| @@ -0,0 +1,282 @@ | |||||
| \documentclass{arbeit} | |||||
| \usepackage{tikz-cd} | |||||
| \usepackage{amssymb} | |||||
| \usepackage{hyperref} | |||||
| \usepackage{graphicx} | |||||
| \newcommand{\com}[1]{#1^{\text{\scalebox{0.7}{\textbullet}}}} | |||||
| \newcommand{\K}{\mathcal{K}} | |||||
| \begin{document} | |||||
| \section{Motivation} | |||||
| Aus der kommutativen Algebra ist für einen kommutativen Ring $A$ und einen $A$-Modul | |||||
| $N$ die Adjunktion | |||||
| \[ | |||||
| - \otimes_A N \dashv \operatorname{Hom}_A(N, -) | |||||
| \] bekannt. In der klassischen homologischen Algebra definiert man | |||||
| die Funktoren $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ und $\operatorname{Tor}_A^{i}(-, N)$ als | |||||
| Ableitungen der Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ und $- \otimes_A N$. Nun stellt sich | |||||
| die Frage, ob zwischen diesen ein analoges Adjunktionsresultat gilt. | |||||
| Die Antwort ist nein, denn angenommen $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ wäre rechtsadjungiert, dann | |||||
| folgte, dass $\operatorname{Ext}_A^{i}(N, -)$ linksexakt sei. Die exakte Folge | |||||
| \[ | |||||
| \begin{tikzcd} | |||||
| 0 \arrow{r} & \Z \arrow{r}{\cdot 2} & \Z \arrow{r} & \Z / 2 \Z \arrow{r} & 0 | |||||
| \end{tikzcd} | |||||
| \] in $\Z$-Mod lieferte dann die exakte Folge | |||||
| \[ | |||||
| \begin{tikzcd} | |||||
| \underbrace{\operatorname{Ext}^{0}_{\Z}(\Z / 2\Z, \Z)}_{= 0} \arrow{r} & | |||||
| \underbrace{\operatorname{Ext}^{0}_{\Z}(\Z / 2\Z, \Z / 2 \Z)}_{\neq 0} \arrow{r} | |||||
| & \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) \arrow{r} | |||||
| & \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) | |||||
| \end{tikzcd} | |||||
| .\] Aber $\operatorname{Ext}_{\Z}^{0}(\Z / 2 \Z, \Z / 2 \Z) = \operatorname{Hom}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z / 2 \Z) \neq 0$ | |||||
| und $\operatorname{Ext}_{\Z}^{0}(\Z / 2 \Z, \Z) = \operatorname{Hom}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z) = 0$, also ist | |||||
| $\operatorname{Ext}_{\Z}^{1}(\Z / 2 \Z, \Z) \to \operatorname{Ext}^{1}_{\Z}(\Z / 2 \Z, \Z)$ nicht injektiv. | |||||
| \section{Neuer Ableitungsbegriff} | |||||
| Es liegt also nahe, dass der klassische Ableitungsbegriff unvollständig ist. | |||||
| Um einen allgemeineren zu finden, | |||||
| betrachtet man die Bildung von klassischen Ableitungen. | |||||
| %Konstruktion eines neuen Ableitungsbegriffs führt zum Begriff der derivierten Kategorie: | |||||
| %Sei $\mathcal{A}$ eine abelsche Kategorie und sei $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ die Homotopiekategorie | |||||
| %von $\mathcal{A}$, das heißt die Kategorie, deren Objekte Komplexe aus $\mathcal{A}$ und | |||||
| %deren Morphismen Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind. | |||||
| Dazu seien $\mathcal{A}, \mathcal{B}$ abelsche Kategorien und $\mathcal{A}$ habe | |||||
| genügend viele Injektive. | |||||
| Sei $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ ein additiver und linksexakter Funktor und | |||||
| $X \in \mathcal{A}$. Dann existiert eine injektive Auflösung von $X$, also ein Komplex | |||||
| $\com{I}$ in $\mathcal{A}$, sodass | |||||
| \[ | |||||
| \begin{tikzcd} | |||||
| 0 \arrow{r} & X \arrow{r} & I^{0} \arrow{r} & I^{1} \arrow{r} & \cdots | |||||
| \end{tikzcd} | |||||
| \] exakt ist oder, äquivalent dazu, dass die vertikalen Morphismen in | |||||
| \begin{equation} | |||||
| \begin{tikzcd} | |||||
| \cdots \arrow{r} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & X \arrow{r} \arrow{d} & 0 \arrow{r} \arrow{d} & \cdots \\ | |||||
| \cdots \arrow{r} & 0 \arrow{r} & I^{0} \arrow{r} & I^{1} \arrow{r} & \cdots | |||||
