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@@ -16,17 +16,22 @@ $N$ die Adjunktion
\[
- \otimes_A N \dashv \operatorname{Hom}_A(N, -)
\] bekannt. In der klassischen homologischen Algebra definiert man
die Funktoren $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ und $\operatorname{Tor}_A^{i}(-, N)$ als
die Funktoren $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ und $\operatorname{Tor}_i^{A}(-, N)$ als
Ableitungen der Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ und $- \otimes_A N$. Nun stellt sich
die Frage, ob zwischen diesen ein analoges Adjunktionsresultat gilt.

Die Antwort ist nein, denn angenommen $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ wäre rechtsadjungiert, dann
folgte, dass $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ linksexakt sei. Die exakte Folge
\begin{satz}[]
$\operatorname{Ext}$ ist nicht rechtsadjungiert.
\end{satz}

\begin{proof}
Angenommen $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ ist rechtsadjungiert, dann
ist $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ linksexakt sei. Die exakte Folge
\[
\begin{tikzcd}
0 \arrow{r} & \Z \arrow{r}{\cdot 2} & \Z \arrow{r} & \Z / 2 \Z \arrow{r} & 0
\end{tikzcd}
\] in $\Z$-Mod lieferte dann die exakte Folge
\] in $\Z$-Mod liefert die exakte Folge
\[
\begin{tikzcd}
\underbrace{\operatorname{Ext}^{0}_{\Z}(\Z / 2\Z, \Z)}_{= 0} \arrow{r} &
@@ -38,25 +43,18 @@ folgte, dass $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ linksexakt sei. Die exakte Folge
und $\operatorname{Ext}_{\Z}^{0}(\Z / 2 \Z, \Z) = \operatorname{Hom}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) = 0$, also ist
$\operatorname{Ext}_{\Z}^{1}(\Z / 2 \Z, \Z) \to \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z)$ nicht injektiv.

\end{proof}

\section{Neuer Ableitungsbegriff}

Es liegt also nahe, dass der klassische Ableitungsbegriff unvollständig ist.
Um einen allgemeineren zu finden,
betrachtet man die Bildung von klassischen Ableitungen.
%Konstruktion eines neuen Ableitungsbegriffs führt zum Begriff der derivierten Kategorie:
%Sei $\mathcal{A}$ eine abelsche Kategorie und sei $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ die Homotopiekategorie
%von $\mathcal{A}$, das heißt die Kategorie, deren Objekte Komplexe aus $\mathcal{A}$ und
%deren Morphismen Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind.
Dazu seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien und $\mathcal{A}$ habe
genügend viele Injektive.
Sei $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ ein additiver und linksexakter Funktor und
$X \in \mathcal{A}$. Dann existiert eine injektive Auflösung von $X$, also ein Komplex
$\com{I}$ in $\mathcal{A}$, sodass
\[
\begin{tikzcd}
0 \arrow{r} & X \arrow{r} & I^{0} \arrow{r} & I^{1} \arrow{r} & \cdots
\end{tikzcd}
\] exakt ist oder, äquivalent dazu, dass die vertikalen Morphismen in
Seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien, $\mathcal{A}$ habe genügend viele Injektive
und $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ sei additiv und linksexakt.

\begin{bem}[Erinnerung]
Sei $X \in \mathcal{A}$.
\begin{enumerate}[(1)]
\item Es existiert eine injektive Auflösung von $X$, also ein Komplex
$\com{I}$ in $\mathcal{A}$ mit injektiven Objekten, sodass
\begin{equation}
\begin{tikzcd}
\cdots \arrow{r} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & X \arrow{r} \arrow{d} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & \cdots \\
@@ -64,132 +62,107 @@ $\com{I}$ in $\mathcal{A}$, sodass
\label{eq:resolution}
\end{tikzcd}
\end{equation}
einen Quasiisomorphismus bilden, das heißt ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen auf
den Kohomologiegruppen induziert. Die Ableitungen von $F$ bei $X$ sind nun die Kohomologiegruppen
des Komplexes $F(\com{I})$. Man zeigt dann aufwendig, dass dieser Prozess wohldefiniert ist, das
heißt insbesondere nicht von der Wahl der injektiven Auflösung von $X$ abhängt.

