ a \in B \ \}$
  20. \item \textbf{Durchschnitt} von $A$ und $B$: $A \cap B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{und} \ a \in B \ \}$
  21. \item \textbf{Differenz} von $A$ und $B$: $A \setminus B := \{ \ a \ | \ a \in A \ \text{und} \ a \notin B \ \}$
  22. \item \textbf{Produktmenge}: $A \times B := \{ \ (a, b) \ | \ a \in A \ \text{und} \ b \in B \ \}$
  23. \item \textbf{Disjunkte Mengen} $A$ und $B$ sind disjunkt, falls gilt: $A \cap B = \emptyset$
  24. \end{itemize}
  25. \end{definition}
  26. \begin{bem}
  27. Das ODER im mathematischen Sinne bedeutet das einschließliche oder und nicht das entweder oder.
  28. \end{bem}
  29. \subsection{Wahrheitstabellen}
  30. \label{sec:wahrheitstafeln}
  31. \begin{definition}
  32. Seien $V$ und $E$ Aussagen. \\
  33. Eine Aussage ist ein Satz, von dem eindeutig feststeht, ob er wahr oder falsch ist.\\
  34. \begin{itemize}
  35. \item \textbf{UND und ODER} \ Man definiere die Verknüpfungen UND $\land$ und ODER $\lor$ wie folgt:
  36. \begin{tabular}{l|c|c|c}
  37. $V$ & $E$ & $V \ \text{und} \ E$ & $V \ \text{oder} \ E$ \\
  38. \hline
  39. w & w & w & w \\
  40. w & f & f & w \\
  41. f & w & f & w \\
  42. f & f & f & f \\
  43. \end{tabular}
  44. \\
  45. \item \textbf{Negation} \ Man definiere die NICHT-Verknüpfung wie folgt:
  46. \begin{tabular}{l|c}
  47. $V$ & $\neg V$ \\
  48. \hline
  49. w & f \\
  50. f & w \\
  51. \end{tabular}
  52. \\
  53. \item \textbf{Implikation} \ Wenn $V$ gilt, gilt auch $E$. Man sagt: $V$ ist hinreichende Bedingung für $E$, oder die Voraussetzungen von $V$ sind hinreichend für die Gültigkeit von $E$. Die Gültigkeit von $E$ ist notwendig für die Gültigkeit von $V$, oder die Ungültigkeit von $E$ impliziert die Ungültigkeit von $V$. Es gilt: $V \implies E$ ist wahr, falls $\neg V$ oder $E$ wahr ist.
  54. \begin{tabular}{l|c|c}
  55. $V$ & $E$ & $V \implies E$ \\
  56. \hline
  57. w & w & w \\
  58. w & f & f \\
  59. f & w & w \\
  60. f & f & w \\
  61. \end{tabular}
  62. \\
  63. \item \textbf{Äquivalenz} \ Man definiere die Äquivalenzrelation $V \Leftrightarrow E$ als:\\
  64. $V \Leftrightarrow E$ steht für $V \implies E$ und $E \implies V$.
  65. \begin{tabular}{l|c|c}
  66. $V$ & $E$ & $V \Leftrightarrow E$ \\
  67. \hline
  68. w & w & w \\
  69. w & f & f \\
  70. f & w & f \\
  71. f & f & w \\
  72. \end{tabular}
  73. \\
  74. \end{itemize}
  75. \end{definition}
  76. \begin{definition}[Quantoren]
  77. Man definiere folgende Quantoren:
  78. \begin{itemize}
  79. \item $\forall$ Allquantor, also als: für alle.
  80. \item $\exists$ Existenzquantor, also als: es existiert ein.
  81. \item $\exists !$ als: es existiert genau ein a.