| \label{eq:resolution} | |||||
| \end{tikzcd} | |||||
| \end{equation} | |||||
| einen Quasiisomorphismus bilden, das heißt ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen auf | |||||
| den Kohomologiegruppen induziert. Die Ableitungen von $F$ bei $X$ sind nun die Kohomologiegruppen | |||||
| des Komplexes $F(\com{I})$. Man zeigt dann aufwendig, dass dieser Prozess wohldefiniert ist, das | |||||
| heißt insbesondere nicht von der Wahl der injektiven Auflösung von $X$ abhängt. | |||||
| Anstatt den abgeleiteten Funktor von $F$ auf $\mathcal{A}$ zu konstruieren, definiert man nun | |||||
| die Ableitung auf einer Komplexkategorie von $\mathcal{A}$, das heißt einer Kategorie, deren | |||||
| Objekte Komplexe mit Objekten aus $\mathcal{A}$ sind. Bezeichne mit $X[0]$ den oberen Komplex | |||||
| in \eqref{eq:resolution}. Dann ist es natürlich zu fordern, dass die Ableitung von $F$ bei | |||||
| $X[0]$ bis auf Isomorphie mit der Ableitung von $F$ bei $\com{I}$ und bei allen weiteren injektiven | |||||
| Auflösungen von $X$ übereinstimmt. | |||||
| Dies führt zu der Idee, Objekte (und allgemeiner Komplexe) auf kategorieller Ebene | |||||
| mit ihren Auflösungen zu identifizieren, | |||||
| also eine geeignete Kategorie von Komplexen zu finden, | |||||
| in der quasiisomorphe Komplexe bereits isomorph sind. | |||||
| Dazu kann man zunächst zur | |||||
| Homotopiekategorie $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ übergehen, das heißt die Kategorie, deren | |||||
| Objekte Komplexe aus $\mathcal{A}$ und deren Morphismen | |||||
| Homotopieäquivalenzklassen von Komplexhomomorphismen sind. Allerdings ist ein Quasiisomorphismus im | |||||
| Allgemeinen keine Homotopieäquivalenz. Deshalb konstruiert man eine weitere Kategorie | |||||
| $\mathcal{D}(\mathcal{A})$, die derivierte Kategorie von $\mathcal{A}$, mit den Objekten | |||||
| von $\mathcal{K}(\mathcal{A})$, wobei alle Quasiisomorphismen in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ | |||||
| Isomorphismen in $\mathcal{D}(\mathcal{A})$ induzieren. Man erhält einen kanonischen Funktor | |||||
| $Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$. | |||||
| Die (Rechts-)Ableitung von $F$ ist nun (falls existent) ein Funktor | |||||
| $\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$ mit | |||||
| einer natürlichen Transformation | |||||
| $\xi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$, die den Zusammenhang | |||||
| zwischen $\text{R}F$ und $F$ herstellt. | |||||
| Im Allgemeinen ist die Existenz von $\text{R}F$ eine schwierige Frage, in der klassischen | |||||
| Situation existiert $\text{R}F$ jedoch zumindest | |||||
| auf der Unterkategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})^{+}$ der | |||||
| nach unten beschränkten Komplexe und die Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0])$ stimmen | |||||
| mit den klassischen Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$ überein. Vom klassischen Standpunkt | |||||
| erwartungsgemäß, induziert die natürliche Transformation $\xi$ auf der Klasse der nach | |||||
| unten beschränkten Komplexe mit injektiven Objekten Isomorphismen, das heißt $F$ stimmt mit | |||||
| seiner Ableitung $\text{R}F$ auf diesen Komplexen überein. | |||||
| Dieser neue Ableitungsbegriff erlaubt auf natürliche Weise auch Funktoren\footnote{Unter Voraussetzung | |||||
| einer schwachen Bedingung an $F$, die beispielsweise erfüllt ist, wenn | |||||
| $F$ von einem additiven Funktor | |||||
| $\mathcal{A} \to \mathcal{B}$ induziert ist.} | |||||
| $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{B})$ zuzulassen. | |||||
| Analog zur klassischen | |||||