Anstatt den abgeleiteten Funktor von $F$ auf $\mathcal{A}$ zu konstruieren, definiert man nun
die Ableitung auf einer Komplexkategorie von $\mathcal{A}$, das heißt einer Kategorie, deren
Objekte Komplexe mit Objekten aus $\mathcal{A}$ sind. Bezeichne mit $X[0]$ den oberen Komplex
in \eqref{eq:resolution}. Dann ist es natürlich zu fordern, dass die Ableitung von $F$ bei
$X[0]$ bis auf Isomorphie mit der Ableitung von $F$ bei $\com{I}$ und bei allen weiteren injektiven
Auflösungen von $X$ übereinstimmt.

Dies führt zu der Idee, Objekte (und allgemeiner Komplexe) auf kategorieller Ebene
mit ihren Auflösungen zu identifizieren,
also eine geeignete Kategorie von Komplexen zu finden,
in der quasiisomorphe Komplexe bereits isomorph sind.
Dazu kann man zunächst zur
Homotopiekategorie $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ übergehen, das heißt die Kategorie, deren
Objekte Komplexe aus $\mathcal{A}$ und deren Morphismen
Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind. Allerdings ist ein Quasiisomorphismus im
Allgemeinen keine Homotopieäquivalenz. Deshalb konstruiert man eine weitere Kategorie
$\mathcal{D}(\mathcal{A})$, die derivierte Kategorie von $\mathcal{A}$, mit den Objekten
von $\mathcal{K}(\mathcal{A})$, wobei alle Quasiisomorphismen in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$
Isomorphismen in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ induzieren. Man erhält einen kanonischen Funktor
$Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$.

Die (Rechts-)Ableitung von $F$ ist nun (falls existent) ein Funktor
$\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$ mit
einer natürlichen Transformation
$\xi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$, die den Zusammenhang
zwischen $\text{R}F$ und $F$ herstellt.

Im Allgemeinen ist die Existenz von $\text{R}F$ eine schwierige Frage, in der klassischen
Situation existiert $\text{R}F$ jedoch zumindest
auf der Unterkategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})^{+}$ der
nach unten beschränkten Komplexe und die Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0])$ stimmen
mit den klassischen Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$ überein. Vom klassischen Standpunkt
erwartungsgemäß, induziert die natürliche Transformation $\xi$ auf der Klasse der nach
unten beschränkten Komplexe mit injektiven Objekten Isomorphismen, das heißt $F$ stimmt mit
seiner Ableitung $\text{R}F$ auf diesen Komplexen überein.

Dieser neue Ableitungsbegriff erlaubt auf natürliche Weise auch Funktoren\footnote{Unter Voraussetzung
einer schwachen Bedingung an $F$, die beispielsweise erfüllt ist, wenn
$F$ von einem additiven Funktor
$\mathcal{A} \to \mathcal{B}$ induziert ist.}
$F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ zuzulassen.
Analog zur klassischen
Theorie ist dann die Existenz der Ableitung von $F$ gesichert durch:
\begin{enumerate}[(1)]
\item eine Klasse $\mathcal{J}$ von $F$-azyklischen Komplexen, das heißt
eine Klasse von Komplexen für die $F$ Exaktheit erhält, und
\item für jeden Komplex einen Quasiisomorphismus in einen Komplex aus $\mathcal{J}$.
ein Quasiisomorphismus ist, das heißt ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen auf
den Kohomologiegruppen induziert.

\item Die Ableitungen von $F$ bei $X$ sind nun die Kohomologiegruppen
des Komplexes $F(\com{I})$.

\item Wohldefiniert.
\end{enumerate}
In diesem Fall induziert $\xi$ auf den Komplexen aus $\mathcal{J}$ Isomorphismen, das heißt
Ableitungen berechnen sich, analog zur klassischen Situation, durch Auflösungen durch Komplexe
aus $\mathcal{J}$.

Besonders die zweite Bedingung ist für beliebige abelsche Kategorien jedoch nur
sehr schwer zu erfüllen und hängt durch $\mathcal{J}$ von dem konkreten Funktor $F$ ab. Spaltenstein
hat das in seiner
Arbeit ,,Resolution of unbounded complexes`` \cite{spaltenstein}
für zahlreiche Funktoren unter wenigen Voraussetzungen
an die beteiligten Kategorien gelöst. Die vorliegende Arbeit stellt im
\ref{sec:resolutions}. Abschnitt sein Argument dar, um dies im \ref{sec:application}.
Abschnitt auf den Homfunktor und das Tensorprodukt anzuwenden.