  82. \end{itemize}
  83. \end{definition}
  84. \begin{bem}
  85. Häufig hilft es Aussagen zu negieren. Hierbei gelten folgende Regeln (können mithilfe von WT gezeigt werden):
  86. \begin{itemize}
  87. \item $ \neg (\forall a \in A: V(a)) \Leftrightarrow (\exists a \in A: \neg V(a))$
  88. \item $ \neg (\exists a \in A: V(a)) \Leftrightarrow (\forall a \in A: \neg V(a))$
  89. \end{itemize}
  90. \end{bem}
  91. \begin{bem}[Kontraposition]
  92. Zwei weitere Hilfsmittel:
  93. \begin{itemize}
  94. \item $( V \implies E) \Leftrightarrow (\neg E \implies \neg V)$
  95. \item $(V \Leftarrow E) \Leftrightarrow (\neg E \Leftarrow \neg V)$
  96. \end{itemize}
  97. \end{bem}
  98. \begin{bem}
  99. Zu Quantoren:
  100. \begin{itemize}
  101. \item Quantoren müssen immer angegeben werden.
  102. \item Die Reihenfolge der Quantoren ist essentiell. \\
  103. Bsp.: $T:=$ Menge aller Töpfe, $D:=$ Menge aller Deckel, $V(a,b)=$ Deckel $b$ passt auf Topf $a$. \\
  104. $\forall a \in T: \exists b \in D: V(a,b)$ ist vermutlich wahr, \\
  105. $\exists b \in D: \forall a \in T: V(a,b)$ ist vermutlich falsch.
  106. \end{itemize}
  107. \end{bem}
  108. \subsection{Abbildungen}
  109. \begin{definition}[Abbildungen]
  110. Seien $A, B$ Mengen. Eine Abbildung $f$ zwischen $A$ und $B$ $f: A \rightarrow B$ ist eine Vorschrift, die jedem Element $a \in A$ genau ein Element $b \in B$ zugeordnet. \\
  111. Hierbei nenne man $A$ Definitionsmenge von $f$ und $B$ Wertemenge von $f$.
  112. \end{definition}
  113. \begin{definition}[Folgen]
  114. Zahlenfolgen sind Abbildungen $a: \mathbb{N} \rightarrow \mathbb{R}$. Schreibweise: statt $a(n)$ wird $a_{n}$ und statt $a: \mathbb{N} \rightarrow \mathbb{R}$ wird $(a_{n})_{n \in \mathbb{N}}$ geschrieben.
  115. \end{definition}
  116. \begin{definition}[injektiv, surjektiv, bijektiv]
  117. Es sei $f: A \rightarrow B$ eine Abbildung.
  118. \begin{itemize}
  119. \item Abbildung $f$ heißt injektiv, wenn gilt:
  120. \begin{equation*}
  121. \forall a_{1}, a_{2} \in A: f(a_{1}) = f(a_{2}) \implies a_{1} = a_{2}.
  122. \end{equation*}
  123. \item Abbildung $f$ heißt surjektiv wenn gilt:
  124. \begin{equation*}
  125. \forall b \in B: \exists a \in A: b = f(a).
  126. \end{equation*}
  127. \item Abbildung $f$ heißt bijektiv, wenn $f$ injektiv und surjektiv ist.
  128. \end{itemize}
  129. \end{definition}
  130. \begin{bsp}
  131. Es sei $f$ eine Abbildung: $f: \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}, \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$. Dann ist $f$ weder injektiv, noch surjektiv. \\
  132. Jedoch ist $f: \mathbb{R} \rightarrow [-1, 1], \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$ surjektiv, aber nicht injektiv. \\
  133. Und $f: [-\dfrac{\pi}{2}, \dfrac{\pi}{2} ] \rightarrow [-1, 1], \ x \mapsto \operatorname{sin} (x)$ ist injektiv und surjektiv, also bijektiv.