| Theorie ist dann die Existenz der Ableitung von $F$ gesichert durch: | |||||
| \begin{enumerate}[(1)] | |||||
| \item eine Klasse $\mathcal{J}$ von $F$-azyklischen Komplexen, das heißt | |||||
| eine Klasse von Komplexen für die $F$ Exaktheit erhält, und | |||||
| \item für jeden Komplex einen Quasiisomorphismus in einen Komplex aus $\mathcal{J}$. | |||||
| \end{enumerate} | |||||
| In diesem Fall induziert $\xi$ auf den Komplexen aus $\mathcal{J}$ Isomorphismen, das heißt | |||||
| Ableitungen berechnen sich, analog zur klassischen Situation, durch Auflösungen durch Komplexe | |||||
| aus $\mathcal{J}$. | |||||
| Besonders die zweite Bedingung ist für beliebige abelsche Kategorien jedoch nur | |||||
| sehr schwer zu erfüllen und hängt durch $\mathcal{J}$ von dem konkreten Funktor $F$ ab. Spaltenstein | |||||
| hat das in seiner | |||||
| Arbeit ,,Resolution of unbounded complexes`` \cite{spaltenstein} | |||||
| für zahlreiche Funktoren unter wenigen Voraussetzungen | |||||
| an die beteiligten Kategorien gelöst. Die vorliegende Arbeit stellt im | |||||
| \ref{sec:resolutions}. Abschnitt sein Argument dar, um dies im \ref{sec:application}. | |||||
| Abschnitt auf den Homfunktor und das Tensorprodukt anzuwenden. | |||||
| Dafür erweitern wir die Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ und $- \otimes_A N$ in natürlicher Weise | |||||
| zu Funktoren $\mathcal{K}(A\text{-Mod}) \to \mathcal{K}(A\text{-Mod})$, sodass die Erweiterungen, | |||||
| angewendet auf eingradige Komplexe, mit den ursprünglichen Funktoren übereinstimmen. Der naive | |||||
| Ansatz $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ bzw. $\operatorname{Hom}_A(-, N)$ in beiden Variablen zu erweitern, | |||||
| indem für Komplexe $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ gradweise | |||||
| $\operatorname{Hom}_A(M^{i}, N^{i})$ gebildet wird, ist nicht hinreichend, | |||||
| denn dieser neue Komplex enthielte keine Informationen über die Komplexhomomorphismen | |||||
| von $\com{M}$ nach $\com{N}$. | |||||
| %Die Idee | |||||
| %der derivierten Kategorie kommt von der Beobachtung, dass vor allem die Kohomologiegruppen von | |||||
| %Komplexen von Interessse sind. Allerdings ist ein Quasiisomorphismus | |||||
| %$f\colon \com{X} \to \com{Y}$ zwischen Komplexen $\com{X}, \com{Y} $ in $\mathcal{A}$, | |||||
| %also ein Komplexhomomorphismus, der Isomorphismen zwischen den Kohomologiegruppen induziert, | |||||
| %im Allgemeinen keine Homotopieäquivalenz, das heißt kein Isomorphismus in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$. | |||||
| %Diesen Defekt behebt die deriverte Kategorie $\mathcal{D}(\mathcal{A})$, die die selben Objekte | |||||
| %hat wie $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ und in der alle Quasiisomorphismen zu Isomorphismen erklärt | |||||
| %werden. Bezeichne im Folgenden | |||||
| %$Q_{\mathcal{A}}\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{A})$ den kanonischen Funktor. | |||||
| %Sei nun $\mathcal{B}$ eine weitere abelsche Kategorie und $F\colon \mathcal{A} \to \mathcal{B}$ | |||||
| %ein additiver Funktor. Dann definiert man einen Funktor | |||||
| %$\text{R}F\colon \mathcal{D}(\mathcal{A}) \to \mathcal{D}(\mathcal{B})$ | |||||
| %mit einer natürlichen Transformation | |||||
| %$\xi\colon Q_{\mathcal{B}} \circ F \to \text{R}F \circ Q_{\mathcal{A}}$. Für ein Objekt | |||||
| %$X \in \mathcal{A}$ bezeichne $X[0] \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ den Komplex der im Grad $0$ $X$ | |||||
| %zu stehen hat und in allen anderen Graden $0$ ist. | |||||
| %Falls $F$ linksexakt ist, | |||||
| %existiert $\text{R}F$ und die Kohomologiegruppen $H^{i}\text{R}F(X[0]) $ entsprechen | |||||