Dafür erweitern wir die Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ und $- \otimes_A N$ in natürlicher Weise
zu Funktoren $\mathcal{K}(A\text{-Mod}) \to \mathcal{K}(A\text{-Mod})$, sodass die Erweiterungen,
angewendet auf eingradige Komplexe, mit den ursprünglichen Funktoren übereinstimmen. Der naive
Ansatz $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ bzw. $\operatorname{Hom}_A(-, N)$ in beiden Variablen zu erweitern,
indem für Komplexe $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ gradweise
$\operatorname{Hom}_A(M^{i}, N^{i})$ gebildet wird, ist nicht hinreichend,
denn dieser neue Komplex enthielte keine Informationen über die Komplexhomomorphismen
von $\com{M}$ nach $\com{N}$.

%Die Idee
%der derivierten Kategorie kommt von der Beobachtung, dass vor allem die Kohomologiegruppen von
%Komplexen von Interessse sind. Allerdings ist ein Quasiisomorphismus
%$f\colon \com{X} \to \com{Y}$ zwischen Komplexen $\com{X}, \com{Y} $ in $\mathcal{A}$,
%also ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen zwischen den Kohomologiegruppen induziert,
%im Allgemeinen keine Homotopieäquivalenz, das heißt kein Isomorphismus in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$.
%Diesen Defekt behebt die deriverte Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})$, die die selben Objekte
%hat wie $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ und in der alle Quasiisomorphismen zu Isomorphismen erklärt
%werden. Bezeichne im Folgenden
%$Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$ den kanonischen Funktor.

%Sei nun $\mathcal{B}$ eine weitere abelsche Kategorie und $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$
%ein additiver Funktor. Dann definiert man einen Funktor
%$\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$
%mit einer natürlichen Transformation
%$\xi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$. Für ein Objekt
%$X \in \mathcal{A}$ bezeichne $X[0] \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ den Komplex der im Grad $0$ $X$
%zu stehen hat und in allen anderen Graden $0$ ist.
%Falls $F$ linksexakt ist,
%existiert $\text{R}F$ und die Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0]) $ entsprechen
%den klassischen Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$. Allgemeiner definiert man $\text{R}F$
%für bestimmte Funktoren $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{A})$. Das
%bedeutet der neue Ableitungsbegriff ist eine echte Verallgemeinerung des alten.

%Um die abgeleitete Hom-Tensor Adjunktion zu formulieren, werden die Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$
%und $- \otimes_A N$ in natürlicher Weise zu Funktoren
%$\mathcal{K}(A\text{-Mod}) \to \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ erweitert, sodass
%die Erweiterungen, angewendet auf eingradige Komplexe, mit den ursprünglichen Funktoren
%übereinstimmen. Der so (in beiden Variablen) funktoriell definierte Komplex
%$\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N})$ für
%Komplexe $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ soll dabei Informationen über die
%Morphismen in $\mathcal{K}(A\text{-Mod})$ von $\com{M} $ nach $\com{N} $ enthalten. Man definiert
%also für $n \in \Z$
\end{bem}

\begin{bem}[Idee]
Identifiziere $X$ bzw. $X[0]$ mit seinen Auflösungen.
\end{bem}

\begin{definition}
Anstatt dessen definiert man für $n \in \Z$ und Komplexe $\com{M}, \com{N} \in
\mathcal{K}(\mathcal{A})$:
\[
\operatorname{Hom}^{n}(\com{M}, \com{N}) = \prod_{i \in \Z} \operatorname{Hom}_A(M^{i}, N^{i+n})
\] mit Differential
\[
d^{n}(f) = d_{\com{N} } f - (-1)^{n} f d_{\com{M}}
.\]
Sei $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ die Kategorie mit:
\begin{itemize}
\item Objekten: Komplexe von $\mathcal{A}$.
\item Morphismen: Komplexhomomorphismen modulo Homotopie.
\end{itemize}
\end{definition}

\begin{lemma}
Dann erhält man den Zusammenhang
\begin{definition}[Derivierte Kategorie]
Sei $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ die derivierte Kategorie von $\mathcal{A}$ mit
\begin{itemize}
\item Objekte: Komplexe von $\mathcal{A}$
\end{itemize}
und einem kanonischen Funktor
$Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$, sodass
Quasiisomorphismen Isomorphismen induzieren in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$.
\end{definition}

\begin{bem}[Mengentheorie]
Es gibt mengentheoretische Probleme.
\end{bem}

$F$ induziert natürlicherweise einen Funktor $\mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$.