  134. \end{bsp}
  135. \begin{definition}[Bild]
  136. Das Bild von $A_{1}$ (unter $f$):
  137. \begin{equation*}
  138. f(A_{1}) := \{ f(a) \ | \ a \in A_{1} \ \} = \{ b \in B \ | \ \exists a \in A_{1}: b = f(a) \ \}
  139. \end{equation*}
  140. \end{definition}
  141. \begin{definition}[Urbild]
  142. Das Urbild von $B_{1}$ (unter $f$):
  143. \begin{equation*}
  144. f^{-1}(B_{1}) := \{ a \ | \ f(a) \in B_{1} \ \} \subset A
  145. \end{equation*}
  146. \end{definition}
  147. \begin{definition}[Inverse]
  148. Zu einer bijektiven Abbildung existiert eine sogenannte Umkehrabbildung, auch Inverse, die ebenfalls bijektiv ist:
  149. \begin{equation*}
  150. f^{-1}: B \rightarrow A \ \text{mit} \ a = f^{-1}(b) \ :\Leftrightarrow \ b = f(a)
  151. \end{equation*}
  152. \end{definition}
  153. \begin{bem}
  154. Nur bijektive Abbildung besitzen Inverse. \\
  155. Die Notation $f^{-1}(B)$ hat zwei Bedeutungen:
  156. \begin{itemize}
  157. \item Urbild von $B$ unter $f$
  158. \item Bild von $B$ unter $f^{-1}$
  159. \end{itemize}
  160. Das Urbild ist also für beliebige Abbildungen definiert
  161. \end{bem}
  162. \begin{definition}[Komposition von Abbildungen]
  163. Es sein $f: A \rightarrow B$ und $g: B \rightarrow C$ Abbildungen.
  164. Dann sei:
  165. \begin{equation*}
  166. g \circ f : A \rightarrow C, \ (g\circ f)(a) := g(f(a))
  167. \end{equation*}
  168. Man sagt: $g \circ f$ heißt $g$ komponiert $f$.
  169. \end{definition}
  170. \begin{definition}[Morphismen]
  171. Seien $A$ und $B$ Mengen mit einer gewissen Operation $\oplus_{A}$ bzw. $\oplus_{B}$, z.B. Addition, Multiplikation. \\
  172. Die Abbildung $f: A \rightarrow B$ heißt homomorph (strukturerhaltend ), wenn gilt:
  173. \begin{equation*}
  174. \forall a_{1}, a_{2} \in A: f(a_{1} \oplus_{A} a_{2}) =f(a_{1}) \oplus_{A} f(a_{2})
  175. \end{equation*}
  176. Ein bijektiver Homomorphismus heißt Isomorphismus.
  177. \end{definition}
  178. \begin{definition}[Äquivalenzrelation]
  179. Äquivalenzrelation auf eine Menge $A$ ist eine Beziehung $a \sim b$ zwischen Elementen von $A$ mit Eigenschaften
  180. \begin{itemize}
  181. \item $R_{1}$ (Relation)für $\forall a, b \in A$ gilt entweder $a \sim b$ oder $a \nsim b$
  182. \item $R_{2}$(Reflexivität) $a \sim a$
  183. \item $R_{3}$(Symmetrie) $a \sim b \implies b \sim a$
  184. \item $R_{4}$(Transitivität) $a \sim b$ und $b \sim c \implies a \sim c$
  185. \end{itemize}
  186. \end{definition}
  187. \begin{definition}[Äquivalenzklasse]
  188. $[a] := \{ b \in A \ | \ b \sim a \ \}$ \\
  189. $a$ heißt Repräsentant der Äquivalenzklasse $[a]$.
  190. \end{definition}
  191. \begin{bsp}
  192. $\mathbb{N} \times \mathbb{N}$ \\
  193. Man definiere folgende Äquivalenzrelation: \\
  194. \begin{equation*}
  195. (n, m) \sim (n', m') :\Leftrightarrow n + m' = n' + m \Leftrightarrow n - m = n' - m'
  196. \end{equation*}
  197. $R_{1}$ und $R_{2}$ sind offenbar erfüllt. \\
  198. $R_{3}$ $n + m' = n' + m \implies (n', m') \sim (n, m)$ \\
  199. $R_{4}$ $(n, m) \sim (n', m')$ und $(n', m') \sim (n'', m'')$ gilt: \\
  200. $(n' + m') + m'' = (n' + m) + m'' = (n' + m'') + m = (m' + n'') + m$ \\
  201. $\implies n + m'' = n'' + m \implies (n, m) \sim (n'', m'')$ \\
  202. Die zugehörigen Äquivalenzklassen bestehen aus allen Paaren natürlicher Zahlen mit gleicher Differenz.
  203. \end{bsp}
  204. \end{document}