| %den klassischen Rechtsableitungen $\text{R}^{i}F(X)$. Allgemeiner definiert man $\text{R}F$ | |||||
| %für bestimmte Funktoren $F\colon \mathcal{K}(\mathcal{A}) \to \mathcal{K}(\mathcal{A})$. Das | |||||
| %bedeutet der neue Ableitungsbegriff ist eine echte Verallgemeinerung des alten. | |||||
| %Um die abgeleitete Hom-Tensor Adjunktion zu formulieren, werden die Funktoren $\operatorname{Hom}_A(N, -)$ | |||||
| %und $- \otimes_A N$ in natürlicher Weise zu Funktoren | |||||
| %$\mathcal{K}(A\text{-Mod}) \to \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ erweitert, sodass | |||||
| %die Erweiterungen, angewendet auf eingradige Komplexe, mit den ursprünglichen Funktoren | |||||
| %übereinstimmen. Der so (in beiden Variablen) funktoriell definierte Komplex | |||||
| %$\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N})$ für | |||||
| %Komplexe $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ soll dabei Informationen über die | |||||
| %Morphismen in $\mathcal{K}(A\text{-Mod})$ von $\com{M} $ nach $\com{N} $ enthalten. Man definiert | |||||
| %also für $n \in \Z$ | |||||
| \begin{definition} | |||||
| Anstatt dessen definiert man für $n \in \Z$ und Komplexe $\com{M}, \com{N} \in | |||||
| \mathcal{K}(\mathcal{A})$: | |||||
| \[ | |||||
| \operatorname{Hom}^{n}(\com{M}, \com{N}) = \prod_{i \in \Z} \operatorname{Hom}_A(M^{i}, N^{i+n}) | |||||
| \] mit Differential | |||||
| \[ | |||||
| d^{n}(f) = d_{\com{N} } f - (-1)^{n} f d_{\com{M}} | |||||
| .\] | |||||
| \end{definition} | |||||
| \begin{lemma} | |||||
| Dann erhält man den Zusammenhang | |||||
| \[ | |||||
| H^{0}\com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{N}) = \operatorname{Mor}_{\mathcal{K}}(\com{M}, \com{N}) | |||||
| .\] | |||||
| \end{lemma} | |||||
| \begin{definition} | |||||
| Für $\com{M}, \com{N} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ definiert man nun | |||||
| $\com{M} \otimes_A \com{N}$ so, dass man, analog zur klassischen Adjunktion, für | |||||
| $\com{P} \in \mathcal{K}(A\text{-Mod})$ einen natürlichen Isomorphismus | |||||
| \[ | |||||
| \com{\operatorname{Hom}}(\com{M} \otimes_A \com{N}, \com{P}) = | |||||
| \com{\operatorname{Hom}}(\com{M}, \com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, \com{P})) | |||||
| \] erhält. | |||||
| \end{definition} | |||||
| Das Ziel ist nun die Funktoren $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, $\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$ | |||||
| und $- \otimes_A \com{N} $ abzuleiten. | |||||
| Dafür suchen wir jeweils eine Klasse $\mathcal{J}$ von Komplexen, die die Bedingungen | |||||
| (1) und (2) für den entsprechenden Funktor erfüllt. | |||||
| Für | |||||
| $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$ definieren wir dafür | |||||
| \begin{definition} | |||||
| Ein Komplex $\com{I} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ heißt \emph{K-injektiv}, wenn | |||||
| der Funktor $\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{I})$ Exaktheit von Komplexen erhält. Eine \emph{K-injektive | |||||
| Auflösung} eines Komplexes $\com{M} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ ist ein Quasiisomorphismus | |||||
| $\com{M} \to \com{I} $ mit einem K-injektiven Komplex $\com{I}$. | |||||
| \end{definition} | |||||
| Sei nun $\mathcal{J}$ die Klasse der K-injektiven Komplexe. Die Bedingung | |||||
| (1) ist für diese Wahl erfüllt, denn: | |||||
| \begin{lemma} | |||||
| Ein exakter K-injektiver Komplex ist in $\mathcal{K}(\mathcal{A})$ der Nullkomplex. | |||||
| \end{lemma} | |||||
| \begin{proof} | |||||
| Sei $\com{I} \in \mathcal{K}$ exakt und K-injektiv. Dann ist | |||||
| \[ | |||||