\begin{definition}[Totalableitung]
Sei $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ ein additiver
Funktor plus $(*)$.
Die (Rechts-)Ableitung von $F$ ist nun (falls existent) ein Funktor
$\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$ mit
einer natürlichen Transformation
$\varphi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$, die
eine gewissen universelle Eigenschaft erfüllen.
\end{definition}

\begin{bem}[Universelle Eigenschaft]
Für jeden Funktor $G\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$
und jede natürliche Transformation
$\psi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to G \circ Q_{\mathcal{A}}$ eine
eindeutige natürliche Transformation $\eta\colon RF \to G$ existiert, sodass
\[
H^{0}\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N}) = \operatorname{Mor}_{\mathcal{K}}(\com{M}, \com{N})
.\]
\end{lemma}
\begin{tikzcd}
Q_{\mathcal{B}} \circ F \arrow{r}{\phi} \arrow{dr}{\psi} & RF \circ Q_{\mathcal{A}} \arrow[dashed]{d}{\eta} \\
& G \circ Q_{\mathcal{A}}
\end{tikzcd}
.\]
\end{bem}

\begin{bem}
\begin{enumerate}[(1)]
\item In der klassischen Situation existiert $RF$ auf der Unterkategorie
$\mathcal{D}(\mathcal{A})^{+}$.
\item Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0])$ stimmen mit den klassischen
Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$ überein.
\item $\varphi$ induziert Isomorphismen auf der Klasse der nach unten beschränkten
Komplexe mit injektiven Objekten.
\end{enumerate}
\end{bem}

\begin{satz}[]
Sei $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen in $\mathcal{A}$.
\begin{enumerate}[(1)]
\item Für $\com{I} \in \mathcal{J}$ gilt: $\com{I} $ exakt
$\implies$ $F(\com{I})$ exakt.
\item Für alle $\com{X} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ existiert
ein Quasiisomorphismus $\com{X} \to \com{I} $ mit $\com{I} \in \mathcal{J}$.
\end{enumerate}
Dann existiert $RF\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$
und $\varphi(\com{I})$ ist ein Isomorphismus für alle $\com{I} \in \mathcal{J}$.
\end{satz}

\section{Ableitungen von Hom und Tensorprodukt}

Erweitern von Hom und Tensorprodukt auf $\mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$.

\begin{definition}[]
Für $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ definieren wir
$\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N}) \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$, sodass
\begin{itemize}
\item $\com{\operatorname{Hom}}$ auf eingradigen Komplexen
mit $\operatorname{Hom}_{\mathcal{A}}$ übereinstimmt,
\item und
\[
H^{0}(\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N})) =
\operatorname{Mor}_{\mathcal{K}(\mathcal{A}}(\com{M}, \com{N})
.\]
\end{itemize}
\end{definition}

\begin{definition}
Für $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ definiert man nun
@@ -202,7 +175,7 @@ $\com{P} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ einen natürlichen Isomorphismus
\end{definition}
Das Ziel ist nun die Funktoren $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, $\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$
und $- \otimes_A \com{N} $ abzuleiten.
Dafür suchen wir jeweils eine Klasse $\mathcal{J}$ von Komplexen, die die Bedingungen
Dafür suchen wir jeweils eine Klasse $\mathcal{I}$ von Komplexen, die die Bedingungen
(1) und (2) für den entsprechenden Funktor erfüllt.

Für
@@ -214,7 +187,17 @@ $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$ definieren wir dafür
$\com{M} \to \com{I} $ mit einem K-injektiven Komplex $\com{I}$.
\end{definition}

Sei nun $\mathcal{J}$ die Klasse der K-injektiven Komplexe. Die Bedingung
\begin{bem}
$\com{I} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ ist genau dann K-injektiv, wenn
jeder Komplexhomomorphismus von einem exakten Komplex nach $\com{I} $
nullhomotop ist.
\end{bem}

\begin{bsp}
Jeder nach unten beschränkte Komplex mit injektiven Objekten ist K-injektiv (Algebra II).
\end{bsp}

Sei nun $\mathcal{I}$ die Klasse der K-injektiven Komplexe. Die Bedingung
(1) ist für diese Wahl erfüllt, denn:

\begin{lemma}
@@ -231,52 +214,197 @@ Sei nun $\mathcal{J}$ die Klasse der K-injektiven Komplexe. Die Bedingung

Der schwierige Teil ist Bedingung (2) nachzuweisen.

Zuänchst bemerken wir, dass nach unten beschränkte Komplexe mit injektiven Objekten
K-injektiv sind. Klassisch ist bekannt, dass
jeder nach unten beschränkte Komplex eine Auflösung durch einen solchen Komplex hat. Für
einen beliebigen (unbeschränkten) Komplex $\com{M} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ funktioniert die
klassische, induktive Konstruktion jedoch nicht.

Wir konstruieren deshalb geeignete $\mathcal{J}$-spezielle inverse Systeme.
Das sind abzählbare inverse Systeme mit surjektiven Übergangsabbildungen, wobei die Kerne dieser
in $\mathcal{J}$ liegen. Im ersten Schritt zeigen wir nun, dass $\mathcal{J}$ abgeschlossen
unter $\mathcal{J}$-speziellen inversen Limites ist, das heißt, dass die Limites von solchen
Systemen in $\mathcal{J}$ liegen.

Die Idee im zweiten Schritt ist nun, für $n \in \N$ den unbeschränkten Komplex
$\com{M}$ so abzuschneiden, dass
die Kohomologiegruppen vom Grad $\ge -n$ erhalten bleiben. So erhalten wir ein System
$(\tau^{\ge -n} \com{M})_{n \in \N}$ der abgeschnittenen Komplexe von $\com{M}$.

Induktiv konstruieren wir dann ein $\mathcal{J}$-spezielles inverses System
$(\com{I}_n)_{n \in \N}$ und ein inverses System von Quasiisomorphismen
$f_n\colon \tau^{\ge -n} \com{M} \to \com{I}_n$, indem wir in jedem Schritt für $n \in \N$
aus $\tau^{\ge -n} \com{M}$ und $\com{I}_{n-1}$ einen nach unten beschränkten Komplex konstruieren,
der klassisch durch einen K-injektiven aufgelöst werden kann.
So erhalten wir im Limes einen K-injektiven Komplex $\com{I}$ und einen Komplexhomomorphismus
$f\colon \com{M} \to \com{I}$.

Da für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$ der inverse Limes jedoch nicht exakt ist, ist
$f\colon \com{M} \to \com{I}$
a priori kein Quasiisomorphismus, obwohl $f_n$ ein solcher ist für alle $n \in \N$.
Mithilfe einer Variante des
Mittag-Leffler Kriteriums können wir zeigen, dass $f$ dennoch ein Quasiisomorphismus ist.

Dual dazu definieren wir K-projektive Komplexe und Auflösungen und zeigen, dass jeder
Komplex in $A$-Mod ebenfalls eine K-projektive Auflösung hat.
Für den Funktor $- \otimes_A \com{N}$ benötigen
wir dann noch eine dritte Klasse von Komplexen, die K-flachen Komplexe, die analog zu den
K-Injektiven auf das Tensorprodukt angepasst definiert werden. Wir können dann zeigen, dass
jeder K-projektive Komplex schon K-flach ist und erhalten so, dass jeder Komplex auch eine K-flache
Auflösung besitzt.