| \text{id}_{\com{I} } \in \operatorname{Mor}_{\mathcal{K}}(\com{I}, \com{I}) | |||||
| = H^{0}\com{\operatorname{Hom}}(\com{I}, \com{I}) = 0 | |||||
| .\] | |||||
| \end{proof} | |||||
| Der schwierige Teil ist Bedingung (2) nachzuweisen. | |||||
| Zuänchst bemerken wir, dass nach unten beschränkte Komplexe mit injektiven Objekten | |||||
| K-injektiv sind. Klassisch ist bekannt, dass | |||||
| jeder nach unten beschränkte Komplex eine Auflösung durch einen solchen Komplex hat. Für | |||||
| einen beliebigen (unbeschränkten) Komplex $\com{M} \in \mathcal{K}(\mathcal{A})$ funktioniert die | |||||
| klassische, induktive Konstruktion jedoch nicht. | |||||
| Wir konstruieren deshalb geeignete $\mathcal{J}$-spezielle inverse Systeme. | |||||
| Das sind abzählbare inverse Systeme mit surjektiven Übergangsabbildungen, wobei die Kerne dieser | |||||
| in $\mathcal{J}$ liegen. Im ersten Schritt zeigen wir nun, dass $\mathcal{J}$ abgeschlossen | |||||
| unter $\mathcal{J}$-speziellen inversen Limites ist, das heißt, dass die Limites von solchen | |||||
| Systemen in $\mathcal{J}$ liegen. | |||||
| Die Idee im zweiten Schritt ist nun, für $n \in \N$ den unbeschränkten Komplex | |||||
| $\com{M}$ so abzuschneiden, dass | |||||
| die Kohomologiegruppen vom Grad $\ge -n$ erhalten bleiben. So erhalten wir ein System | |||||
| $(\tau^{\ge -n} \com{M})_{n \in \N}$ der abgeschnittenen Komplexe von $\com{M}$. | |||||
| Induktiv konstruieren wir dann ein $\mathcal{J}$-spezielles inverses System | |||||
| $(\com{I}_n)_{n \in \N}$ und ein inverses System von Quasiisomorphismen | |||||
| $f_n\colon \tau^{\ge -n} \com{M} \to \com{I}_n$, indem wir in jedem Schritt für $n \in \N$ | |||||
| aus $\tau^{\ge -n} \com{M}$ und $\com{I}_{n-1}$ einen nach unten beschränkten Komplex konstruieren, | |||||
| der klassisch durch einen K-injektiven aufgelöst werden kann. | |||||
| So erhalten wir im Limes einen K-injektiven Komplex $\com{I}$ und einen Komplexhomomorphismus | |||||
| $f\colon \com{M} \to \com{I}$. | |||||
| Da für $\mathcal{A} = A\text{-Mod}$ der inverse Limes jedoch nicht exakt ist, ist | |||||
| $f\colon \com{M} \to \com{I}$ | |||||
| a priori kein Quasiisomorphismus, obwohl $f_n$ ein solcher ist für alle $n \in \N$. | |||||
| Mithilfe einer Variante des | |||||
| Mittag-Leffler Kriteriums können wir zeigen, dass $f$ dennoch ein Quasiisomorphismus ist. | |||||
| Dual dazu definieren wir K-projektive Komplexe und Auflösungen und zeigen, dass jeder | |||||
| Komplex in $A$-Mod ebenfalls eine K-projektive Auflösung hat. | |||||
| Für den Funktor $- \otimes_A \com{N}$ benötigen | |||||
| wir dann noch eine dritte Klasse von Komplexen, die K-flachen Komplexe, die analog zu den | |||||
| K-Injektiven auf das Tensorprodukt angepasst definiert werden. Wir können dann zeigen, dass | |||||
| jeder K-projektive Komplex schon K-flach ist und erhalten so, dass jeder Komplex auch eine K-flache | |||||
| Auflösung besitzt. | |||||
| Im letzten Abschnitt wenden wir die Existenz von K-injektiven, K-projektiven und K-flachen | |||||
| Auflösungen an, um die Existenz der abgeleiteten Funktoren $\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, | |||||
| $\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(-, \com{N})$ und $- \otimes_A^{L} \com{N} $ zu zeigen. | |||||
| Als Korollar erhalten wir daraus die Adjunktion von $- \otimes^{L}_A \com{N}$ | |||||
| und $\text{R}\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$, indem wir durch geeignetes Auflösen | |||||
| der beteiligten Komplexe die | |||||
| Situation auf die Adjunktion von $- \otimes_A \com{N}$ und $\com{\operatorname{Hom}}(\com{N}, -)$ | |||||
| zurückführen. | |||||
| \end{document} | |||||