Im letzten Abschnitt wenden wir die Existenz von K-injektiven, K-projektiven und K-flachen
Auflösungen an, um die Existenz der abgeleiteten Funktoren $\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$,
$\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$ und $- \otimes_A^{L} \com{N} $ zu zeigen.
Als Korollar erhalten wir daraus die Adjunktion von $- \otimes^{L}_A \com{N}$
und $\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, indem wir durch geeignetes Auflösen
der beteiligten Komplexe die
Situation auf die Adjunktion von $- \otimes_A \com{N}$ und $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$
zurückführen.
\begin{bsp}
Falls $\mathcal{A}$ genügend viele Injektive hat, hat
jeder nach unten beschränkte Komplex eine Auflösung durch einen
nach unten beschränkten Komplex mit injektiven Objekten. Das konstruiert man induktiv, indem
man schrittweise in injektive Objekte einbettet.
\end{bsp}

Das funktioniert nur nicht für unbeschränkte Komplexe.

Idee: Wir bedienen uns der Auflösung beschränkter Komplexe, konstruieren damit ein inverses System
und der Limes liefert dann eine K-injektive Auflösung.

Sei $\mathcal{J}$ eine Klasse von Komplexen.

\begin{definition}
Ein $\mathcal{J}$-spezielles inverses System ist ein abzählbares inverses System
$(\com{I}_n)_{n \in \N}$, sodass
\begin{enumerate}[(1)]
\item $\com{I}_1 = 0$
\item Für $n > 1$ ist
die kurze Folge
\[
\begin{tikzcd}
0 \arrow{r} & \text{ker } p_n \arrow{r} & \com{I}_n \arrow{r}{p_n}
& \com{I}_{n-1} \arrow{r} & 0
\end{tikzcd}
\] exakt, zerfällt stufenweise und $\text{ker } p_n$ liegt in $\mathcal{J}$.
\end{enumerate}
\end{definition}

Wir zeigen nun zunächst, dass die Klasse $\mathcal{I}$ der K-Injektiven abgeschlossen unter
speziellen inversen Systemen ist, das heißt, dass der inverse Limes
$\mathcal{I}$-spezieller inverser Systeme wieder in $\mathcal{I}$ liegt.

Dazu beobachtet man

\begin{lemma}
Die Klasse der exakten Komplexe ist abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
\end{lemma}

\begin{proof}
Diagrammjagd.
\end{proof}

\begin{lemma}
Sei $\mathcal{B}$ eine weitere abelsche Kategorie,
$\mathcal{J} \subset \mathcal{K}(\mathcal{B})$ abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
Angenommen inverse Limites existieren in $\mathcal{A}$ und sei
$F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ ein kovarianter
Funktor der mit inversen Limites vertauscht und gradweise zerfallende kurze exakte Folgen erhält.
Dann ist $F^{-1}(\mathcal{J}) \subset \mathcal{K}(\mathcal{A})$ abgeschlossen unter speziellen
inversen Limites.
\end{lemma}

\begin{proof}
Das liegt daran, dass $F$ $F^{-1}(\mathcal{J})$-spezielle inverse Systeme in
$\mathcal{J}$-spezielle inverse Systeme überführt.
\end{proof}

\begin{korollar}[]
Die Klasse $\mathcal{I}$ der K-injektiven Komplexe
ist abgeschlossen unter speziellen inversen Limites.
\end{korollar}

\begin{proof}
Sei $\mathcal{E}$ die Klasse der exakten Komplexe in $\mathcal{A}$,
dann ist für jeden exakten Komplex $\com{T} $ in $\mathcal{A}$ die Klasse
$\com{\operatorname{Hom}}(\com{T}, -)^{-1}(\mathcal{E})$ abgeschlossen
unter speziellen inversen Limites. Mit
\[
\mathcal{I} = \bigcap_{\com{T} \in \mathcal{E}}
\com{\operatorname{Hom}} (\com{T}, -)^{-1}(\mathcal{E})
\] folgt jetzt die Behauptung.
\end{proof}

Sei nun $\com{M} \in \mathcal{K}$ ein beliebiger Komplex.
Wir wollen ein $\mathcal{I}$-spezielles inverses System konstruieren, dessen Limes eine Auflösung
von $\com{M} $ liefert.

\begin{definition}[Abschneiden]
Für $n \in \N$ betrachten wir den Komplex $\tau^{\ge -n} \com{M} $
\[
\begin{tikzcd}
0 \arrow{r} & \arrow{r} \operatorname{coker } d_{M}^{-n-1}
& \arrow{r} M^{-n+1}
& \arrow{r} M^{-n+2}
& \cdots
\end{tikzcd}
.\]
\end{definition}

\begin{bem}[]
Dann ist für $i \ge -n$
\[
H^{i}(\tau^{\ge -n}\com{M}) = H^{i}(\com{M})
.\]
\end{bem}

\begin{satz}[]
Es existiert ein $\mathcal{I}$-spezielles inverses System $(\com{I}_n)_{n \in \N}$
mit einem inversen System von Quasiisomorphismen $f_n\colon \tau^{\ge -n} \com{M} \to \com{I}_n$.
\end{satz}

\begin{proof}
Wir gehen induktiv vor: Setze $I_1 = 0$ und $f_1 = 0$. Sei $\com{M}_n = \tau^{\ge -n} \com{M}$.
Dann ist $\com{M}_2$ nach unten beschränkt, also existiert ein K-injektiver Komplex
$\com{I}_2$ und ein Quasiisomorphismus $f_2 \colon \com{M}_2 \to \com{I}_2$.

Sei nun $n \ge 3$, $\com{I}_{n-1}$ und $f_{n-1}$ bereits konstruiert.
Aus $\com{I}_{n-1}$ und $\com{M}_n$ konstruiert man einen neuen nach unten beschränkten
Komplex, der wieder durch einen K-injektiven aufgelöst werden kann. Durch geeignete Modifikation
erhält man dann $\com{I}_n$ und $f_n$.
\end{proof}

Wir nehmen nun an, dass in $\mathcal{A}$ inverse Limites existieren.

\begin{bem}[]
\begin{enumerate}[(a)]
\item Sei $\com{I} $ der Limes des Systems
$(\com{I}_n)_{n \in \N}$ und $f\colon \com{M} \to \com{I}$ der Limes des Systems
$(f_n)_{n \in \N}$.
\item Dann sind zwar die $f_n$ Quasiisomorphismen, aber
$f$ a priori kein Quasiisomorphismus, da der inverse Limes im Allgemeinen,
insbesondere für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$, nicht exakt ist.
\item Abhilfe: Mittag Leffler + Diagrammjagd. Also
$f$ für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$ ein Quasiisomorphismus.
\end{enumerate}
\end{bem}

\begin{korollar}[]
Existenz von $R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$.
\end{korollar}

\begin{bem}[Umdrehen der Pfeile]
Dual dazu definieren wir K-projektive Komplexe und Auflösungen und zeigen, dass jeder
Komplex in $A$-Mod ebenfalls eine K-projektive Auflösung hat.
\end{bem}

\begin{korollar}[]
Existenz von $R\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$.
\end{korollar}

\begin{definition}[K-flach]
Analog zu K-injektiv für $- \otimes_A \com{N}$.
\end{definition}

\begin{satz}[]
K-projektiv $\implies$ K-flach
\end{satz}

\begin{korollar}[]
Es existieren K-flache Auflösungen.
\end{korollar}

\begin{korollar}
Abgeleitetes Tensorprodukt existiert.
\end{korollar}

Die K-flachen Komplexe hängen noch auf wichtige Weise mit den K-injektiven zusammen:
\begin{satz}[]
Sei $\com{M} \in \mathcal{K}$. Dann ist $\com{M} $ genau dann K-flach, wenn
$\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{I})$ K-injektiv ist für jeden K-Injektiven
$\com{I} \in \mathcal{K}$.
\end{satz}


\begin{korollar}
Seien $\com{M}, \com{N}, \com{P} \in \mathcal{D}(\mathcal{A})$. Dann existiert
ein natürlicher Isomorphismus
\[
R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P})
= R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P}))
.\]
\end{korollar}

\begin{proof}
Da in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ Quasiisomorphismen Isomorphismen induzieren und
wir die Existenz der verschiedenen Auflösungen kennen, können wir ohne Einschränkung annehmen,
dass $\com{P} $ K-injektiv und $\com{N} $ K-flach ist. Dann ist
\begin{align*}
R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P})
&= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A^{L} \com{N}, \com{P}) \\
&= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A \com{N}, \com{P}) \\
&= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
&= \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
&= R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) \\
&= R\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, R\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P}))
.\end{align*}
\end{proof}

Die eigentliche Adjunktion bekommen wir durch Anwenden von $H^{0}$

\end{document}

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